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Moin, wir sind die Neuen!

Mölln Moin, wir sind die Neuen!

Das Ausbildungsjahr hat begonnen, die neuen Auszubildenden bei Stadt und Kreis sind ins Berufsleben gestartet.

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Gestatten: Wir sind die Neuen in Mölln! Von links: Sarah Schulz, 19, Leve Hinrichsen, 20/Forstwirt, Armin Bruhns, 19/Fachinformatiker, Clara Becker, 18 (beide Verwaltungsfachangestellte).

Quelle: Fotos: Dorothea Baumm

Mölln/Ratzeburg. Schule adé, scheiden tut man gar nicht weh. Michelle Mahlke strahlt übers ganze Gesicht. Die frischgebackene Abiturientin ist mit Volldampf direkt von der Schulbank ins Berufsleben gestartet, und wer sie sieht, kann Alexander von Humboldt nur zustimmen. Der hat nämlich gesagt: „Nie ist das menschliche Gemüt heiterer gestimmt, als wenn es seine richtige Arbeit gefunden hat.“ Michelle jedenfalls ist überzeugt, dass sie hier richtig ist. Hier: Das ist die Kreisverwaltung mit Sitz an der Barlachstraße in Ratzeburg, und hier wurden zum 1. August neun Nachwuchskräfte eingestellt.

„Ich wollte auf keinen Fall einen Bürojob.“ Leve Hinrichsen,

Forstwirt-Azubi

Strahlende Gesichter also bei der Kreisverwaltung. Und strahlende Gesichter auch bei der Stadt Mölln. Dort haben vier Azubis. Clara Becker, 18, und Sarah Schulz, 19, lernen beide Verwaltungsfachangestellte. Leve Hinrichsen hat direkt nach dem Abitur erstmal genug vom sturen Büffeln. Ihn zieht es an die frische Luft, er lernt Forstwirt. Armin Bruhns vervollständigt das Quartett, der 19-Jährige wird zum Fachinformatiker ausgebildet – Premiere bei der Stadt.

Sarah Schulz freut sich auf die Vielfältigkeit der Ausbildung: „Wir durchlaufen hier alle Stationen und haben hinterher gute Chancen zu wechseln.“ Clara Becker stimmt ihr zu: „Wir werden viel im Büro arbeiten, es gibt aber auch viele Außeneinsätze, das macht den Beruf spannend.“ Clara, die eigentlich Richtung Bibliothek gehen wollte, ist nun sehr glücklich mit der Entscheidung für die Ausbildung bei der Stadt, und auch Mitazubi Sarah ist überzeugt von ihrer Wahl: „Ich habe schon in der Schule gern organisatorische Aufgaben erledigt.“

Auch Leve Hinrichsen zeigt sich begeistert: „Ich bin gern in der Natur und wollte auf keinen Fall einen Bürojob. Als ich dann Leute getroffen habe, die Forstwirt lernen, war mir klar, dass ich das auch möchte.“ Das Abi will der 20-Jährige aber nicht vergeblich gemacht haben: „Irgendwann möchte ich noch studieren und später Förster werden.“

Armin erzählt, dass er sich schon immer für Computer interessiert hat. „Das wollte ich in mein Berufsfeld integrieren“, sagt er. Nun ist er der erste, den die Stadt in der eigenen IT-Abteilung ausbildet. Und schon am zweiten Tag ist er sicher: „Das, was ich hier lerne, ist vielfältiger als die Anwendungsentwicklung.“ Und noch einen Aspekt findet er bei seinem Lehrherren attraktiv: „Die Stadt bietet außerdem Gleitzeit – das finde ich toll.“

Die Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten hat Pelin Sabine Kaptan bereits abgeschlossen: im Amt Hohe Elbgeest. „Das hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Jetzt wollte ich aber noch weiter und habe mich beim Kreis beworben. Das ist für mich perfekt: in der Verwaltung arbeiten und studieren“, sagt sie mit Blick auf ihre Ausbildung. Der Titel ist sperrig: Pelin, Michelle und Stefan Schwab wurden zu Kreisinspektorenanwärtern ernannt. Damit sind sie Beamte auf Widerruf; dieser vorläufige Beamtenstatus endet automatisch am 31. Juli 2017.

Wie es nach diesem dualen Studium weitergehen soll, weiß Pelin noch nicht. Zurück zum Amt Hohe Elbgeest? „Ich würde es nicht ablehnen. Aber vielleicht ist es hier genauso gut?“ Oh oh, Fettnapf- Alarm. „Sagen Sie jetzt nichts falsches“, warnt Karsten Steffen, stellvertretender Pressesprecher des Kreises. Zum Glück trägt er dabei ein breites Grinsen zur Schau, und Pelin kriegt knapp die Kurve: „Vielleicht ist es hier aber auch viel Schöner, wer weiß. . .“

Auch Michelle Mahlke ist sicher, hier auf dem richtigen Posten gelandet zu sein. Nicht nur wegen der Verbeamtung auf Widerruf schon mit 19 – aber hallo! Wer kann das von sich sagen? Nein, sie hat auch schon in andere Bereiche hineingeschnuppert, hat zum Beispiel ein Praktikum beim Finanzamt des Kreises Stormarn absolviert. Das war aber nicht das Richtige, nur Steuern und Geld – nein:

„Verwaltung ist vielseitiger, wir arbeiten mit Menschen und mit Gesetzen und wir sind örtlich nicht gebunden – das finde ich einfach rundum perfekt.“

Der Kontakt zum Menschen ist es auch, der Laura Tillmann so gut gefällt. „Ich habe hier schon in der neunten Klasse ein Praktikum absolviert, damals war ich in der Kreismusikschule und in der Kinderbetreuung. Das hat sehr viel Spaß gemacht, die Leute waren alle sehr nett.“ Da war nach dem Abi schnell klar: Laura möchte Verwaltungsfachangestellte werden.

Kreismusikschule und Kinderbetreuung? Wer weiß, ob Lauras männliche Mitauszubildende sich das so vorgestellt haben? Daniel Storm sieht das ganz entspannt. Der 32-Jährige ist gerade in seine zweite Ausbildung gestartet. Momentan ist er dem Fachdienst Gebäudemanagement zugeteilt: „Ich habe heute meinen zweiten Praxiseinsatz. Da ich vorher in der Logistik gearbeitet habe, passt das alles gut.“ Ab September ist er dann der Kinderbetreuung zugeteilt. „Das wird schon“, sagt er trocken.

Dritter im Bund der Verwaltungsfachangestellten-Azubis ist Thorsten Voigt. Mit 37 Jahren ist er der älteste der neuen Auszubildenden. Bis vor kurzem hat er seine Brötchen als Betriebsassistent bei der Postbank verdient, aber nun hat er einen Neuanfang gesucht. Was ihn an seinem Ausbildungsplatz und künftigen Beruf reizt? Na klar: der Kontakt mit Menschen. „Ich habe gern Kontakt mit den Kunden.

Die Schnittstelle zwischen dem Staat und dem Bürger zu sein – das gefällt mir.“

So viel steht mal fest: Ob Auszubildender bei der Stadt oder beim Kreis, die jungen Leute wirken kein bisschen dröge und langweilig. Dresscode? Gibt es nicht. „Natürlich ist uns klar, dass wir den Kreis repräsentieren“, sagt Pelin, „und die Röcke sollten nicht zu kurz sein“. Ansonsten gilt: Kleidung beliebig, aber erwünscht. Zu besonderen Anlässen darf es dann auch ein Schlips sein, „zum Beispiel bei Veranstaltungen mit dem Landrat“, sagt Thorsten Voigt. Oder bei der ersten offiziellen Begrüßung der neuen Auszubildenden: Da hatte auch Karsten Steffen einen Schlips umgetüdelt. Kurze Nachfrage bei den Damen: „Doch, der war sehr schick“, bestätigen Pelin und Michelle.

Die Stimmung ist gut in Ratzeburg und Mölln. „Wer Freude bei der Arbeit hat, ist im Stande viel zu leisten“, das hat schon Marion Gräfin Dönhoff gesagt. Alles Gute also für den Start ins Berufsleben.

Übrigens: In der Kreisverwaltung in Ratzeburg trudeln schon jetzt die ersten Initiativbewerbungen fürs nächste Ausbildungsjahr ein. . .

Dorothea Baumm

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