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Lauenburg Nach der Flut: Mehr Schutz für Lauenburg
Lokales Lauenburg Nach der Flut: Mehr Schutz für Lauenburg
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10:06 28.06.2013
Von Timo Jann
Dramatische Lage noch vor einigen Tagen: Die Lauenburger Elbstraße ist weitgehend überflutet. Die letzte schwere Flut solchen Ausmaßes hatte die Stadt erst vor zwei Jahren heimgesucht. Quelle: Timo Jann
Lauenburg

Der Schutz vor künftigem Elbhochwasser rückt in Lauenburg nach Rückgang der Überschwemmungen immer mehr in den Fokus. Nach der Ankündigung der Stadtverwaltung zur Ausschreibung eines Ingenieurs-Wettbewerbes (die LN berichteten) hat die CDU der Elbestadt einen zehn Punkte umfassenden Plan zum Hochwasserschutz vorgestellt.

„Wir brauchen jetzt keine neuen Gutachten, sondern einen umsetzungsfähigen Entwurf“, hatte Bürgermeister Andreas Thiede gefordert. Unter dem Motto „Nachdenken — Entscheiden — Umsetzen“ will sich der Bau- und Planungsausschuss am Montag, 8. Juli, mit dem Thema Hochwasserschutz befassen. Beim Wettbewerb geht es um ein Modell, das ausreichend Schutz bietet ohne das Erscheinungsbild oder die Wohn- und Lebensqualität einzuschränken. Thiede geht davon aus, dass der geplante „Wettbewerb der klügsten Ingenieure“ ein halbes Jahr dauern wird. Danach müssten deren Vorschläge zügig umgesetzt werden.

Entschlossen zeigte sich jetzt auch der Unionsvorsitzende Markus Matthießen: „Wir wollen handeln und nicht auf die nächste Flut warten. Die Promenade muss breiter und höher werden“, fordert er. Damit ließe sich ein erster Baustein zum Schutz der Stadt realisieren. Matthießen: „In Hitzacker und an der Palmschleuse haben die Flutschutzwände gut funktioniert.“ So eine Wand könnte auf der künftigen Promenade bei Bedarf installiert werden. Die CDU ist davon überzeugt, dass es nur dem heftigen Deichbruch bei Fischbeck zu verdanken war, dass die ursprünglich prognostizierten Werte von mehr als zehn Metern in Lauenburg nicht erreicht wurden.

„Wir hatten außerdem das Glück, dass wir während des Hochwassers hier weder ein Unwetter, noch eine Sturmflut und auch keine Eisversetzung hatten. Schon einer dieser Punkte zusätzlich würde hier für eine Katastrophe sorgen“, sagt Matthießen: „Dass wir jetzt etwas tun müssen, dürfte nach dem jüngsten Hochwasser auch der Letzte gemerkt haben.“

Der Zehn-Punkte-Plan der CDU sieht Folgendes vor: Die bessere Elbuferpromenade, eine Reduzierung der Verbuschung im Deichvorland zwischen Lauenburg und Geesthacht, die Schaffung eines Systems gegen Rückstau von Regenwasser aus der Oberstadt, die Mitgliedschaft aller Grundstücksbesitzer im Deichverband, die Schaffung eines Notfallsystems zur Ableitung des Wassers aus der Delvenauniederung Richtung Ostsee, die Ertüchtigung des Bahndamms an dessen Schwachstellen, die Erhöhung des Elbdeiches vor den Söllerwiesen, die Verbesserung des Hochwasserschutzes an der Kanalschleuse und ein gemeinsames Handeln der Elbanlieger zur Schaffung neuer Überschwemmungsflächen. „Ziel all dieser Maßnahmen muss es sein, die Elbstraße und die Erdgeschosse der Häuser trocken zu halten, die Standsicherheit der Häuser zu erhöhen und nötige Maßnahmen durch Einsatzkräfte in Ausnahmesituationen zu reduzieren“, sagt Matthießen.

Der 10 Punkte-Plan der CDU

Timo Jann

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