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Lauenburg Musikgenuss und Picknick in Wotersen
Lokales Lauenburg Musikgenuss und Picknick in Wotersen
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20:23 05.08.2014
Inmitten der historischen Hofanlage breitete sich ein besonderes Flair aus. Nach den Musikdarbietungen standen die Pausen für Geselligkeit und kulinarischen Genuss.
Wotersen

Kultur und Natur pur hieß es für ein Wochenende wieder auf Gut Wotersen beim Musikfest auf dem Lande inmitten der historischen Hofanlage, vor den Kulissen von Ställen, Scheunen und Herrenhaus. Anders als bei den abendlichen Konzerten des Schleswig-Holstein Musik Festivals bestechen die Musikfeste durch das perfekte Miteinander von herrlichem Ambiente bei Picknick und Musik mit einem sehr abwechslungsreichen Programm.

„Wer sich mit der Natur verträgt, dem tut sie nichts“, so ein Zitat von Henry Miller, das NDR-Moderator Ulrich Kühn an die Besucher richtete. Seine Befürchtung und auch die der Besucher, die Regengüsse der Morgenstunden mit Gewitter könnten sich fortsetzen, bestätigten sich glücklicherweise nicht. Im Gegenteil: Bei Sonnenschein und hohen Temperaturen machten es sich die Gäste zunächst noch zögerlich, dann nach dem ersten Konzertblock auf den Rasenflächen in großen Gruppen so richtig gemütlich. Klapptische mit Tischdecken, Gartenstühle und Kühltaschen bei Wein und Sekt vor stilvoll angerichteten Tabletts mit kulinarischen Genüssen jeglicher Vielfalt.

Es sei das ganze Drumherum aus Picknick und Musikgenuss, vor allem auch die Umgebung des Herrenhauses, schwärmte eine Frauengruppe aus Kiel. Ganz besonders lobte sie das Musikprogramm am Sonntag mit hervorragenden Interpreten, darunter der weltweit bekannte Cellist Daniel Müller-Schott. Ebenso freudig berichteteten die Frauen von ihrem Konzertbesuch mit Elton John in Kiel.

„Wir lieben die Musikfeste“, hieß es in einer andere Gruppe mit zehn Leuten aus Hamburg, Ahrensburg und Celle. Einige von ihnen kommen zum SHMF nach Wotersen schon mehr als 20 Jahre. Früher hätten noch Schwalben in der Reithalle genistet und in die Musik eingestimmt, sagten sie. Und bis vor einigen Jahren hätte es noch kein Programm gegeben. Das sei auch schön gewesen, sich einfach überraschen zu lassen. Doch es gibt auch Besucher, denen schon allein die Atmosphäre des Picknickens ausreicht. „Wotersen bietet eines der schönsten Musikfeste. Wir sind regelmäßig hier. Die Konzerte sind lohnendes Beiwerk“, sagte Wilfried Maass aus Sülfeld (Kr. Segeberg), der sich mit Freunden aus Kaltenkirchen neben der Haferscheune in Liegestühlen niedergelassen hatte.

Im stündlichen Rhythmus von Musik und Picknick begann der erste Teil mit einem Programm, bei dem die Poesie aus der Musik kommt. Tomasz Neugebauer (Viola) und Anna Babnis (Klavier) präsentierten Werke von Robert Schumann, Franz Schubert, Max Bruch und George Enescu. Der zweite Block war eine NDR-Kultur-Livesendung „Klassik à la carte“. Gespräche und Musik mit Ulrich Kühn in der ausgesprochen lockeren Moderation mit dem Cellisten Daniel Müller-Schott, der sein „liebstes und schönstes“ Cello aus dem Jahr 1727 dabei hatte. Er brachte Solowerke von Johann Sebastian Bach, Benjamin Britten, Maurice Ravel und Sulkhan Tsintsadze zu Gehör. Auf die Frage, was ihn auf dieses Musikfest locken würde, sagte der Cellist: „Es ist das Herzstück des Schleswig-Holstein-Musik Festivals und auf dem Land immer etwas Besonderes.“ Dabei ließ er wissen, wie gerne er in der Nähe von München auf dem Land lebt, „um die Verbindung zur Natur zu spüren“. Und den Zweifel des Moderators bei der Akustik im Vergleich zur Carnegie Hall teilte er nicht. „So viel schlechter ist die Akustik gar nicht“, so sein Lob an die Reithalle. Dass die Wärme an diesem Tag sowohl für Musiker als auch Besucher zur Herausforderung wurde, stand auf einem anderen Blatt.

Im letzten Konzertblock mischte die sehr spezielle klassische Band Spark das Publikum mit treibenden Rhythmen auf. Das Quintett aus Cello, Geige, Klavier mit zwei Flötisten, die eine ganze Batterie Blockflöten ausgebreitet hatte, zelebrierte „Lieder in anderen Worten — mit Mendelssohn durch die Zeiten“. Der Facettenreichtum versetzte das Publikum in eine Jubelstimmung und sorgte für einen gelungenen Abschluss.

Traditionell war auch wieder eine Aufführung aus der Kinder-Musikwerkstatt zu hören. Diese bietet Kindern ab vier Jahren ein musikalisches Mitspielprojekt, während die Eltern ungestört im Konzert sitzen. Im spielerischen Umgang mit dem weiten Medium Musik trat eine Gruppe mit Schlaginstrumenten auf die Bühne.

„Wotersen bietet als Anwesen eines der schönsten Musikfeste. Wir sind regelmäßig hier. Die Konzerte sind lohnendes Beiwerk.“
Wilfried Maass aus Sülfeld

Margret Pantelmann

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