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Lauenburg Möllner Unternehmen sichert Transporte überall auf der Welt
Lokales Lauenburg Möllner Unternehmen sichert Transporte überall auf der Welt
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00:32 25.01.2014

Wer beim Thema „Einbruch“ nur an Wohnhäuser oder Geschäfte denkt, vergisst einen wichtigen Bereich: Man kann auch Container plündern, die oft eine enorm wertvolle Fracht enthalten. Solchen Gaunern das Leben so schwer wie möglich zu machen, hat sich das Möllner Unternehmen Industrial Supply Service (ISS) auf die Fahnen geschrieben.

Chef der Firma ist Gunnar Druskat, 1963 in Lübeck geboren. Er ist gelernter Holztechniker und hat jahrzehntelang für internationale Firmen im Ausland gearbeitet, unter anderem in Indonesien und in Dubai. In Indonesien war Druskat sogar als Berater des Industrie- und Handelsministeriums tätig und engagierte sich in Entwicklungshilfeprojekten. Fragen des Transports, der Logistik und dabei wiederum vor allem Sicherheitsprobleme haben ihn schon immer interessiert — vor vier Jahren schließlich machte er aus der Beantwortung dieser Fragen einen Beruf.

„Containersicherheit ist ein Thema, das natürlich viele Unternehmen betrifft“, sagt Druskat. Es gebe Schätzungen, nach denen weltweit pro Jahr Schäden in Höhe von 60 Milliarden Euro entstehen, weil irgendwer irgendwo unterwegs unbefugt die stählernen Transportkästen öffnet und dann leert. Das größte Problem dabei ist, dass der normalerweise nur mit Sicherheitsplomben verschlossene Container irgendwann offen am Zielort ankommt und niemand mehr feststellen kann, wann und wo sich jemand daran zu schaffen gemacht hat.

„Dagegen hilft Trakalok“, sagt Druskat und zeigt auf einen mit Elektronik gut gefüllten Kasten, der kaum größer ist als ein dickes Buch. Dieses Container-Sicherungs- und Überwachungssystem ist vom britischen Unternehmen Loksys entwickelt worden. Für den Einsatz in Europa, Afrika und weiten Teilen Asiens ist ISS aus Mölln zuständig.

Trakalok wird entweder gekauft oder gemietet und arbeitet wie eine Mischung aus Navigationssystem und Handy. Es funkt in einstellbaren Abständen, wo sich der jeweilige Container gerade befindet und ob in und an ihm alles in Ordnung ist. „Wir schließen die entscheidende Sicherheitslücke, denn das System protokolliert alle Bewegungen, Standorte und Öffnungen des gesicherten Containers“, erläutert der ISS-Chef.

Alle Daten werden auch archiviert und sind noch nach Ende des Transports abrufbar. Das ist vor allem bei Versicherungsfällen ganz wichtig. Je nach Programmierung des Systems informiert Trakalok auch beim Abweichen von vorgeschriebenen Routen oder beim Befahren von zuvor definierbaren Gefahrenzonen.

Parallel zur GPS-Ortung per Satellit überwacht und protokolliert der Bewegungssensor den Zustand der gesicherten Fracht. Wenn es dann einen Ein- oder besser gesagt einen Aufbruch geben sollte, wird Alarm geschlagen. Druskat: „Die Benachrichtigung erfolgt in Echtzeit, individuell wählbar, per E-Mail, SMS oder auch Sprachbenachrichtigung.“ Die Daten gehen sofort an die jeweilige Transportfirma, die dann die weiteren Schritte mit den jeweils zuständigen Sicherheitsbehörden abstimmen kann. In manchen unsicheren Weltgegenden sind sogar bewaffnete Wachmänner bei Transporten im Einsatz, doch auch die müssen natürlich erst einmal alarmiert werden.

Wenn er in seinem Büro an der Möllner Hauptstraße sitzt, kann Gunnar Druskat per Computer ganz einfach jeden Computer anwählen, für den sein Unternehmen die Verantwortung übernommen hat — und schon sieht er, wo sich der Kasten mit dem meist sehr wertvollen Inhalt gerade befindet. Dabei werden Container keineswegs nur per Schiff durch die Welt gefahren. Bei ISS hat man sich unter anderem auf die Sicherheit von Transporten spezialisiert, die von China aus über die Transsibirische Eisenbahn nach Europa kommen. Aber auch Material, das die UN-Friedenstruppen im Kongo benötigen und das von Häfen in Tansania aus quer durch Afrika gebracht werden muss, steht unter Überwachung aus Mölln.

Bleibt die Frage, ob das Trakalok-System konkurrenzlos ist. „Nein, wir haben einige Mitbewerber“, sagt Druskat lächelnd, fügt aber gleich den Satz „Unser System ist das am einfachsten zu bedienende“

hinzu. Deshalb, da ist er sich sicher, werde es sich immer mehr durchsetzen.

Norbert Dreessen

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