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Lauenburg Nach Geesthachter Bluttat: 31-Jähriger eingewiesen
Lokales Lauenburg Nach Geesthachter Bluttat: 31-Jähriger eingewiesen
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02:40 04.01.2013

Nach dem tödlichen Familiendrama in Geesthacht gehen die Ermittlungen der Polizei weiter. Eine Mordkommission ist eingerichtet worden. Und es kommt die Frage auf, warum der mutmaßliche 31-jährige Täter, der am Mittwoch seine Mutter (59) erstochen und erschlagen haben soll (wir berichteten), trotz einer Schizophrenie und einer Behandlung in der Psychiatrie überhaupt diese Tat begehen konnte. Er hatte nach den bisherigen Ermittlungen mit einem Messer oder einer zerbrochenen Schere auf seine Mutter eingestochen und vermutlich mit einem Feuerlöscher auf sie eingeschlagen. Der Notarzt konnte die Frau nach einem Notruf von Nachbarn nicht mehr retten. Der Sohn wurde noch am Tatort festgenommen.

Die Polizei versucht derweil, den genauen Tatablauf zu rekonstruieren. Dazu soll auch eine Obduktion, die gestern in der Lübecker Gerichtsmedizin erfolgte, neue Erkenntnisse liefern. Die Staatsanwaltschaft beantragte gestern zudem die Unterbringung des 31-Jährigen in einem psychiatrischen Krankenhaus. Vermutlich, so der aktuelle Stand, hatte Babak M. seine Mutter Manijeh F. im Zustand einer mindestens verminderten Schuldfähigkeit angegriffen. Ein Amtsrichter folgte dem Antrag, wies den 31-Jährigen in eine geschlossene Abteilung ein.

Die von Dr. Matthias Heißler geleitete psychiatrische Abteilung des Johanniter-Krankenhauses verfolgt ein offenes Konzept. Ziel ist es, die Kranken wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Es ist jedoch nicht das erste Mal in Geesthacht, bei dem ein Patient eine schwere Straftat begeht. „Zu dem konkreten Fall können wir aufgrund der ärztlichen Schweigepflicht nichts sagen. Aber es geht natürlich immer darum, ein mögliches Aggressionspotential der Patienten zu erkennen oder die Patienten, die schon kriminell aufgefallen sind, zu behandeln“, erklärt Dr. Frank Templin, der Ärztliche Direktor des Johanniter-Krankenhauses. Dabei kann es durchaus zu Fehleinschätzungen kommen.

Die psychiatrische Abteilung befindet sich zwar in einem eigenständigen Gebäude, ist aber durch einen Verbindungsgang direkt an das allgemeine Foyer der Klinik angeschlossen. Regelmäßig kommt es zu Polizeieinsätzen am Johanniter-Krankenhaus, wenn es zu Auseinandersetzungen in der Psychiatrie kommt. Vor einigen Jahren hatte sich in der Klinik sogar ein Patient angezündet.

tja

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