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Lauenburg Möllner Lehrer besorgt über Radschnellweg an Grundschule
Lokales Lauenburg Möllner Lehrer besorgt über Radschnellweg an Grundschule
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20:33 30.06.2017
Die im klimafreundlichen Verkehrskonzept vorgesehene Route des Fahrrad-Schnellweges quert den Papenkamp von der Schule Tanneck (rechts) in Richtung Schneideschere. Weil dort ständig Kinder die Straße überqueren, haben Lehrer und Eltern Angst, dass schnelle Radler mit Schülern kollidieren. Quelle: Foto: Grombein
Mölln

Schulschluss mittags an der Grundschule Tanneck: Horden von Kindern überqueren den Papenkamp. Autos verstopfen Parkplätze und Fahrbahnrand, weil Eltern auf die Schützlinge warten. Dieses Durcheinander soll nun noch einmal einschneidend beeinflusst werden. In der Schublade des Möllner Bauamtes liegt der Plan für einen Knotenpunkt des im Rahmen des klimafreundlichen Verkehrskonzeptes beschlossenen Fahrrad-Schnellweges vom Süden in den Norden der Stadt. Die drei Meter breite Route soll direkt an der Schule vorbeiführen, den Papenkamp queren und in die Schneideschere führen. Weil dort ständig Kinder die Fahrbahn überqueren, haben Lehrer und Eltern Angst, dass schnelle Radler mit Schülern kollidieren. Doch eine Umplanung bedeutet möglicherweise, ganz neue Förderanträge zu stellen.

„Ein gemeinsamer Weg von Fahrradfahrern und Schülern ist für uns gar nicht vorstellbar“, erklärte Stephanie Rick, Schulleiterin der Grundschule Tanneck. Es werde für Schüler gefährlicher. Sie brachte diverse Bedenken aus ihrer Gesprächsrunde mit Eltern, Lehren und Polizei zur geplanten Route in die Sitzung des Bauausschusses am Donnerstagabend mit. Kinder spielten Ball auf dem Schulhof. Die Route führe ohne Zwischenräume an der Schule vorbei. Häufig flögen Bälle über den Zaun. Es könne dann zu Unfällen mit Radfahrern kommen. Rick: „Das können wir nicht so schnell beaufsichtigen.“

Kritisch sei vor allem die Zeit von 8 bis 12 Uhr. Bis zu 200 Schüler bewegten sich dann auf einem Streckenabschnitt von 300 bis 400 Metern. Doch auch in den übrigen Zeiten sei durch Hort und andere Ganztagsangebote viel Betrieb. Vor allem der geplante Querverkehr sei eine Gefahr für Unfälle zwischen Kindern und Radlern. Bereits jetzt sei die Situation problematisch. Eltern seien wenig umsichtig, wenn sie ihre Kinder am Morgen brächten.

Alternativ denkt die Verwaltung auf Antrag der CDU-Fraktion seit der vorherigen Sitzung darüber nach, den Ausbau der Knotenpunkte vor der Grundschule Tanneck (Schneiderschere/Papenkamp) auf den Übergang vom Hein-Hollenbek-Weg zur Schneiderschere zu führen. Ob diese Route sicherer ist, ist noch nicht geklärt. Die beauftragte Baufirma wird nun zunächst den Knotenpunkt Insterburger Straße, Massower Straße und Wasserkrüger Weg in den Sommerferien umgestalten. Die Verwaltung soll Eltern und Lehrer bis zur nächsten Sitzung um Stellungnahme bitten, bevor weiter entschieden wird.

„Ich bin bekanntlich Gegner der Veloroute. Sie sperrt laut Wikipedia Fußgänger und Rollstuhlfahrer aus und gewährt Radfahrern grundsätzlich Vorfahrt“, kritisierte Horst Flöter (FMW) das Gesamtkonzept. Dem wiedersprach jedoch Bauamtsleiter Manfred Kuhmann. „In Deutschland ist Veloroute kein offizieller Begriff. Natürlich dürfen diese Fahrradstraße auch Rollstuhlfahrer oder Fußgänger nutzen.“

Regina Hälsig (Grüne) wies darauf hin, dass die Planer der Route erneut gehört werden müssten. Schließlich verfolgten die Experten konkrete Ziele. Auch müsse geklärt werden, ob bei einer Umplanung neue Fördergelder beantragt werden müssten. Kuhmann kündigte an, dass eventuell ein neues Planungsbüro zu Rate gezogen werde.

Florian Grombein

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