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Lauenburg Multikulti-Woche der Wentorfer
Lokales Lauenburg Multikulti-Woche der Wentorfer
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20:13 14.06.2016

Hand aufs Herz: Was wissen Sie über Wentorf? Die kleine Gemeinde im südwestlichen Zipfel des Kreises Herzogtum Lauenburg, direkt vor den Toren Hamburgs? Wir verraten Ihnen mal drei Dinge, die kulturinteressierte Menschen über Wentorf wissen dürfen. Erstens: Der Musiker Achim Reichel kommt von dort. Zweitens: Roger Willemsen kam von dort. Drittens: Dort wird die Wentorfer Kulturwoche gefeiert. Und zwar in diesem Jahr zum zehnten Mal: vom 17. bis 26. Juni.

Eine Gemeinde treibt es kunterbunt – und Organisatorin Sybille Marks hat gut lachen: Die 10. Wentorfer Kulturwoche steht. Programme und Plakate sind gedruckt. Jetzt kann’s losgehen. Quelle: Dorothea Baumm

Die Wentorfer verdanken ihre gar nicht so kleine, dafür aber sehr feine Kulturwoche Sybille Marks. Die ehemalige Grundschullehrerin ist nämlich während ihrer Zeit als Bürgervorsteherin von 1998 bis 2003 tüchtig herumgekommen. „Ich wurde von allen Vereinen eingeladen, wenn bei denen was los war. Ich fand es immer so schade, wenn relativ wenig Menschen kamen.“ Und so entstand die Idee, die Veranstaltungen zu bündeln. Erster Ansprechpartner von Sybille Marks war die Gemeinde, aber dort bekam sie erst einmal einen Korb: „Kein Geld, keine Zeit.“

Es mag daran liegen, dass Sybille Marks als Lehrerin gewohnt war, ein „Nein“ zu hören, wo ein „Ja“ hingehört, jedenfalls war sie wild entschlossen, ihre Idee von einer gemeinsamen Veranstaltung nicht so schnell aufzugeben. „Ich habe es dann eben privat gemacht.“ So, als sei es ganz normal, mal eben ein Event mit vielen Beteiligten und allem Drumherum aus dem Hut zu zaubern. Tatkräftige Unterstützung erhielt sie dabei im Freundes- und Bekanntenkreis, von denen fast alle auch im zehnten Jahr noch dabei sind. „Es macht uns allen wahnsinnig viel Spaß“, erklärt sie lachend. Die Zusammensetzung dieses Freiwilligenteams ist ideal: „Wir sind fünf Künstler und sechs normale.“ Über die Formulierung muss sie selbst schmunzeln, aber dann sagt sie: „Ist ja klar, was gemeint ist.

Und wir sind kein Verein, wir machen das einfach so.“ Einfach so bedeutet: Die Veranstalter sind ein loser, zweckgerichteter Zusammenschluss von interessierten Wentorfer Bürgerinnen und Bürgern, die ehrenamtlich und uneigennützig, nicht auf Erwerb abzielend, diese Woche planen, organisieren und durchführen.

Der Etat von 7000 Euro kommt aus Spenden, von Sponsoren und aus dem Anzeigenverkauf zusammen. „Alles weitere wird ehrenamtlich erledigt.“ Gemeinde und Kirchengemeinde stellen kostenfrei Räume zur Verfügung. „Wir sind das Dach, aber jede einzelne Veranstaltung hat einen eigenen Veranstalter. Der ist dann in der Organisation seiner Veranstaltung autark. Erlöse aus Verkauf und Eintritt bleiben auch bei ihm.“

Zehn Tage geht es in Wentorf rund. Zur Eröffnung gibt es eine Vernissage in der Martin-Luther- Kirche. „Das besondere in diesem Jahr ist, dass dort auch Flüchtlinge ausstellen“, betont Sybille Marks.

20000 Broschüren sind gedruckt, 18000 werden an die Haushalte verteilt, die restlichen 2000 liegen in Geschäften aus und gehen an die Beteiligten. Begleitend zu den Veranstaltungen gibt es einen Losverkauf – auf 1000 Lose kommen 120 Gewinne. Das Motto ist „Wir verschenken Zeit“. So gibt es zum Beispiel eine Radtour mit dem Seniorenbeirat, einen Spaziergang durch die Lohe, oder Künstler bieten Workshops an. Diese Tombola gibt es im dritten Jahr. „Vorher hatten wir Versteigerungen, die gingen soso-lala. Aber die Tombola ist der absolute Renner.“ Sybille Marks ist ganz stolz, wie viele Dankesbriefe sie schon bekommen hat, weil die Menschen so begeistert von ihrem Gewinn waren.

Heiß begehrt ist auch immer der Kulturwein, den das örtliche Weingeschäft verkauft. In diesem Jahr erstmals mit einer Tragetasche. Für jede verkaufte Flasche wandern 1,50 Euro in die Kasse der Kulturwoche. Und Sybille Marks, als Ex-Grundschullehrerin höchst bewandert in Sachen basteln, hat viele, viele kleine Anhänger aus Fimo für die Flaschen gebastelt, „die gibt es obendrauf.“

Die Anhänger stellen übrigens kleine Kulturbeutel dar, das Logo der Veranstaltungswoche. „Als wir überlegt haben, was für ein Logo für uns in Frage käme, hatte irgendwer auf einmal die Idee mit dem Kulturbeutel. Und wir fanden das alle perfekt. In unseren Beutel passt alles, was gefällt und Freude macht, was klingt, singt, tanzt, spricht, liest, schmeckt, glücklich macht, entspannt, historisch interessant und wichtig ist, was zum Mitmachen anregt.“

Das Programmheft ist nicht nur ein Hingucker – es überzeugt auch inhaltlich. „In diesem Jahr gibt es 120 unterschiedliche kulturelle Angebote an 20 verschiedenen Orten“, sagt Sybille Marks stolz.

„Drei Gottesdienste, einer davon unter freiem Himmel, 14 mal Kulinarisches und drei mal Kulturgeschichtliches. 16 mal Kunst, fünf mal Literatur, drei Mitmachaktionen, 31 mal Musik, acht mal Tanz, vier mal Theater, 13 Workshops und zwei Filme, auch davon einer unter freiem Himmel.“ Und dann kommt noch einmal die engagierte, ehemalige Lehrerin durch: „Und 20 Veranstaltungen speziell für Kinder und Jugendliche.“ Volles Programm also bei der Multi-Kulti-Woche der Wentorfer – nichts wie hin. Und wer weiß, vielleicht läuft einem ja sogar Achim Reichel über den Weg. . .

Kino, Kunst, Kulinarisches – und täglich ist was los am Runden Tisch Asyl

Eröffnung der Kulturwoche am Freitag, 17. Juni, 19 Uhr, Vernissage im Gemeindesaal der Martin-Luther-Kirche, Waldweg 1. Fotografie, Malerei, Skulpturen von Hajjar Issa, Christiane Kortüm, Claudia Lorenz-Meyer, Dr. Tankred Tabbert, Jalal Yamani

Runder Tisch Asyl: tägliches Programm und Infostand vor dem Rathaus, u.a. am 18. Juni 10 bis 17 Uhr „Was verstehen Sie unter Kultur?“, mit verschiedenen Vereinen und Gruppen, und am 19. Juni 14 bis 17 Uhr „Arabische Küche“ – probieren und arabische Gewürze am Geruch erkennen

Musik u.a. am 17. Juni um 20 Uhr das Eröffnungskonzert mit „Quartettrapack“, Eintritt frei, Spenden erbeten / am 18. Juni um 13 Uhr in der Alten Schule, Teichstraße 1 „Musikalische Begleitung der Vernissage“ durch das „Cellotrio des Gymnasiums“, Eintritt frei, Spenden erbeten – um 15.30 Uhr in Das Atelier, Am Petersilienberg 8, Garten „Feuer Feuer“:

Rap’n’Folk – Mix aus deutschem Sprechgesang mit live gespielten Instrumenten – um 18 Uhr in der Martin-Luther-Kirche „Bekannte Melodien aus drei Jahrhunderten“ mit Karen Haardt, Klavier, und Michael Ohnimus, Trompete, Eintritt frei, Spenden erbeten – um 19.30 Uhr in Das Atelier „RundFunk“, Reinbeker Band mit Musik von Ska über Rock bis Funk und Jazz, Eintritt frei, Spenden erbeten

Theater u.a. am 18. Juni in der Aula der Gemeinschaftsschule Wentorf, Achtern Höben 8, 20 Uhr „Eine Ortsverwaltung auf Abwegen“, Wentorfer Bühne e.V., Eintritt: 5 Euro, auch am 19. Juni um 18 Uhr.

• Das komplette Programm sowie zusätzliche Info über die Kulturwoche gibt es im Internet unter www.wentorfer-kulturwoche.de teo

Dorothea Baumm

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