Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Möllner überrascht mit Buch über Österreicher Oskar Sima
Lokales Lauenburg Möllner überrascht mit Buch über Österreicher Oskar Sima
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:18 23.06.2016
Mölln

„Ich habe 400 Biographien zu Hause. Aber es gab bislang keine über Sima“, sagt Detlev Romey. Das dicke Buch auf dem Tisch überrascht mit einer Darstellung des 1896 in Hohenau geborenen und 1969 auch dort gestorbenen Oskar Sima in Comic-Optik. Romey konnte den österreichischen Illustrator Reinhard Trinkler für die Darstellung des Mimen, der in den 1920er bis 60er Jahren im Theater und auf der Leinwand zu sehen war, gewinnen. Ansonsten habe in Österreich durchaus Verwunderung darüber geherrscht, warum gerade ein Norddeutscher die Biographie über einen Österreicher schreibt.

Detlev Romey hat erste Biographie über Film-Legende des Nachbarlandes geschrieben – Das Buch mit 540 Seiten darf er nun im Geburtsort des Künstlers vorstellen.

Die Biographie

Das Buch Oskar Sima – König der Nebenrollen“ ist bei „epubli“ erschienen. Es ist als Hardcover für 34,95 Euro und als Taschenbuch für 15,99 Euro erschienen: ISBN 978-3-7418-1523-2 im Buchhandel.

Für Romey nichts Besonderes. Schließlich ist er bekennender Fan des Mimen. Im Juli nun präsentiert er in Österreich mit viel Prominenz sein Werk. Im Museum Hohenau in Österreich. Dort möchte er Oskar Sima auch gekonnt parodieren und ihn selbst sprechen lassen.

„Ich parodiere ihn auch seit Jahren in meinen eigenen Programmen“, berichtet der Schauspieler, Schriftsteller und Parodist aus Mölln. Kooperationen für die Recherche zur Biographie habe es mit dem Museum in Hohenau gegeben. Es galt, Oskar Sima neu zu bewerten, denn er ist eine weitaus differenziertere Filmfigur gewesen als bisher angenommen, so der Autor. Der Österreicher habe die Monarchie, den Ersten Weltkrieg, die „Goldenen Zwanziger“, das Dritte Reich, die Nachkriegszeit und die 1950er und 60er Jahre miterlebt. Seine Filme seien Zeitzeugnisse.

Sieben Jahre hat Romey an seinem Buch gearbeitet. „Zwischendurch fehlte mir der Ansatz. Ich habe sehr viel Material gesammelt“, berichtet er. Das habe er nun auch dem Museum in Hohenau zur Verfügung gestellt.

Oskar Sima stehe für die große gemeinsame Filmepoche des deutschen und österreichischen Kinos. Natürlich lässt Detlef Romey die Schattenseiten des talentierten Komikers nicht aus, denn seine Rolle in der NS-Zeit „führt hier und da zu Kopfschütteln“.

Sima arbeitete mit allen Größen des Theaters und des Filmes zusammen, etwa mit Hans Moser oder Heinz Erhardt. Er drehte mehr als 250 Kinofilme, angefangen mit dem Stummfilm, und stand auf den meisten großen Bühnen in Wien, Prag und Berlin.

• Mehr Informationen im Internet auf www.detlef-romey.de

 Florian Grombein

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!