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Lauenburg Mölln mit Filter: Instagramer kommen
Lokales Lauenburg Mölln mit Filter: Instagramer kommen
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20:49 09.06.2017
Die Kurverwaltung in Mölln lädt ein zum ersten "InstaWalk". Quelle: Florian Grombein
Mölln

Schöner Blick aufs #Meer, genialer #Snack und hier ein Bild von mir in den #Bergen. Besonders cool mit einem dieser stylischen Filter mit den klangvollen Namen „Earlybird“, „Perpetua“ oder „Brooklyn“. Instagram ist das Medium der Ästhetiker in den sozialen Netzwerken. Eigentlich wollte der Online- Dienst gar kein Werkzeug für soziale Medien sein. Es ging bei der Veröffentlichung 2010 im Appstore darum, Fotografen eine Plattform zu bieten, auf der sie ihre zahlreichen Schnappschüsse und ambitionierten Bilder auch veröffentlichen konnten. Die Lust an intuitiver Bearbeitung und eine Auswahl an leicht zu bedienenden Filtern machten Instagram schließlich massentauglich.

Mittels fotografischer Stadtführung auf Instagram sollen schöne Ansichten der Stadt in das weltweite Netz geschickt werden – Kurverwaltung ist damit landesweit ein Vorreiter.

„Wir wollen

in Mölln

Türen öffnen,

die sonst verschlossen bleiben.Jochen Buchholz

Kurverwaltungsleiter

Diesen Trend macht sich nun auch Mölln als eine der ersten Städte landesweit zu Nutze. Die Kurverwaltung organisiert – ganz auf dem neuesten Stand – den ersten Möllner „Instawalk“. Was das ist? Eine fotografische Stadtführung, auf der Fotografen aus nah und fern ihren ganz persönlichen Blick auf die schönsten Winkel der Eulenspiegelstadt zeigen sollen.

„Das spannende am ,Instawalk‘ ist, dass 25 unterschiedliche Menschen die gleichen Orte besuchen, dabei aber ganz unterschiedliche Fotos entstehen“, sagt Jochen Buchholz. Der Leiter der Kurverwaltung nutzt Instagram selbst und hat sich den Möllner „Instawalk“ ausgedacht. Vorbild sind andere Städte in Deutschland wie etwa Bremen, die mit solchen Aktionen für ihre Stadt werben. Auf Instagram können sie das weltweit tun.

Am 21. Juni lädt das Tourismus- und Stadtmarketing Mölln zur ersten dieser Aktionen in die Eulenspiegelstadt ein. „Instawalk“ ist eine Wortkombination aus Insta- gram und Spaziergang „Walk“. Es handelt sich um eine Art fotografischer Stadtführung durch Mölln, bei der die Teilnehmer mit ihren Smartphones oder Kameras Aufnahmen unter einem bestimmten Schlagwort mit dem vorangestellten Rautezeichen, dem Hashtag, bei dem sozialen Netzwerk Instagram veröffentlichen. Die geschossenen Fotos können bei Instagram künstlerisch bearbeitet werden. So ist mit der Zeit eine eigene Sprache entstanden. Als #Cloudporn werden etwa besonders schöne Bilder mit Wolken bezeichnet.

Beim ersten Möllner „Instawalk“ wird es um die Themen „Glanzlichter und versteckte Blickwinkel“ in der Eulenspiegelstadt gehen. Die Teilnehmer werden von zwei Guides begleitet. Die Veranstaltung ist nur für Teilnehmer offen, die selbst auf Instagram aktiv sind. Interessierte geben dabei Vor- und Nachnamen, den eigenen Instagram-Account sowie die Kontaktdaten an. „Aus allen Anmeldungen wählt das Tourismus- und Stadtmarketing Mölln 15 Teilnehmer direkt aus, die anderen zehn Plätze werden per Los vergeben“, sagt Buchholz. Spektakuläre Stadtansichten und atemberaubende Momente werden festgehalten und mit der Welt geteilt. „Für uns ist es ein Gewinn, wenn auf Instagram noch viel mehr Bilder von Mölln kursieren“, sagt der Kurdirektor.

Bei aller Begeisterung für den künstlerischen Wert der App, kann er nicht verhehlen, dass derartige Aktionen auch einen Marketing-Effekt haben. Doch Buchholz kann Instagramern als Gegenleistung auch etwas Exklusivität bieten. „Wir wollen in Mölln Türen öffnen, die sonst verschlossen bleiben.“ Ein Beispiel wäre etwa die Öffnung der Gittertür am Eulenspiegel-Gedenkstein am Fuße von St.-Nicolai.

Fotografen können dann auch mal ohne störende Gitter „abdrücken.“ Mehr exklusive Einblicke werden allerdings noch nicht verraten. Zum Abschluss der Tour wird es einen kleinen Imbiss geben und der Abend kann gemütlich ausklingen. Bewerber bekommen die Zusage in einer E-Mail.

„Wir haben sogar Anfragen aus Hamburg erhalten“, berichtet Buchholz. Ein weiterer positiver Effekt: Hat ein Teilnehmer der Tour besonders viele Follower, also Abonnenten seines Instagram-Kanals, wird diese Gefolgschaft sicher auch auf Mölln oder die Internetseite der Kurverwaltung aufmerksam. „Der Tourismus ist für Mölln ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Dies allein ist Grund genug, dass sich das Team des Tourismus- und Stadtmarketing Mölln fortwährend mit Möglichkeiten der touristischen Vermarktung der Eulenspiegelstadt auseinandersetzen“, sagt Buchholz.

Der erste „Instawalk“ wird am

21. Juni um 18.30 Uhr stattfinden.

Die Teilnahme ist kostenlos, aber

eine Anmeldung ist zwingend

notwendig. Diese erfolgt unter

www.moelln-tourismus.de/instawalk

Die Welt von Instagram

Gratis-Anwendung: Instagram ist eine App, die 2010 vor allem durch die Leidenschaft von Hobbyfotografen wuchs. Bekannt wurde die Anwendung, weil sie Vorreiter bei Fotofiltern im Smartphonebereich war und deren Handhabung einfach gestaltete. Heute hat Instagram etwa 500 Millionen Nutzer weltweit und ist 2012 von Facebook für die Summe von 760 Millionen Euro gekauft worden. Honoriert werden Klicks bei Instagram im Gegensatz zu Youtube, wo Nutzer geschätzt 1000 Euro pro Million Klicks bekommen, nicht.

Mölln im Netz

2117 Menschen folgen derzeit bei Facebook den Beiträgen aus der Eulenspiegelstadt, die bereits seit dem 15. Februar 2011 auf der Plattform unterwegs ist. Außerdem gibt es eine Mölln-App. 185 000 Aufrufe hat bisher die Internetseite der Stadt: www.moelln-tourismus.de

Im Mölln-Blog wird in einem lockeren Schreibstil über Erfahrungen und Erlebnisse in Mölln und Umgebung berichtet. Das Besondere ist, dass außer den Mitarbeitern der Kurverwaltung auch Gäste und Einheimische zu Wort kommen können.

 Florian Grombein

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