Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Müllverbrennungsanlage wird Designobjekt
Lokales Lauenburg Müllverbrennungsanlage wird Designobjekt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:12 13.09.2018
So soll die neue Müllverbrennungsanlage der EEW in Stapelfeld in einer Visualisierung aussehen. Baubeginn soll Ende 2019 oder Anfang 2020 sein. Quelle: Holger Marohn/EEW Stapelfeld
Stapelfeld

Die zahlreichen Gutachten für den Neubau der Müllverbrennungsanlage Stapelfeld sind in der Endabstimmung. Die Pläne für den Antrag stehen. Noch im Spätherbst will der inzwischen zur chinesischen Holding Beijing Enterprises gehörende Müllverwertungskonzern Energy from Waste (EEW) die offiziellen Genehmigungsunterlagen einreichen.

Moos und Glas für die Fassade

Und die neue Anlage soll nicht nur so sauber werden wie die aktuell ohnehin schon zu den saubersten Anlagen der etwa 180 Müllheizkraftwerke bundesweit gehörende Altanlage, sondern auch industriearchitektonisch ein echter Hingucker. So soll die Fassade des Müllbunkers mit Moos begrünt werden. Dazu wird ein besonders offenporiger Beton verbaut, in den dann Moos eingespritzt wird. „Wir wollen damit unsere Produktion von Strom aus erneuerbaren Energien unterstreichen“, sagt EEW-Geschäftsführer Holger Heinig. Denn aufgrund des mehr als 50-prozentigen Anteils von Biomasse im Abfall gilt der Strom aus dem Heizkraftwerk als erneuerbar. Die Idee mit dem Moos hat sich EEW in Stuttgart abgeschaut. Optisch integriert, wenn auch technisch bis auf den gemeinsamen Schornstein getrennt, wird von der Abfallverbrennungsanlage die neue Klärschlammverbrennungsanlage.

Und in der Verbrennungsanlage, dem Herzstück der Anlage, wird nicht nur aus dem Müll Strom gemacht, sondern auch auf der Fassade werden Kilowattstunden produziert. Dazu werden die Ost-, Süd- und Westseite mit blauschwarzen Photovoltaik-Paneelen belegt. Die Nordseite bekommt gleichfarbige Fassadenplatten. Nicht zuletzt wird der Bereich der Rauchgasreinigung transparent mit Glas eingehüllt.

Baugrube wird zwölf Meter tief

Im anstehenden Genehmigungsverfahren geht es allerdings weniger um die Optik, sondern um Emissionen, Naturschutz und die Belange der Anwohner. Dafür werden die Pläne und Gutachten voraussichtlich Anfang 2019 für vier Wochen öffentlich ausgelegt. Voraussichtlich Ende März oder Anfang April wird es dann einen Termin für die Erörterung der eingebrachten Anregungen und möglichen Bedenken geben. Bei dem Genehmigungsverfahren hat sich EEW für zwei unabhängige Anträge für die Klärschlamm- und die Müllverbrennungsanlage entschieden. „Es sind zwei Anlagen. Also wird es auch zwei Anträge geben“, sagt Geschäftsführer Heinig.

Entstehen werden die beiden Anlagen auf der Freifläche südlich des bestehenden Müllheizkraftwerkes. Dafür wird eine mehr als zwölf Meter tiefe Baugrube ausgehoben. Eine Grundwasserabsenkung sei aber nicht erforderlich, versichert Heinig. Außerdem sei trotz des nicht ganz homogenen Baugrundes nur für den Kessel eine Pfahlgründung vorgesehen.

Unterdruck gegen Geruchsemissionen

Von der Nähe zur Müllverbrennungsanlage als Ersatzbau für die Bestandsanlage soll auch die zusätzliche entstehende Klärschlammverbrennung profitieren. „Wir werden den Dampf aus der MVA zur Trocknung des Klärschlammes verwenden“, beschreibt Heinig die Synergieeffekte. Verbrannt wird der Klärschlamm im Wirbelschichtverfahren. Die getrennte Verwertung von Klärschlamm und anderen Abfällen soll ermöglichen, dass aus den Reststoffen der Kläranlagen möglichst viel wertvolles Phosphor zurückgewonnen werden kann.

Wie schon bei der „thermischen Abfallverwertung“ wird auch der Klärschlamm in unter Unterdruck stehenden Hallen entladen. Dadurch sollen Geruchsemissionen vermieden werden. Und die angesaugte Luft wird im Gegenzug ohnehin für die Befeuerung benötigt.

In der MVA Stapelfeld werden pro Jahr etwa 350 000 Tonnen Abfall verbrannt. Ein Großteil davon ist Siedlungsabfall aus den Kreisen Stormarn, Herzogtum Lauenburg und Segeberg. Mit der bei der Stromerzeugung anfallenden Wärme werden etwa 50 000 Haushalte im Osten Hamburgs versorgt. Die neue Anlage soll Ende 2022 in Betrieb gehen.

Holger Marohn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Sobald es die Vegetation zulässt, soll der Mühlenteich in Aumühle wieder mit Wasser geflutet werden. Gregor Graf Bismarck hat das in einem Gespräch mit Bürgermeister Knut Suhk zugesagt.

13.09.2018

Gaukelei, Bogenschießen, Drechseln: Ab Freitag wandeln vermehrt mittelalterliche Gestalten durch Mölln – Drei Tage „Spektakulum Mulne“ beginnen im Kurpark.

13.09.2018

Der Landwirt Wilhelm Burmester aus Güster ist einer der Landwirte, die besonders von der Trockenheit des Sommers 2018 betroffen sind. CDU-Kreischef Klaus Schlie fordert schnellere Hilfe.

12.09.2018