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Lauenburg Mölln blickt gespannt auf neuen Stadtteil
Lokales Lauenburg Mölln blickt gespannt auf neuen Stadtteil
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16:54 04.03.2016
100 Bürger ließen sich von Stadtplaner Horst Kühl (BSK) über das Bauprojekt Robert-Koch-Park im Möllner Quellenhof informieren. Es geht um die Nutzung des Areals rund um die frühere Bundesverwaltungsschule.
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Mölln

Der normale Bürger hatte 100 Jahre keinen Zutritt zur von alten Bäumen gesäumten Allee, die zu dem historischen Gebäudeensemble, den Stadtvillen und dem Park im Herzen Möllns führen. Zwischen Robert-Koch-Straße und Hindenburgstraße sperrten die Nutzer einer Unteroffiziersschule, mehrerer Behörden, eines Lazaretts und zuletzt der Bundesverwaltungsschule Zivilisten aus. Jetzt wollen die Stadtverwaltung, die Lauenburgische Treuhand Gesellschaft (LTG) und das Planungsbüro BSK das viereinhalb Hektar große Gelände für alle Bürger öffnen. Der Bebauungsplan 110 sieht einen Mix aus Parkanlage, Wohnquartieren, Verwaltungsgebäuden und sozialen Einrichtungen vor. Die LTG hat das Gelände erworben. Am Donnerstag sind über 100 Gäste in den Möllner Quellenhof gekommen, um die Vision vom „Stadtteil mit Modellcharakter“ zu erfassen.

„Jahrzehntelang wurden die Bürger dort ausgesperrt. Das Areal war eingezäunt“, sagt Horst Kühl, Chefplaner der BSK und Fraktionsvorsitzender der CDU. Mit ihm saßen im großen Saal des Quellenhofes Landschaftsarchitektin Lena Lichtin und Bauamtsleiter Manfred Kuhmann vorn am Präsentationstisch. Beim Planungverfahren im Rahmen des Baugesetzes ist die Stadt dazu verpflichtet, Bürger ausreichend über das Projekt zu informieren. Vor allem diejenigen, die in unmittelbarer Nachbarschaft zum Baugebiet wohnen, hatten jeden Grund teilzunehmen. „Es ist kein einfaches Gelände. Das liegt an der Größe der Gebäude“, berichtete Kuhmann.

Büroräume, Wohnungen, eine Kindertagesstätte, eine Tagespflegeeinrichtung, ein Seniorenheim, eine Krippe, medizinische und therapeutische Dienstleistungen, kulturelle Angebote, Arbeitsplätze für Menschen mit und ohne Handicap sowie Einkaufsmöglichkeiten sollen mittelfristig rund um das Bauwerk von 1917 entstehen. Im Park am spätwilhelminischen Gebäude sollen auch Gelegenheiten zur Erholung, zur Entspannung und Begegnung geschaffen werden.

„Die Investoren stellen Wohnraum und Arbeitsplätze her und werden Möllns Attraktivität als lebenswerte Stadt erheblich steigern“, hofft Kühl. Ein großer Partner des Projektes ist das Lebenshilfewerk Mölln-Hagenow, dessen Geschäftsführer Hans-Joachim Graetsch den Ausführungen der Stadtplaner im Quellenhof ebenfalls gespannt lauschte. Die Zufahrtswege sollen wie gehabt über Lange Straße, Hindenburgstraße und Robert-Koch-Straße erhalten bleiben.

Darüber hinaus soll aber ein an den symmetrischen Achsen der Gebäude ausgerichtetes Wegesystem den Radfahrern und Fußgängern Zugang zu allen Bereichen des Geländes ermöglichen. Zu den denkmalgeschützten Bauten kommen diverse Neubauten. „Wir wollen damit aber niemanden aussperren“, erklärte Kühl. Im Sinne der Zuständigkeiten für die Straßenunterhaltung sei diese Widmung jedoch von großer Bedeutung. Den Ausführungen zur Bebauung, zum Lärmschutz und zum Naturschutz ging ein detaillierter Abriss über die Geschichte des Gebäudekomplexes voraus. Kühl zeigte diverse alte Fotos. Ein Exerzierplatz mit Soldaten oder etwa die barocke Pracht der früheren Parkanlage beeindruckten alte und junge Möllner, die im Saal an Cola und Weißbieren nippten. Auch schriftliche Eingaben von Bürgern sollen im Verfahren geprüft werden. Am Ende des Prozesses muss die Stadtvertretung dem Entwurf zustimmen.

Der Bebauungsplan liegt noch 14 Tage im Stadthaus öffentlich aus. Infos: www.lauenburgische-treuhand.de

Historische Stationen
1914 begannen die Bauarbeiten der Unteroffiziersschule in Mölln (Foto l.). Zu dieser Zeit war der Vorplatz noch kahl. Statt von der Robert- Koch-Straße , des Gudower Wegs und der Langen Straße war das Gebäude lediglich von Natur umgeben.
1938marschierten Schüler der SA Sportschule über das Gelände.
Es ist kein einfaches Gelände. Das liegt an der Größe der Gebäude.“Manfred Kuhmann, Möllner Bauamtsleiter

Florian Grombein

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