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Lauenburg Museum über Atom-Protest soll wachsen – mit Vattenfall-Hilfe
Lokales Lauenburg Museum über Atom-Protest soll wachsen – mit Vattenfall-Hilfe
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21:08 18.08.2017
Das Atommuseum weckt immer wieder großes Interesse. Erst jüngst informierten sich Grünen Kreistags-Fraktionssprecherin Anna Granz (v. l.) mit Finanzministerin Monika Heinold bei Bettina Boll. Quelle: Fotos: Holger Marohn

Es geht um rund 25000 Euro. „Ich und mein Mann werden ja auch nicht jünger“, sagt Bettina Boll. „Die vielen Dokumente sind einfach viel zu schade, als dass sie dann in irgendeinem Keller oder einer Museumsecke verstauben und in Vergessenheit geraten.“ Für sie sei der Atomkraft-Protest kein Randaspekt für irgendein anderes Museum.

Konzern soll Prozesskosten für einst verlorene Klage der Gegner erstatten.

Atomare Anlagen

Geesthacht ist Standort für insgesamt drei atomare Anlagen. Neben dem Atomkraftwerk Krümmel gibt es in direkter Nachbarschaft den inzwischen stillgelegten Forschungsreaktor der ehemaligen GKSS.

Auf dem Gelände lagert außerdem der Reaktordruckbehälter des Atomschiffes „Otto Hahn“.

Die öffentliche Bitte an Vattenfall um eine Spende hat allerdings einen größeren Hintergrund. Die Bolls hatten einst gegen das Standortzwischenlager (SZK) in Krümmel geklagt. Finanziert mit 25000 Euro aus Spenden von Geesthachtern zogen sie 2006 gemeinsam mit einer Gegnerin aus Brunsbüttel vor das Schleswiger Oberverwaltungsgericht (OVG) – und unterlagen. Eine Revision scheiterte an den finanziellen Möglichkeiten.

Knapp sieben Jahre später bestätigte ein Urteil gegen die 2003 erteilte Genehmigung für das baugleiche SZK in Brunsbüttel die Gegner. Für Krümmel war die Klage aber rechtskräftig abgewiesen. „Obwohl damit auch in Geesthacht die gleichen Sicherheitsbedenken gelten, ist das Urteil nicht übertragbar. Das klingt paradox, aber für jeden Standort muss einzeln geklagt werden. Die Bedenken bleiben“, sagte Bettina Boll einst. Ihr Wunsch schon damals: „Wir hätten gern das ganze Geld für die Prozesse zurück – für die Menschen, die uns unterstützt haben.“ Der Ansatz des Museumsausbaus nach dem gestellten Rückbauantrag für den Atommeiler Krümmel wäre aus Bolls Sicht eine Brücke für Vattenfall, den Geesthachtern dieses Geld zurückzugeben – verbunden mit einer entsprechenden Nachhaltigkeit.

Vattenfall sagte zu, einen Antrag „wohlwollend zu prüfen“.

Mehr Informationen unter www.perspektive-kruemmel.de

 Holger Marohn

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