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Lauenburg Möllns Kurmittelhaus droht Abwicklung zum Jahresende
Lokales Lauenburg Möllns Kurmittelhaus droht Abwicklung zum Jahresende
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21:22 05.07.2013
Von Martin Stein
Auf Distanz gegangen waren die Offiziellen (hinten rechts) zu den anderen Besuchern der Möllner Einwohnerversammlung. Quelle: Fotos: Martin Stein
Mölln

So deutlich haben die Zeichen auf Schließung und vermutlich sogar auf Abriss noch nie gestanden: Bei der Einwohnerversammlung in Mölln hat die Mehrheit der verantwortlichen Kommunalpolitiker deutlich gemacht, dass das jährliche Defizit von etwa 600 000 Euro für das Kurmittelhaus nicht mehr zu verantworten sei und die Einrichtung deshalb zum Jahresende abwickelt werden müsse. Die sich als Kurmittelfreunde formierenden Gegner einer Schließung bekräftigten ihre Absicht, den Betrieb des Kurmittelhauses mit einem Bürgerbegehren und einem Bürgerentscheid zu sichern.

260 Einwohner und damit überraschend viele stimmberechtigte Bürgerinnen und Bürger besuchten am Donnerstagabend die etwa zweieinhalbstündige Versammlung in der Stadtwerke-Arena. Abstimmungen gab es nicht. Im Mittelpunkt standen ein Bericht von Heinz Grothkopp, dem Geschäftsführer der Stadtwerke, die Stellungnahmen der Fraktionen von CDU, SPD, Grünen, FMW und FDP sowie von den Betreibern des Bürgerbegehrens. Grothkopp bezifferte die jährlichen Verluste aus dem Betrieb des Kurmittelhauses auf Beträge von 521 000 bis 684 000 Euro in den zurück liegenden fünf Jahren. Die erforderliche Sanierung des maroden Gebäudekomplexes würde nach seinen Worten etwa 5,8 Millionen Euro kosten und das Minus damit auf rund 850 000 Euro im Jahr nach oben schießen.

Christian Klein von den Kurmittelfreunden warb für die Beteiligung am geplanten Bürgerbegehren, das in einen Bürgerentscheid zum Erhalt des Kurmittelhauses münden soll. Horst Kühl (CDU) sprach sich dafür aus, das Gesprächsangebot der Möllner Sportvereinigung (MSV) anzunehmen, um eine Schließung doch noch abzuwenden. Dagegen argumentierten Uwe Schlegel (SPD), Rosemarie Büttner (FMW) und Dieter Ruhland (FDP), dass das Kurmittelhaus wegen der städtischen Finanzlage nicht länger tragbar sei: „Wir können so nicht weitermachen“, sagte Ruhland. Thomas Buhmann (Grüne) bezeichnete die MSV-Idee zur stärkeren Nutzung des Kurmittelhauses im Gesundheitssport als „sehr interessant“. Die Befürworter der Abwicklung begründeten ihre Haltung auch mit dem Argument, dass sich in Mölln Ersatzangebote für die Leistungen des Kurmittelhauses finden ließen.

Genau das bezweifelten einige der Teilnehmer bei ihren Wortmeldungen. So sagte Jörg Henke aus der MSV-Schwimmsparte, dass das Bad im Möllner Augustinum keine entsprechenden freien Kapazitäten habe.

In der Aussprache zeigte sich die Sorge vor allem älterer Menschen, von einem leicht erreichbaren und manchmal seit Jahrzehnten genutzten Angebot zur altersgemäßen und gesundheitsfördernden Betätigung abgeschnitten zu werden. Die MSV-Vorsitzende Anja Reimann bedauerte die bisherige Ablehnung des Gesprächsangebotes der Sportvereinigung: „Lassen Sie uns zu Wort kommen“, appellierte sie an die Politiker. Fazit von Bürgervorsteherin Lieselotte Nagel: „Wir nehmen viele Anregungen mit“, sagte die Verhandlungsleiterin am Ende der Versammlung. Die Kurmittelfreunde wollen weiter Unterschriften für ein Bürgerbegehren sammeln.

Martin Stein

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