Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Mölln: Ständig Ärger um Altkleider
Lokales Lauenburg Mölln: Ständig Ärger um Altkleider
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:03 16.06.2016
Mölln-Nord am vergangenen Wochenende: Altkleider liegen in Tüten oder auf dem matschigen Boden verteilt vor den Containern an der Ratzeburger Straße. Laut AWSH und DRK kein seltenes Bild. Quelle: Florian Grombein
Anzeige
Mölln

Kaum eine Woche vergeht, in der es am Containerplatz in Mölln-Nord, auf dem Parkplatz am MSV-Gelände, nicht zu chaotischen Zuständen kommt. So auch vergangenes Wochenende, als Unbekannte bergeweise Kleidung, zum Teil in Tüten, zum Teil auf dem matschigen Untergrund, verteilt hatten. Dabei versichert die AWSH, dass die beiden Container gar nicht voll waren.

Zur Galerie
Kleiderberge am Container Ratzeburger Straße — Unlautere Sammler in Verdacht.

Im Verdacht haben AWSH und DRK unredliche Sammler, die sich an dem abgelegenen Platz nachts ihrer nicht verwertbaren Kleidersammlungen entledigten.

„Gerade dieser Standort fällt immer wieder dadurch auf, dass Kleidung, Papier aber auch sonstiger Abfall neben den Containern abgelagert werden“, berichtet Ordnungsamtsleiter Torsten Wendland. Leider sei die Verfolgung solcher Taten äußerst schwierig, da die Rückstände keinem Verursacher zugeordnet werden könnten.

„Es gibt Probleme mit diesem Platz. Bis zu fünfmal die Woche müssen unsere Mitarbeiter dort aufräumen“, sagt Dennis Kissel, Geschäftsführer der Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH), die den Platz von der Stadt pachtet und die Container betreibt. Im Hinblick auf die Berge von Altkleidern mutmaßt Kissel: „Dabei könnte es sich um ein nicht ganz sauberes Geschäftsgebaren handeln“.

 Es sei bei einigen Kleidersammlern Geschäftspraxis, sich der gesammelten Kleider, die nicht gebraucht würden, an bestehenden Plätzen anderer Anbieter zu entledigen. Was den sonstigen Müll an diesem Platz betreffe, so könne er nur an die Mitbürger appellieren, den Platz sauber zu halten.

Peter Timmermanns, Kreisgeschäftsführer des DRK, kennt derartige Methoden von seinen Erfahrungen mit den eigenen Altkleidercontainern: „Bei den Altkleidern kommt es immer wieder zu seltsamen Großanlieferungen“. Es gäbe Videos aus Schleswig-Holstein, die belegten, dass gewerbliche Kleiderhändler, die nicht zu einer gemeinnützigen Organisation gehörten, an fremden Sammelplätzen das abstellten, was sie nicht selbst verwerten wollten. Das entstehende Chaos gehe zu Lasten der redlichen Kleidersammler. „Der Nachteil eines solchen Standortes ist der, dass die soziale Kontrolle fehlt“, erklärt Wendland. An Standorten mit Wohnbebauung hingegen käme es oft zu Beschwerden wegen Ruhestörung, gerade beim Entsorgen von Altglas.

Von Florian Grombein

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige