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Lauenburg Mölln bekommt Jugendberufsagentur
Lokales Lauenburg Mölln bekommt Jugendberufsagentur
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15:29 28.09.2018
Eine breite Mehrheit im Lauenburgischen Kreistag stimmt für die Einrichtung einer Jugendberufsagentur in Mölln. Quelle: Holger Marohn
Ratzeburg

Zielgruppe der Jugendberufsagentur sind alle jungen Menschen unter 25 Jahren im Kreis, die ohne abgeschlossene Berufsausbildung sind. Vor allem zählen dazu Jugendliche, die sozial benachteiligt oder individuell benachteiligt sind. Statt von Behörde zu Behörde gehen zu müssen, sollen diese Jugendlichen künftig in Mölln eine institutionsübergreifende Anlaufstelle bekommen.

Beteiligt an der neuen Einrichtung sind die Bundesagentur für Arbeit, das Jobcenter, das Schulamt, das Berufsbildungszentrum, die Jugendhilfe des Kreises sowie soweit erforderlich die Eingliederungshilfe. Die Kosten für die jeweiligen Bereiche werden die Institutionen jeweils selbst übernehmen, für den übergeordneten Bereich sind 10000 Euro veranschlagt.

Angestoßen hatte das Projekt im Juni 2017 die SPD im Kreistag. Diskussionen hatte es lediglich darüber gegeben, ob aufgrund seiner originären Zuständigkeit der Jugendhilfeausschuss die weitere Betreuung übernimmt oder wie von der SPD gefordert der SPD-geleitete Sozialausschuss. Ende des Jahres nach weiteren Beratungen im Jugendhilfeausschuss schließlich ein Rahmenkonzept vor.

Entsprechend zufrieden zeigte sich bei der abschließenden Beratung über die Beteiligung des Kreises an dem Projekt auch Manfred Börner (SPD), nach der Neuverteilung der Ausschussvorsitze nach der Kommunalwahl neuer Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses. „Wenn ich mich heute freue, dass wir einen sehr, sehr breiten politischen Konsens erzielt haben, dann hat das nur 13 Monate gedauert“, sagte Börner. Er freue sich für diejenigen, die mit dem Übergang von Schule zu Beruf „das eine oder andere Problem“ hätten.

Diese 13 Monate seien sehr gute Monate gewesen, sagt CDU-Vertreterin Anja Reimann. Die Zeit habe man genutzt, um sich auch ein gutes Beispiel aus der Praxis in Norderstedt anzusehen. Dies sei ein sehr lohnender Besuch gewesen.

Kategorisch abgelehnt wird die Jugendberufsagentur von der AfD. Hasso Füsslein machte aus seinen „grundsätzlichen Vorbehalten gegenüber Agenturen, Beauftragten, Arbeitskreisen und dergleichen“ keinen Hehl. Es würde sich nur gegenseitig beschäftigt. „Ich denke, es ist Aufgabe vom Kreistag hier gegenzusteuern und diese Bürokratisierung möglichst nicht miterleben“, sagte Füsslein. Als „Opposition“ sehe die AfD ihre Aufgabe darin gegenzusteuern. Daher müsse der Antrag zurück in den Sozialausschuss verwiesen werden. Schließlich hätten sich nach der Wahl neue Konstellationen ergeben. Zuletzt hatte der Jugendhilfeausschuss, in dem Hasso Füsslein die AfD vertritt, dem Projekt nach Angaben von Vorsitzendem Börner einstimmig zugestimmt.

Wenig Verständnis für die Argumentation der AfD zeigte die FDP: „Hier scheint ein grundsätzliches Missverständnis vorzuliegen. Die neuen Kreistagsabgeordneten scheinen zu meinen, der Kreistag könne alles bestimmen wie er will. Wir sind aber keine legislative Einrichtung und haben Gesetze zu befolgen“, sagte Fraktionsvorsitzender Thomas Kuehn. Und diese Jugendberufsagentur sei nun einmal ein Bundesgesetz. „Mir gefällt an dem Projekt, dass sich Leute Gedanken gemacht haben, wie man so etwas möglichst schlank umsetzt“, so Kuehn. Am Ende gab es für die Beteiligung des Kreises bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung eine breite Mehrheit.

Holger Marohn

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