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Lauenburg Mölln diskutiert zweite Kanalquerung
Lokales Lauenburg Mölln diskutiert zweite Kanalquerung
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21:20 22.11.2016
Blick aus der Berliner Straße in Richtung Kanal: Das „Klimafreundliche Verkehrskonzept“ schlägt eine zweite Brücke als Verlängerung der Berliner Straße vor. Unklar ist, ob die Straße direkt zum Kanal verlängert werden könnte, oder ob es eine Verschwenkung nach links in den Grambeker Weg geben könnte, von dem aus es dann rechts zum Wasser geht. Quelle: GROMBEIN
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Mölln

Vor sechs Jahren stieß der Vorschlag, eine zweite Kanalquerung in Mölln zu bauen, auf reichlich Gegenwehr. Eine Bürgerinitiative machte 2010 mobil und 74,7 Prozent der Wähler stimmten in einem Bürgerentscheid dafür, die fortgeschrittenen Planungen einzustellen. Nun wird im Regionalbeirat und im Möllner Bauausschuss erneut darüber nachgedacht. Vor allem das Gutachten zum klimafreundlichen Verkehrskonzept legt eine Querung in Höhe der Berliner Straße oder Höhe Delvenauweg bei gleichzeitiger Verkehrsberuhigung der Möllner Hauptstraße nahe. Ziel ist eine Entzerrung des Verkehrs und die Belebung von Gewerbegebieten. Angesichts der schwachen Finanzkraft der Stadt gibt es Zweifel an einer Realisierung.

 

„Wir müssen jetzt in die Puschen kommen, wenn wir in Mölln einen Verkehrs- kollaps vermeiden wollen.Dieter Ruhland Bauausschussmitglied

„Die jetzige Kanalbrücke ist in Richtung Westen ein Nadelöhr. Wir wollen uns die Chance offen halten, es zu entlasten“, erläuterte Manfred Kuhmann, Leiter des Möllner Bauamtes, kürzlich die verkehrlichen Gründe. Im Regionalbeirat sei angeregt worden, das Thema Kanalquerung mit den umliegenden Gemeinden zusammen zu diskutieren. Im Ergebnis empfiehlt das Gremium der Stadt sowie betroffenen Amtsgemeinden wie Alt-Mölln, Breitenfelde oder Niendorf, sich mit dem Thema zu beschäftigen. „Es geht um Perspektiven einer gewerblichen Entwicklung“, erklärt der Bauamtsleiter. „Eine zweite Kanalquerung würde zu Handlungsspielräumen hinsichtlich einer Durchfahrtssperrung der Innenstadt führen“, heißt es im „Klimafreundlichen Verkehrskonzept Mölln“ der Firma „VIA“, das 2013 erstellt wurde. Eine Innenstadt-Sperrung wäre dann zu jeder Tageszeit möglich. Auch eine „geordnete städtebauliche Entwicklung“ des Gewerbeschwerpunktes Alt-Mölln/ Mölln wird im Gutachten prophezeit.

Drei Varianten für die bauliche Umsetzung werden im Gutachten vorgestellt. Ausgeschlossen wird die südliche Variante, orientiert an der Strecke der früher angedachten Südumgehung. Denn in einer Simulation hätten diese Strecke zu wenig Fahrer genutzt. Favorisiert werden laut VIA-Gutachten zwei Kanalquerungen weiter nördlich. Zum einen die Umgestaltung der Knotenpunktes Berliner Straße als Verlängerung der Berliner Straße/ Grambeker Weg hin zu einem vierarmigen Knotenpunkt. Zum anderen eine Querung in Höhe des Delvenauweges unter Ausbau des Knotenpunktes, der dort als Kreisverkehr funktioniere. Aus dem Gutachten geht jedoch auch hervor, dass „eine zweite Kanalquerung (...) nicht erforderlich“ ist, „wenn die Verkehrsführung in der Altstadt unverändert bleibt“.

„Die politischen Gremien sind frei, darüber nachzudenken“, sagte Bürgermeister Jan Wiegels bei der vergangenen Einwohnerversammlung. Ein Bürger hatte sich in Hinblick auf die schwierige Haushaltslage der Stadt Mölln skeptisch gegenüber den Plänen einer weiteren Kanalquerung geäußert. Das sei ein weiter Weg. „Das sehe ich genauso“, kommentierte Wiegels diesen Einwurf aus dem Publikum.

„Damals hätte es Fördergelder gegeben. Heute haben wir die Haushaltsmittel dafür nicht“, sagt Rosemarie Büttner, Fraktionschefin der FMW. Deshalb hält sie die Beratungen dazu für aussichtslos. Anders sieht das Dieter Ruhland von der FDP: „Wir sind für eine zweite Kanalquerung. Die Gewerbegebiete in Mölln, Alt-Mölln und letztlich auch in Breitenfelde könnten dadurch belebt werden.“ Es gelte, frühzeitig mit Planungen zu beginnen, auch wenn die finanzielle Lage der Stadt es im Augenblick kaum zulasse, so Ruhland. Der Verkehr an der jetzigen Kanalbrücke habe aus unerklärlichen Gründen enorm zugenommen. „Wir müssen jetzt in die Puschen kommen, wenn wir einen Verkehrskollaps vermeiden wollen.“

Es gehe nicht darum, die neue Brücke morgen zu realisieren, so Ruhland. Er glaubt, 2010 sei die zweite Brücke nur abgelehnt worden, weil die Bauvariante mit Eingriffen in unberührte Natur verbunden gewesen wäre.

Bürgerentscheid von 2010

Das Ergebnis des Bürgerentscheids zur Kanalquerung von 2010 war für die Kommunalpolitiker nur für zwei Jahre bindend. 2010 hatten 74,7 Prozent der Bürger gegen die neue Straße gestimmt. Am Bürgerentscheid beteiligten sich allerdings nur 49,2 Prozent der Wahlberechtigten.

Strittig war die sperrige Formulierung des Entscheides. „Sind Sie dafür, dass die Stadt Mölln – zur Entlastung der vorhandenen Kanalquerung, des Grambeker Weges, der Berliner Straße, des Wasserkrüger Weges, der Johann-Gutenberg-Straße und des Gudower Weges – die Planungen für die Verbindungsstraße Mölln-Süd, für die Eingriffe in die Natur erforderlich sind, fortsetzt?“, hieß es.

 Florian Grombein

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