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Möllner schreibt über Leben des jüngsten DDR-Kapitäns

Mölln Möllner schreibt über Leben des jüngsten DDR-Kapitäns

Er war der jüngste Kapitän der DDR und sah trotz Eisernen Vorhanges die Welt. Der Protagonist der neuen Biographie des Möllners Detlef Romey lebt heute nicht mehr in Warnemünde, sondern in der Eulenspiegelstadt. Das Leben von Hans-Joachim Schwertfeger liefert spannenden Lesestoff.

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Die Kapitänsmütze hat sich wie selbstverständlich Komiker Detlev Romey (r.) aufgesetzt. Sie gehört der Hauptfigur seines Buches, Hans-Joachim Schwertfeger.

Mölln. „Ich war der jüngste Kapitän der Deutschen Seereederei Rostock“, erklärt der 83-Jährige. Er sitzt mit seiner Frau Christiane Tramm und dem Autor an einer Kaffeetafel in Mölln. Die Geschichte, die im Buch erzählt wird, ist vor allem deshalb reizvoll, weil sie davon handelt, wie ein Junge aus ärmsten Verhältnissen den Krieg überlebt und schließlich die Chance bekommt, etwas aus seinem Leben zu machen. Im Buch blickt Romey auf ein prall gefülltes Leben. „Es ist auch ein Stück Zeit- und Seegeschichte, die Geschichte der DSR, der Deutschen Seereederei Rostock und der Wende“, so Romey. Es sei aber auch die Geschichte eines Jungen, der gern Bauer geworden wäre, aber aus der Not heraus Fischer wurde, dann Kapitän, dann Lotse.

LN-Bild

Er war der jüngste Kapitän der DDR und sah trotz Eisernen Vorhanges die Welt. Der Protagonist der neuen Biographie des Möllners Detlef Romey lebt heute nicht mehr in Warnemünde, sondern in der Eulenspiegelstadt. Das Leben von Hans-Joachim Schwertfeger liefert spannenden Lesestoff.

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Präsentation morgen im Stadthauptmannshof

Das Buch wird am morgigen Sonnabend, 3. Februar, um 19.30 Uhr öffentlich im Möllner Stadthauptmannshof präsentiert. In diesem Rahmen wird auch die Defa-Dokumentation über Schwertfeger gezeigt.

Der Kapitän im Ruhestand ist auch anwesend. Der Lübecker Sänger für Seemannslieder, Gerrit Moldenhauer, sorgt für den richtigen musikalischen Rahmen. Der Eintritt ist frei.

Die Leute, die in der DDR zur Seefahrt wollten, mussten eigentlich gute Parteimitglieder sein. 1959 war Schwertfeger jedoch noch kein Genosse, so Romey. Die Mauer stand noch gar nicht. Seefahrt im Ausland: Darin steckte in der DDR ohne Frage politischer Zündstoff. „Bei dir sind ja schon wieder welche ausgestiegen“ – nicht selten hörte Schwertfeger diesen Satz. Beim Landgang in Schweden zum Beispiel klingelten nachts plötzlich zwei schwedische Polizisten beim Kapitän und erklärten, dass zwei seiner Matrosen um Asyl gebeten hätten. „Doch da konnte man nichts bei machen“, sagt er. Nach dem Bau der Mauer seien immer wieder Menschen nicht vom Landgang zurückkommen. Selbst darüber nachgedacht, einfach abzuhauen, hat Schwertfeger eigentlich nie. „Ein Kapitän verlässt sein Schiff nicht.

Hätte ich das getan, hätte ich bei keiner Reederei dieser Welt jemals wieder einen Job bekommen.“

Der Möllner, der seinen Heimathafen damals noch in Warnemünde bei Rostock hatte, fuhr überwiegend durch Nord- und Ostsee und im Mittelmeer. Bis nach Ägypten führte ihn die Seefahrt.

Romeys Schaffensdrang ist erstaunlich, wenn man bedenkt, dass er hauptberuflich in der Altenpflege, nebenbei als Entertainer und für die Kurverwaltung tätig ist. In den vergangenen drei Jahren hat er trotzdem jedes Jahr ein Buch geschrieben. Zuletzt die Biographie über Schlagersänger Tom Richter und davor über Schauspieler Oskar Sima. Und auch am neuesten Werk saß Romey ein ganzes Jahr. „Ich habe jeden Tag recherchiert und geschrieben. Außerdem habe ich Achim jede Woche interviewt“, so Romey.

Die beiden sind Nachbarn in der Möllner Altstadt. Über die Ehefrau Schwertfegers, Christiane Tramm, lernte man sich kennen. Romey war 1995 selbst Besatzungsmitglied des Einmasters „Munin“ und segelte als Schiffskoch von Spitzbergen nach Norwegen, 1000 offene Seemeilen. „Dadurch fand ich schnell Zugang zu Achim Schwertfegers Seemannsleben“, erklärt Romey. Auch für die dritte Biografie Romeys entwarf der bekannte österreichische Comiczeichner und Maler Reinhard Trinkler das Cover.

Das Buch „Fischer, Käpt’n, Lotse – Ein Warnemünder Seemannsleben“ ist am 23. Januar im Verlag „epubli“

erschienen, hat 208 Seiten, trägt die ISBN 978-37450-8647-8 und kostet 9,99 Euro.

 Florian Grombein

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