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Mölln bekommt Max-Ahrens-Museum

Mölln Mölln bekommt Max-Ahrens-Museum

Es ist ein Geschenk an ganz Mölln: Der Kunstliebhaber Kurt-Peter Gaedeke richtet in der Eulenspiegelstadt ein Museum ein. Das Max-Ahrens-Haus soll am 2. Juni, am 50. Todestag des Künstlers, eröffnet werden – und zwar im ehemaligen Gasthof "Zum Michel". 60 Werke von Ahrens sind dort zu sehen.

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Kurt-Peter Gaedeke (li.) und Claudia Lüders schauen sich im Ahrens-Haus den Entwurf von „Die endlose Straße“ an. Der Maler plante im Bild ursprünglich einen Panzer ein.

Quelle: Fotos: Grombein

Mölln. Die LN haben schon Einlass bekommen und sich umgeschaut: In den 1950er und 1960er Jahren kannte wohl jeder Möllner die deftigen Eintöpfe und sieben Fassbiersorten im Gasthof „Zum Michel“ am Markt. Auch der Maler Max Ahrens, den es von Hamburg nach Mölln verschlug. Dort frönte der Künstler, der nach Ansicht von Kennern traumatische Erlebnisse als Teilnehmer des Ersten und Zweiten Weltkriegs hatte, dem Alkohol.

LN-Bild

Kunstsammler Gaedeke richtet nach Goedtke-Haus nun Museum für beliebten Milieumaler ein.

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Der Künstler

Max Ahrens Bilder w aren traditionsgebunden, standen aber doch der neuen Sachlichkeit nahe, so Artur Pfannenstil 1967. Der Maler studierte Kunst in Lerchenfeld, später bei Professor Arthur Illies in Hamburg. Zur Eröffnung des Museums am 2. Juni um 16 Uhr sollen Gäste Ahrens-Werke mitbringen. Ein Werkskatalog soll erstellt werden.

Er soll Porträts von Gästen im Möllner Kneipenmilieu gemalt haben. Die Bezahlung bestand nicht selten aus einem Herrengedeck: Korn und Bier. Deshalb kannten alte Möllner den vor 50 Jahren verstorbenen Maler nicht nur persönlich, sondern haben auch Bilder von ihm. „Max Ahrens hat intensiv gemalt, weil er seinen Alkoholkonsum finanzieren musste.“ Gaedeke bringt mit einem Satz die gesamte Tragik der Ahrensschen Biographie auf den Punkt. Ein Jahr sei der Künstler im Ersten Weltkrieg an der Front, später als Frontmaler im Zweiten Weltkrieg aktiv gewesen. Doch der Kunstliebhaber verweist darauf, dass es sich um Gerüchte handelt. Genau wie das Gerücht, dass der Möllner Maler zwei Jahre in London gelebt habe. Im neuen Museum hängen auch diese „Londoner“ Werke, die durch viel frischere Farben glänzen. „Ich finde allerdings, die Ansichten sehen aus wie Postkartenmotive“, sagt Gaedeke. Er sammelt die Kunst von Ahrens, wie auch Skulpturen von Karlheinz Goedtke, seit vielen Jahren.

Auch der ehemalige Gasthof „Zum Michel“ am Markt gehört dem Chef einer Immobilienfirma seit fünf Jahren. Die Idee aus dieser Kombination ein Museum zu machen, keimt schon länger in seinem Kopf. Nun hat er still und heimlich das komplette Haus entkernt und neu gestaltet.

Der Gast betritt zunächst ein Gasthaus, das im Stil der 50er Jahre eingerichtet worden ist. Die Stühle und Tische sowie der geschwungene Tresen sind Antiquitäten aus dieser Zeit. An den Wänden hängen die von Ahrens gezeichneten Porträts, die viele Möllner zeigen. Unter anderem den Wirt des Gasthauses selbst: Georg Michel. Der Künstler hat sich mit Wandmalereien in der Kneipe verewigt. Im ersten Stock, dem Tanzsaal der Wirtschaft, ist der eigentliche Ausstellungsraum mit 53 Werken, Porträt und Lebenslauf des Künstlers. Möllner Landschaftsansichten, Straßenzüge in Öl, Stillleben und immer wieder gut beobachtete und intuitiv porträtierte Menschen. Ein Leckerbissen ist der großformatige Entwurf seines wohl bekanntesten Werkes: „Die endlose Straße“. Es zeigt Flüchtlinge mit schmerzverzerrten Gesichtern. „Das fertige Original hängt im Möllner Stadthaus. Doch die bunten Farben passen meiner Meinung nicht zum düsteren Thema“, so Gaedeke.

Er scheint an Ahrens das künstlerische und biographische Gesamtpaket zu schätzen, denn der Maler ist nur im Norden ein Begriff. Mäzen Gaedeke hat eine weitere Idee: Er hofft, dass ein Wirt oder Hobby-Gastronom das fast schon kultige Museum mit Leben füllt – „und wenn nur am Wochenende Bier ausgeschenkt würde.“

 Florian Grombein

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