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Jan Wiegels bleibt weitere sechs Jahre Bürgermeister
Lokales Lauenburg Jan Wiegels bleibt weitere sechs Jahre Bürgermeister
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21:57 28.02.2016

Das vorläufige Endergebnis bei der Möllner Bürgermeisterwahl steht: Jan Wiegels (SPD) erhält 65,1 Prozent der Stimmen und bleibt Bürgermeister in der Eulenspiegelstadt. Mit 46,5 Prozent war die Wahlbeteiligung deutlich höher als zunächst angenommen – auch wenn sie noch etwas unter dem Ergebnis der vorherigen Bürgermeisterwahl in Mölln blieb. Der neue und alte Bürgermeister Wiegels ließ zunächst lange auf seine Ankunft im Stadthaus warten. Erst gegen 18.50 Uhr, als nur noch das Ergebnis für den Wahlbezirk Collegium Augustinum ausstand, kam er unter dem Beifall der rund 100 Zuschauer ins Foyer und schüttelte Hände. Der 56-Jährige bekam promt einen Strauß rote Rosen überreicht. Im Kontrast zu Wiegels, dem die Erleichterung in Gesicht geschrieben war, konnte man Anja Reimann (CDU) die Enttäuschung ansehen.

„Ich bin überwältigt von diesem tollen Wahlergebnis. Ich werde mich weiter mit ganzer Kraft der Stadt widmen und die angefangenen Projekte abschließen“, erklärte Wiegels, als er an das Rednerpult trat. Dank gelte außerdem seiner Familie. „Ich freue mich in diesem Sinne auch darüber, dass der Wahlkampf jetzt beendet ist“, sagte der 56-Jährige lächelnd. In den sozialen Medien sei es nicht immer fair zugegangen, bedauerte er. Er hoffe, dass das keine Wunden hinterlasse. „Ich bin glücklich. Mir fällt ein großer Stein vom Herzen“, sagte er. Er bedanke sich auch bei Anja Reimann dafür, dass sie die Arbeit auf sich genommen habe und sich für dieses wichtige Amt beworben habe. Er lud die anwesenden Gäste danach in den Schützenhof ein, um mit ihm anzustoßen.

„Ich gratuliere ihm im Namen aller Anwesenden für den Wahlerfolg. Sie möchten, dass Herr Wiegels dieses Amt sechs weitere Jahre führt“, erklärte auch Bürgervorsteherin Lieselotte Nagel (CDU) in Richtung der anwesende Gäste im Foyer. Auch sie dankte Anja Reimann für den fairen Wahlkampf. Die 42-jährige Herausforderin war deutlich vor 18 Uhr ins Stadthaus gekommen, sprach mit vielen Leuten, zeigte sich.

Nervosität? „Bei der öffentlichen Kandidatenvorstellung in der Stadtwerkearena war ich nervöser“, sagte sie. Gespannt wartete sie auf das Ergebnis und fügte an: „Ich habe schon meinen Ehrgeiz.“ Dann um 18.26 Uhr das erste Ergebnis. 35,5 Prozent für Reimann im Wahlbezirk Grundschule Tanneck/Papenkamp, 64,5 Prozent für Jan Wiegels, war auf der großen Leinwand zu lesen. Und so ging es weiter, Wahlbezirk für Wahlbezirk. Innerhalb von knapp einer halben Stunde lagen alle Ergebnisse vor. Besonders spannend war es nicht – alle Bezirke holte der Amtsinhaber. Dementsprechend groß war Reimanns Enttäuschung unmittelbar nachdem der letzte Bezirk ausgezählt war.

„Ich habe mir das Ergebnis deutlich besser gewünscht und erwartet“, gab sie unumwunden zu. Und dass sie noch nicht einmal den Bezirk, in dem sie wohnt, gewonnen hat, tut weh. „Das hat mich enttäuscht“, sagt sie. Ansonsten zeigte sich die 42-jährige Rechtsanwältin auch als Verliererin sportlich fair und gratulierte Amtsinhaber Jan Wiegels zum Wahlsieg.

Der grüne Stadtverordnete und Bundestagsabgeordnete Dr. Konstantin von Notz bescheinigte beiden Kandidaten in einer ersten Reaktion einen fairen Wahlkampf geführt zu haben. Frau Reimann habe es sehr, sehr schwer gehabt gegen einen Amtsinhaber, der seine Sache gut gemacht habe. „Ich freue mich, dass Jan Wiegels gewonnen hat“, erklärte auch die grüne Stadtverordnete Regina Hälsig und verbindet diese Freude mit der Hoffnung, dass der alte und neue Bürgermeister das Klimaschutzkonzept für Mölln weiter vorantreibe.

Auch die hauptamtlichen Bürgermeister der benachbarten Städte Ratzeburg und Schwarzenbek waren ins Stadthaus gekommen. „Aus Interesse und aus Teilnahme“, sagte Ute Borchers-Seelig aus Schwarzenbek. Was sie genau so wie ihren Ratzeburger Kollegen Rainer Voß außerdem interessierte, war die Wahlbeteiligung. Voß hatte, obwohl er bei seiner Wiederwahl keinen Gegenkandidaten hatte, immerhin 32 Prozent der Wähler mobilisieren können. Bei der Wahl in Schwarzenbek waren es 36 Prozent – allerdings war es mit der erforderlichen Stichwahl dort auch die zweite innerhalb von zwei Wochen. Bei der ersten waren es 52,3 Prozent.

Da lag Mölln mit seinen 46,5 Prozent deutlich drüber. „Ein Super-Ergebnis“, freute sich die ehemalige SPD-Kreisvorsitzende Kirsten Patzke. „Wenn ich da an die Bürgermeisterwahl in Geesthacht mit um die 30 Prozent Wahlbeteiligung denke.“ Eine Wahlanalyse lesen Sie am Dienstag in den LN und am Motagabend auf LN-Online. Florian Grombein und Hanno Hannes

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