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Nach der Säge kommt die Strafe

Salem Nach der Säge kommt die Strafe

Die Naturcamper am Salemer See kommt ihr Baumfrevel teuer zu stehen. Für das illegale Fällen von Bäumen am Seeufer werden sie nun vom Kreis zur Rechenschaft gezogen. Sie müssen den ursprünglichen Zustand wieder herstellen und eine weitere Fläche ökologisch aufwerten.

Auf etwa 80 Metern haben die Salemer Naturcamper zahlreiche Bäume illegal gefällt.

Quelle: Holger Marohn

Salem. Im Betriebsausschuss kritisierten einige Mitglieder die Strafe jedoch als möglicherweise zu gering für den nun auf Jahre gewonnenen freien Seeblick. Die Betreiber hatten etwa 80 Erlen und Birken im Uferstreifen gefällt. Sie hatten behauptet, das sei ihr Grund. Seitdem ist der Blick auf den See mit Nachmittags- und Abendsonne frei.

Nach der Säge kommt nun die Strafe: „Unstrittig haben die Baumfällarbeiten auf Kreisgrund stattgefunden. Es war also naturschutzrechtlich nicht genehmigt und außerdem ein Eingriff in fremdes Eigentum“, bestätigte Henner Niemann während der Sitzung des Betriebsausschusses nun das, was vorher schon vermutet worden war. Dieser „Fehleingriff“ werde nun entsprechend geahndet – und zwar dahingehend, dass der ursprüngliche Zustand wieder herzustellen sei. „Und weil man alte Bäume nicht einfach wieder durch alte Bäume ersetzen kann, wird verlangt werden, dass eine weitere Fläche auf dem Campingplatz ökologisch aufgewertet wird“, so Niemann. Es werde einen Ausgleich 2:1 geben. Außerdem hätten die Camper das Holz der einst auf Kreisgrund stehenden Bäume zu bezahlen. Der Vorsitzende der Eigentümergemeinschaft habe dies auf einem Treffen mit Vertretern der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises, der Liegenschaftsverwaltung und der Kreisforsten akzeptiert.

Dennoch gab es aus Reihen des Betriebsausschusses kritische Nachfragen. „Da steckt nach meiner Ansicht etwas Taktisches dahinter. Die werden mit einer, sagen wir mal vorsichtig Unbedarftheit, herangegangen sein, um einen freien Blick aufs Wasser zu haben“, sagte Dr. Ralf Röger (CDU). „Wie lange wird diese freie Sichtachse nun vorhanden sein, also haben die etwas davon, bis der neue Bewuchs so hoch sein wird wie vorher? Das werden wohl eher Jahrzehnte als Jahre sein“, so Röger. „Nicht, dass das Ergebnis nachher für die ist, das war es uns wert?“, ergänzte Karl Bartels (CDU) und warnte vor Nachahmern. Kornelia Mrowitzky (Grüne): „Die haben dort ja bereits in den vergangenen Jahren viel geerntet.“

Gegenüber den LN hatte der Vorsitzende des Vereins, Manfred Martens, die Baumfällungen als jährliche wiederkehrende Herbstarbeiten bezeichnet. Man habe „wie in jedem Herbst im Rahmen unserer jährlichen Baumfällarbeiten auf unserem Gelände am Salemer-See das Totgehölz und andere Gefahrenstellen“ beseitigt, schrieb Martens. Dass der Uferbereich nicht den Campern gehöre und außerdem laut Naturschutzgesetz besonders geschützt sei, bezeichnete Martens als „Fehlinformation“. Für eine erneute Stellungnahme war Martens weder per Handy noch per Mail zu erreichen. Nach Angaben des Kreises hat es vor einigen Jahren auch im eichenbewachsenen Hangbereich eine größere Fällaktion der Camper gegeben. Grund dafür war offiziell Windbruch. Von einer Aufforstung der am Hang gefällten Bäume ist augenscheinlich nichts zu erkennen. Stattdessen wurden auch dort jetzt weitere Bäume gefällt.

Am Ufer werden laut Kreisforsten Heister, also ein bis 1,20 Meter hohe Bäume, gepflanzt. Diese würden einen halben bis einen Meter pro Jahr wachsen.

„Ob jetzt noch einmal Gebüsch verlangt wird, um das zu beschleunigen, werden die weiteren Planungen ergeben“, sagte Niemann. Die Naturcamper hätten für die Ausgleichsmaßnahmen ein Konzept vorzulegen.

Außerdem seien die Anpflanzungen einzuzäunen. „Sonst wird das gleich zertrampelt“, sagte Niemann. Kosten dafür stünden noch nicht fest. Im Bereich des Kahlschlages befindet sich auch eine Badestelle.

Von Holger Marohn

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