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Lauenburg Möllns Handicap-Rapper haben morgen ihren großen Auftritt
Lokales Lauenburg Möllns Handicap-Rapper haben morgen ihren großen Auftritt
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22:21 26.06.2013
Profi-Rapper „Spax“ (Rafael Szulc-Vollmann, 40, links), Jungrapper „Cazzar“ (Sergej Schutikov, 18) und „Akaba“ (Moris Adam, 25) mit den Rap-Workshop Teilnehmern Marcel Gyski (34), Dannie Will (24), Julia Nickel (30) und Karin Wagner (43). Quelle: Foto: Alessandra Röder
Mölln

Bequeme Stoffhose, hellblaues bedrucktes T-Shirt und schlichte Sneakers — die Kleidung von Rafael Szulc-Vollmann alias „Spax“ bestätigt in keinster Weise das Klischee des tätowierten Rappers mit Cap und Goldkette. Der 40-jährige Profi-Rapper mit Vollbart studiert im Rahmen eines vom Lebenshilfewerk Herzogtum Lauenburg veranstalteten Workshops mit zwölf Teilnehmern mit Behinderung einen Rap-Song ein. Unterstützung bekommt er dabei von den Nachwuchsrappern Sergej Schutikov (18) alias „Cazzar“, der immerhin ein Cap trägt, und Moris „Akaba“ Adam (25), die „Spax“ durch einen Workshop im Möllner Jugendzentrum kennen. Mit dem fertigen Song treten die Teilnehmer des Workshops gemeinsam mit „Spax“ am Freitag bei dem Talentwettbewerb „Krach und Musik“ auf der Kieler Woche an.

„Mensch Gunnar, jetzt hör auf mit dem Pädagogen-Gewäsch. Wir wollen das Ding gewinnen“, weist „Spax“ den Betreuer zurecht. Die Gruppe stimmt gleich johlend in diese Kampfansage ein. Zunächst wird der Text gelesen und die Bedeutung geklärt. Der Song „Optimist“ passt zu den schwierigen Situationen, die die Menschen von den Lebenshilfewerken manchmal durchmachen müssen. Es geht darum, sich nicht von der Meinung Anderer unterkriegen zu lassen und selbstsicher seinen eigenen Weg zu gehen. „Spax“ macht den Teilnehmern vor, wie die Worte richtig betont werden. Julia Nickel (30) ist begeistert dabei:

„Rappen ist doch im Vierviertel-Takt, richtig? Das habe ich extra recherchiert.“ Ihr gefällt die neue Erfahrung, Sprechgesang zu lernen. Und außerdem die gute Atmosphäre beim Workshop.

Rafael Szulc-Vollmann arbeitet schon seit 25 Jahren als Rapmusiker und -lehrer. Er war einer der Ersten, die im Zuge der in Deutschland Mitte der 80er Jahre neu entdeckten Hip-Hop Szene, begannen Rapmusik zu schreiben und zu vertonen. Unter Vertrag bei der Plattenfirma Universal nahm er drei Soloalben auf und spielte mit Hip-Hop Größen wie der Hamburger Band „Fettes Brot“, die er sogar zu ihren berühmten Namen inspirierte.

„Spax“ gibt privaten Rapunterricht und veranstaltet Workshops in Schulen und Jugendzentren. Mit den Lebenhilfewerken arbeitet er schon das zweite Mal zusammen. Hinter dieser Arbeit stecke viel Energie. „Ich muss auf die Besonderheiten eingehen, aber die Freude und Dankbarkeit der Menschen sind eine große Belohnung“, erklärt „Spax“. Von frauenfeindlichen und vulgären Texten distanziert sich der Rapper. „Mir gefällt am Rappen die Form von Ausdruck, auf welche Art Sprache verwendet wird und mich in einen Song hineinzuversetzen.“

Der Auftritt ist am Freitag, 28. Juni, zwischen 14 und 18 Uhr auf der jungen Bühne im Ratsdienergarten in Kiel.

Rap kommt aus der afroamerikanischen Kultur
Rap ist Sprechgesang und Bestandteil der kulturellen Bewegung des Hip Hops. Der Rap kommt aus der afroamerikanischen Kultur und breitete sich zunächst in afroamerikanischen Großstadtghettos Ende der 60er Jahre aus. In den 90er Jahren wurde in Rapsongs das Leben der schwarzen Bevölkerung in den amerikanischen Ghettos verarbeitet.


Die Texte handelten von Kriminalität und Drogen, es wurden Schimpfwörter verwendet. Da sich der aggressiv und gewaltorientierte Stil besser verkaufte, als anspruchsvolle Raptexte, förderte die Medienbranche den sogenannten „Gangsta-Rap“. Durch unterschiedliche Entwicklungen in der Rapmusik entstand in Amerika eine große Rivalität zwischen den Labeln der Westcoast und der Eastcoast. In Deutschland etablierte sich Rap Mitte der 90er Jahre. Bekannte Rapkünstler sind 50 Cent, Eminem und die deutsche Gruppe K.I.Z.

Alessandra Röder

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