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Mühlengraben: Gefährdet der Umbau das Kanurevier?

Mölln Mühlengraben: Gefährdet der Umbau das Kanurevier?

Bürger und Touristen lieben Kanufahrten von Lehmrade nach Mölln. Weil der Umbau des Mühlengrabens sowie Wildwuchs und Sturmschäden die Route behindern könnten, fordert die CDU nun die Pflege und touristische Erschließung der Route. Laut Forstbehörde gefährde das den Naturschutz.

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Sophia Meissner meisterte bereits 2014 Schwierigkeiten auf dem Wasserweg zwischen Lehmrade und Mölln. Anbieter der Kanutouren wie Lothar Krebs leben vom Interesse an der Route über die Pinnau.

Quelle: Alessandra Röder

Mölln. „Im Rahmen der Neukonzipierung des Mühlengrabens muss gewährleistet bleiben, dass die wunderschöne Strecke weiter mit dem Kanu befahren werden kann“, sagt Gerd Kühme (CDU), Mitglied im Möllner Forst- und Grünflächenausschuss. Seine Forderungen:

Mühlengraben

Zur Verbesserung der Durchgängigkeit für Fische vom Elbe-Lübeck-Kanal bis zum Gudower See (auch gegen Stromrichtung) will der Gewässerunterhaltungsverband den Mühlengraben bis August 2018 verengen lassen. Fische sollen besser in den Hegesee gelangen. Nur noch etwa 20 Prozent des fließenden Wassers sollen dann in den Mühlengraben fließen, 80 Prozent in den Hegesee.

1. Die Verwaltung soll die Kanufahrt vom Lütauer See zum Möllner Hafen bestätigen. 2. Die Strecke ist freizuhalten. 3. Diese Vorgaben sind beim Umbau des Mühlengrabens zu berücksichtigen und wenn nötig sollen Planungen an touristische Ziele angepasst werden. 4. An der Schaafbrücke sind berg- und talseitig Einrichtungen zum Herausnehmen und Einsetzen der Kanus zu schaffen. 5. Dem Forstausschuss ist auf der nächsten Sitzung über Kosten und Änderungen der Mühlenbachplanung zu berichten.

Nur Punkt 1 und Punkt 4 (leicht modifiziert), wurden von der Politik angenommen. Die Einschätzung des Leiters der Forst- und Grünbehörde, Jörg Thun, hatten dem Anschein nach selbst die Antragsteller verunsichert. Der Antrag mit dem Titel „Touristische Nutzung der Möllner Gewässer, einschließlich Mühlengraben und Pinnau, für Kanufahrten“ stieß bei Thun in mancherlei Hinsicht auf Ablehnung. So warnte er vor Ausweisung der Strecke in touristischer Hinsicht. Das könne höher geordnete Naturschutzbehörden auf den Plan rufen, die eine Nutzung für Kanus grundsätzlich anzweifeln könnten.

Er plädierte dafür, im Wesentlichen alles so zu belassen. Über eher unauffällige Einstiegsmöglickeiten für Kanuten könne nachgedacht werden. Doch auch die dauerhafte Pflege der Strecke nach den Sturmschäden sieht er skeptisch. Totholz sei schließlich gut für den Naturschutz. Thun: „Wir können da keine Karawanen von Touristen durchlassen. Das ist ein Eingriff, der nicht erlaubt ist.“

„Schade, kann man nur sagen. Mölln verschenkt eine Chance für den touristischen Bereich“, sagt Lothar Krebs, Vermieter von Booten und Vorsitzender des Bundesverbandes Kanu. Er hatte sich schriftlich für den CDU-Antrag ausgesprochen. Bislang gäbe es lediglich vier Touren pro Jahr über die Route. Auch im Geiste des Naturschutzes könne die Route ein paar mehr Touren vertragen. Andreas Rönnau, Besitzer der Pension Seeschlösschen direkt am Mühlengraben, war im Sommer bei einer Begehung mit Vertretern des zuständigen Gewässerunterhaltungsverbandes dabei. Niemand habe sich dort für Paddler interessiert. Es sei deutlich geworden, dass es beim Umbau des Grabens ausschließlich um Naturschutz gehe. Der Verbandsvertreter habe dafür plädiert, dass überhaupt niemand mehr in den Mühlenbach gehe, so Rönnau. Es gehe vorrangig um den Wasserstand des Hegesees. Es könne nach dem Umbau passieren, dass der Mühlengraben vorübergehend leer laufe. „Ich war frustriert darüber“, so Rönnau.

Auch Oliver Morgenroth hatte eine Stellungnahme für die Stadtvertreter abgegeben, in der der Bootsvermieter den Antrag der CDU im Wesentlichen unterstützt. Selbst dem Ratsherren Thomas Buhmann (Grüne), der den Antrag ablehnte, gingen die Bedenken der Verwaltung zu weit. Er warb dafür, das Kanurevier zu erhalten, ohne den touristischen Nutzen im großen Stil auszubauen. „Das ist ein Heranführen der Menschen an die Natur, das wir Grünen unterstützen.“

Das Thema wird am Dienstag, 21. November, ab 19 Uhr öffentlich im Tourismusausschuss im Ratskeller diskutiert.

 Florian Grombein

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