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Möllner Schützen werben mit Firmenschießen um Mitglieder

Mölln Möllner Schützen werben mit Firmenschießen um Mitglieder

Schützenfest beginnt am Freitag – Firmen dürfen früher auf den Schießstand.

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Leutnant Jürgen Dunkel vom Jägerkorps (r.) auf dem Schießstand: Der Leiter der Schießkommission freut sich auf viele teilnehmende Firmen.

Quelle: Fotos: Grombein

Mölln. Am nächsten Wochenende beginnt eine der größten und traditionsreichsten Partys, die Mölln zu bieten hat. Ab Freitag, 16. Juni, feiert die Möllner Schützengilde von 1387 wieder drei Tage das beliebte Schützenfest. Seit mehreren Jahren öffnet sich die Gilde immer weiter für die Öffentlichkeit. Deshalb sind bereits am kommenden Dienstag und Donnerstag, jeweils von 19 bis 21 Uhr, Teams aus Möllner Firmen auf den Schießstand eingeladen, um sich beim Firmenschießen zu messen. Auf der 50 Meter langen Bahn dürfen sie mit Kleinkalibermunition auf Scheiben zielen. Noch immer sind Bewerbungen möglich. Einer der Gründe für die Öffnung: Die Mitgliederzahl sinkt wie in vielen anderen Vereinen immer weiter.

LN-Bild

Schützenfest beginnt am Freitag – Firmen dürfen früher auf den Schießstand.

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„Wir werben seit mehreren Jahren verstärkt für das Firmenschießen. Die Resonanz ist sehr gut“, sagt Jürgen Dunkel, Gilde-Leutnant und Leiter der Schießkommission. Die grüne Uniform des Jägerkorps steht dem blonden Mann mit gepflegten Schnurrbart gut. Unter keinen Umständen würde der 55-Jährige sie an den Nagel hängen. „Ich bin bereits als kleiner Junge begeistert durch die Straße gelaufen, wenn die Schützen vorbeizogen. Damals war die Hauptstraße noch proppevoll“, berichtet er. Mittlerweile ist er seit 25 Jahren Mitglied in der Gilde und die Hauptstraße ist beim Festumzug nicht mehr ganz so voll.

Er möchte wie viele seiner Gildebrüder etwas von dieser Begeisterung an den Nachwuchs weitergeben. Mit 109 Teilnehmern beim Firmenschießen 2016 zieht er eine positive Bilanz. Doch die Ausrichtung eines Firmenpokals hat wie gesagt einen ernsten Hintergrund. „Seit dem Jahr 2000 hat sich die Mitgliederzahl von 300 auf 170 fast halbiert“, sagt Dunkel. Die Damen und Herren in den schwarzen und grünen Uniformen wollen ihr traditionsreiches Hobby potenziellen neuen Mitgliedern schmackhaft machen.

Die Jugendabteilung der Möllner Gilde besteht derzeit aus 15 Mitgliedern. Vor ein paar Jahren waren es noch zwischen 20 und 30 Mitgliedern. „Davon sind nicht nur wir Schützen betroffen. Diesen Trend spüren auch Sportvereine“, sagt Dunkel. Positives könne über weibliche Schützen berichtet werden. Die Abteilung wachse stetig. Acht Frauen sind mittlerweile dabei. Ein öffentliches Damenschießen findet am Sonnabend, 17. Juni, von 17 bis 18 Uhr statt. Dunkel: „Das Damenschießen wird gut angenommen. In diesem Rahmen sinkt die Hemmschwelle. Auch unerfahrene Schützinnen machen mit.“

Die Schützen seien eine starke Gemeinschaft. Mitglieder helfen einander. Von diesem positiven Gefühl möchte die Gilde jedes Jahr auch an Bedürftige etwas weiter geben. So wird im Gildehaus im Advent ein Essen für sozial-schwache Familien angeboten, bei dem die Mitglieder voller Elan anpacken.

Das Fest beginnt am Freitag mit der Eröffnung auf dem Möllner Marktplatz und einem Platzkonzert um 19.30 Uhr, gefolgt von Böllerschüssen und dem Festmarsch zur Feldbäckerei, wo auch die Nationalhymne erklingt. Danach folgen zwischen 22 und 24 Uhr der Kommers im Festzelt am Quellenhof und die Schlagerparty ab 22 Uhr im Schützenhof. Der Königsschuss erfolgt am Sonnabend zwischen 14.15 und 15.15 Uhr, um 19.15 Uhr ist die Königsproklamation auf dem Festplatz. Spannend ist die Frage, wer Uwe Diestel in seiner Rolle als Schützenkönig ablöst. Am Sonntag folgen mehrere Märsche. Unter anderem um 14.50 Uhr ab Mühlenplatz durch die Hauptstraße zum Festzelt mit Abordnungen der Gastvereine. Mit dabei ist auch Ex-Landesvater Peter Harry Carstensen.

„Wir freuen uns, dass sich immer wieder neue auch jüngere Mitglieder bei den Schützen engagieren und so den sozialen Einsatz und die Pflege der Traditionen unseres Schützenvereins am Leben halten“, erklärt Bürgemeister Jan Wiegels in seinem aktuellen Grußwort zum Schützenfest. Er hoffe, dass noch zahlreiche Schützenfeste in Mölln folgten, die für viele ein besonderes Erlebnis und ein fester Bestandteil des Jahresablaufes seien. „Die Möllner Schützengilde freut sich, auch in diesem Jahr wieder viele Gäste aus Nah und Fern zu unserem Schützenfest begrüßen zu können.“, sagt Schützenoberst Heiko Beuge.

Alle Termine zum Schützenfeste 2017 finden Sie über folgenden Kurzlink: www.bit.ly/2rIs4Nj

Eine Gilde zur Abwehr äußerer und innerer Gefahren

Die Gilde war in früheren Zeiten ein Zusammenschluss Möllner Bürger zur Abwehr von äußeren und inneren Gefahren. Die dafür erforderlichen Waffen, zunächst Armbrüste, später dann Flinten und Büchsen, hatten die Gildebrüder selbst zu stellen. Einmal im Jahr wurden von der Gilde Waffenzustand und Schießleistungen überprüft. Dabei musste ein hölzerner Vogel von der Stange herunter geschossen werden, das Goye- oder Vogelschießen. Mit Ausmarsch und Einholen des besten Schützen, Vergnügen und Tanz für die ganze Bevölkerung entwickelte sich daraus das Schützenfest.

Schwarze und grüne Uniformen werden getragen. Die Gilde stellte bei Besuchen der Landesherren und anderer Fürstlichkeiten das Ehrengeleit. Diese Schützen trugen schwarzen Anzug und hohen Hut.

Die Uniformierung setzte sich fort in der Gründung des Jägerkorps innerhalb der Gilde um 1861, deren Mitglieder dunkelgrünen Rock und Jägerhut mit Hahnenschweif trugen. Mit der Verkoppelung von 1854 verlor die Gilde ihre umfassenden Verpflichtungen für das Gemeinwohl und damit auch viele erworbenen Rechte. Die Tradition lebt fort in Bräuchen, Königsketten, Zinnkrügen und alte Fahnen.

Florian Grombein

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