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Lauenburg „Nach außen mag es aussehen, als wüssten wir nicht, was wir tun“
Lokales Lauenburg „Nach außen mag es aussehen, als wüssten wir nicht, was wir tun“
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00:00 23.10.2012
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Herzogtum Lauenburg

„Wir hätten nie gedacht, dass dieser Umzug so viel Staub aufwirbelt“, sagt Erhard Riß, Abteilungsführer der Bundespolizeiabteilung Ratzeburg. Dass es Fehlplanungen beim Umzug der TEHu gegeben hat, weist er zurück. Bereits vor einem Jahr sei entschieden worden, das Personal nach Ratzeburg in das energetisch sanierte Gebäude 31 zu holen. Das sei jedoch erst im September möglich gewesen. „Zuvor brauchten wir die Räume als Ausbildungsstation für Bundespolizisten im zweiten Ausbildungsjahr“, erklärt Riß. Dieses Kapitel der Ausbildung sei nun beendet.

Die Einsatzkräfte werden aus taktischen Gründen wieder mit dem Rest der Bundespolizeiabteilung stationiert. Da aus Mangel an geeigneten Hallen nur etwa die Hälfte der Fahrzeuge mit nach Ratzeburg genommen werden konnte, stand die Bundespolizei in der Kritik. „Nach außen mag es aussehen, als wüssten wir nicht, was wir tun“, erklärt Riß. Bei der Planung habe es aber nie eine Rolle gespielt, dass Beamte und Gerät 30 Kilometer voneinander entfernt untergebracht sind. Thomas Albers, Einsatzführer der TEHu, gibt ihm Recht. „Die meisten Einsätze sind von langer Hand geplant. Unsere Einsatzkräfte, die in Lübeck wohnen, können direkt bei den Fahrzeugen in Lübeck ihren Dienst beginnen. Der Rest begibt sich einen Tag vorher nach Lübeck“, sagt Albers. Somit komme es nicht zu Zeitverzögerungen. Außerdem spiele sich der Großteil der Einsätze – bei Fußballspielen oder Castor-Transporten – in Hamburg ab.

Im Übrigen sei die TEHu aufgrund nötiger Sanierungsmaßnahmen und Platzmangel in Ratzeburg bereits seit 1992 als Teil der Bundespolizeiabteilung Ratzeburg in Lübeck stationiert. Als die Chance bestand, das Personal nach Ratzeburg zu holen, warteten die Bundespolizisten nicht lange. Von den insgesamt 116 Mitarbeitern der TEHu sind noch sieben in Lübeck mit der Wartung der verbleibenden Fahrzeuge betreut. Der Rest sitzt bereits in Ratzeburg. Von den 76 Fahrzeugen ist nur die Hälfte in der Inselstadt angekommen. Die Wasserwerfer und Sonderfahrzeuge sind bereits da. „Das ist eine gewisse Unbequemlichkeit – aber auch eine Herausforderung für eine Führungskraft“, erklärt Albers. Riß räumt ein, dass es anders geplant war: „Wir gingen im April noch davon aus, dass wir die Tore der bestehenden Hallen in Ratzeburg vergrößern können. Doch das ist nicht möglich.“ Erst Hinweise des Personalrates hatten das Problem deutlich gemacht.

Nun müssten neue Hallen her, deren Finanzierung vom Innenministerium genehmigt sei. Zur Zeit werden die Bauunterlagen erstellt. „Wir wollten hier auch nicht mit einem Provisorium leben“, so Riß. Da es sich bei der neuen Halle um einen einfachen Industriebau handeln soll, geht Riß lediglich von einer dreimonatigen Bauphase aus. „Ich bin optimistisch, dass sie im zweiten Halbjahr 2013 fertig sein kann.“ Nicht vor dem Jahr 2014 könnten allerdings die Werkstätten fertig werden.

Die Kritik aus den eigenen Reihen führt Riß darauf zurück, dass die altgedienten Beamten aus Lübeck unzufrieden damit seien, dass sie bis zu ihrer Pensionierung nicht in Lübeck bleiben könnten. „Durch eine Klage vor dem Verwaltungsgericht wollte der Personalrat meiner Meinung nach den Umzug verzögern“, so Riß. Er könne ihr Unbehagen jedoch verstehen. Und Albers ergänzt: „Die Beamten des Wasserwerferzuges mussten damals aus dem Lauenburgischen nach Lübeck ziehen. Sie freuen sich nun, zurück nach Ratzeburg zu kommen“.

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