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Lauenburg Möllns Platz für Flüchtlingscontainer
Lokales Lauenburg Möllns Platz für Flüchtlingscontainer
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21:10 31.07.2015
Hier plant Mölln Container für 42 Flüchtlinge. Auf dem alten Baubetriebshof befindet sich noch eine Schlosserei. Das BBZ-Ausbildungsschiff „Geeste“ liegt am Ufer. Quelle: LN
Mölln

Der Flüchtlingsstrom erreicht jede Woche auch Mölln und führt die Stadt an die Grenzen der Unterbringungskapazität. Deshalb sollen nun auch Wohncontainer für 42 Flüchtlinge auf dem Gelände des ehemaligen Baubetriebshofes hinter der Alt-Möllner Straße errichtet werden. Der Bauausschuss hat darüber bereits abgestimmt. Bei einer Informationsveranstaltung zum Thema Flüchtlinge hat Bürgermeister Jan Wiegels das am Donnerstag der Öffentlichkeit mitgeteilt. Etwa 60 Möllner haben die Versammlung auf dem Schulberg verfolgt.

„Wir kratzen aktuell die letzten Liegenschaften zusammen. Doch diese Reserven gehen dem Ende entgegen“, erklärte Wiegels. In Mölln seien derzeit 165 Flüchtlinge untergebracht, mit 80 bis 120 weiteren würde bis Jahresende gerechnet. Für Container oder eigene Baumaßnahmen eigneten sich in Mölln drei Grundstücke: Besagtes Gelände des alten Baubetriebshofes, der alte Grandplatz am Waldsportplatz und eine Freifläche vor dem Obdachlosenheim am Paul-Schurek-Weg. Der zweistöckige Containerbau soll nahe des Ufers aufgestellt werden, ungefähr dort, wo das Ausbildungsschiff „Geeste“ liegt. Bis zu 500 000 Euro dürften die zwei übereinander gesetzten Container mit Inneneinrichtung nach Schätzungen des Bauamtsleiters Manfred Kuhmann kosten, sofern die Stadt die Container nicht anmietet sondern kauft. Da deren Lieferung etwa acht bis zehn Wochen dauert, dürften die Container nicht vor Oktober bezugsfertig sein. Auf dem ehemaligen Baubetriebshof sollen die Container maximal 42 Flüchtlingen Platz bieten. Neben den Zweibettzimmern soll es darin zwei Küchen und zwei Aufenthalträume geben. Die 21 Wohnräume sollen elektrisch beheizt werden. Mitte August soll der Finanzausschuss das Bauprojekt endgültig auf den Weg bringen. Kuhmann erklärte, dass das Gelände nicht von außen sichtbar sei und vor allem nicht öffentlich zugänglich. „Die Container passen nicht unbedingt mitten in die Stadt oder sind dort vielleicht auch nicht gewünscht“, sagte Kuhmann.

Die Stadt stellte am Donnerstag außerdem ihre neu engagierte Flüchtlingskoordinatorin für Mölln und Breitenfelde, Charlotte Wienecke, vor. Die junge Frau bildet die Schnittstelle zwischen der Verwaltung und den ehrenamtlichen Helfern der „Willkommenskultur“ um Dénes Kelemen und Pastor Matthias Lage und betreut die Flüchtlinge auch. Fünf kommen pro Woche im Schnitt an. Eine Entspannung der Lage bringen die geplanten Container laut Wiegels deshalb nicht mit sich. „Was die Flüchtlingsunterkünfte betrifft, leben wir von der Hand in den Mund. Wir müssen auch über Notunterkünfte nachdenken“, erklärte er. Zelte und Turnhallen in der Stadt würden in die Überlegungen der städtischen Task-Force „Flüchtlinge“ bei den wöchentlichen Treffen einbezogen. Auch das Gemeinschaftshaus Seestraße, der Ratskeller oder der Uhlenkolk kämen in Frage. Mit Hoteliers sei man ebenfalls im Gespräch.

„Mir fehlt die Fantasie dafür, wie es weitergehen soll. Wir können bei der Art der Unterbringung nicht mehr wählerisch sein“, sagte er weiter. Er berichtete, dass ein großer Teil der Flüchtlinge in Mölln aus den als sicher eingestuften Balkanstaaten kämen. Dabei handele es sich bestimmt um harte Einzelschicksale. Doch deren Anerkennungsquote hinsichtlich des Asyls liege bei 0,1 bis 0,3 Prozent.

Wiegels liegt mit seiner Einstellung auf Linie der neun CDU-Kreispräsidenten, die in ihrer „Kieler Erklärung“ eine unverzügliche Abschiebung abgelehnter Asylbewerber fordern. Der Möllner Bürgermeister regte an, das Verfahren um Asylanträge zu beschleunigen und zu verkürzen und abgelehnte Asylbewerber in die Heimat zurück zu schicken. Die Unterkunft in der Möllner Waldstadt für 40 Flüchtlinge werde erst 2016 fertig sein.

In Geesthacht wurden unterdessen bereits größere Sammelunterkünfte für Asylsuchende realisiert. Ein Containerdorf in der Nähe der Friedhofsverwaltung für 20 Menschen und eines für 40 Personen an der Mercatorstraße sind bereits bezogen. „Wahrscheinlich müssen wir die Kapazitäten noch erhöhen. Dabei wird es immer schwieriger, die Container zu bekommen“, berichtet Torben Heuer, Sprecher der Stadtverwaltung in Geesthacht.

Florian Grombein

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