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Nach tödlichem Irrtum des Jägers: India trauert um ihr Pony

Brunstorf Nach tödlichem Irrtum des Jägers: India trauert um ihr Pony

Die sechsjährige Tochter leidet besonders unter dem Tod von „Snoopy“. Die Familie erstattete Strafanzeige gegen den 77-jährigen Schützen.

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Ein Foto aus glücklichen Tagen: India (6) führt ihr Shetland-Pony „Snoopy“ auf die Weide. Dass der Jäger das Pony mit einem Wildschwein verwechseln konnte, findet das kleine Mädchen unglaublich.

Brunstorf. Ein Vater schenkte seiner Tochter zum Geburtstag zwei kleine Shetland-Ponys. Eines davon ist jetzt tot, weil ein 77-jähriger Jäger das Pony mit einem Wildschwein verwechselte und erschossen hat (die LN berichteten).

Bis zum vergangenen Wochenende war die Welt bei Familie Hermann in Brunstorf noch in Ordnung. Die Eltern Alexis (34) und Indre (35) hatten vor drei Jahren ein Häuschen am Rande des Sachsenwalds von der Bismarck-Familie erworben, direkt an der Königsallee gelegen, wo früher die Könige mit ihren Kutschen entlang fuhren auf dem Weg nach Berlin. Dort leben sie mit ihrer Tochter (6) und den beiden Söhnen (4 und eineinhalb), einem Hund und einem Hasen. Seit zwei Jahren gehören auch die beiden Shetland-Ponys „Nico“ und „Snoopy“ zur Familie.

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Von diesem Hochsitz aus erlegte der 77-Jährige das Tier.

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Wie so oft in der Vergangenheit, standen die beiden Ponys auch am vergangenen Wochenende auf einer Koppel, nur mehrere hundert Meter vom Haus der Familie entfernt. Dort hatte sich Jagdpächter Helmut S. (77) aus Hamburg gegen 20.30 Uhr auf einen Hochsitz am Rande der Koppel gesetzt, um Wildschweine zu schießen. Gegen 23 Uhr legte der Waidmann an und schoss. Doch was er traf, war kein Wildschwein sondern eines der beiden Ponys, die bis dahin etwa 100 Meter vom Schützen entfernt unter den Bäumen des Sachsenwaldes Schutz vor Wind und Wetter gesucht hatten. Das kleine schwarze Shetland-Pony, das auf den Namen „Snoopy“ hörte, galoppierte noch knapp 100 Meter bis zum Gatter am Wegesrand, ehe es dort tot zusammenbrach.

Der Jäger bemerkte natürlich seinen Irrtum. Und da er die Ponys nur zu gut kannte, machte er sich auf den Weg zur Familie Hermann, um ihnen die traurige Mitteilung zu überbringen. Unter anderem hatte Jäger S. seinen Bruder, der ebenfalls Jäger ist, dabei. Alexis Hermann fiel aus allen Wolken, konnte kaum glauben, was ihm der Jäger an der Haustür berichtete. Die sechsjährige Tochter India, der das Pony gehörte und die es liebevoll pflegte, brach in Tränen aus und musste von der Mutter getröstet werden. Alexis Hermann aber fuhr mit den Jägern und der inzwischen herbeigerufenen Streife der Polizei zum Ort des Geschehens. „Sie sollten besser einen Sehtest machen“, warf Hermann dem Jäger vor, was dieser als Beleidigung wertete und die Stimmung daraufhin immer aggressiver wurde. Nach längerem Hin und Her einigten sich Jäger und Besitzer Hermann darauf, dass die Jäger den Tierkadaver mitnehmen und fachgerecht entsorgen sollten.

Mutter Indre Hermann sagte den LN noch am Freitagvormittag, dass ihre Familie bis heute nicht wisse, wo genau das tote Pony abgeblieben und was damit geschehen sei. Trotz der mündlichen Zusage habe sich der Jäger nicht mehr bei ihrer Familie gemeldet. Ihr Mann habe inzwischen Strafanzeige gegen den 77-Jährigen gestellt. „Die Polizei in Schwarzenbek ermittelt wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und Sachbeschädigung“, erklärte Polizeisprecherin Sonja Kurz.

Auch die lauenburgische Kreisordnungsbehörde (Waffenbehörde, untere Jagdbehörde) und die Kreisveterinärbehörde seien bereits informiert worden. Die Ermittlungen von Polizei und Behörde sind noch nicht abgeschlossen.

Sie sollten besser einen Sehtest machen.“Alexis Hermann zum 77-jährigen Jäger

Jens Burmester

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