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Lauenburg Nach tragischem Unfall: Wer hilft dem kleinen Moritz?
Lokales Lauenburg Nach tragischem Unfall: Wer hilft dem kleinen Moritz?
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16:02 08.11.2016
Moritz mit seinem Vater Norbert Bätz in der Uni-Klinik in Odense. Quelle: hfr
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Büchen

Moritz ist der Neffe von Heide Lugge (43), Lehrerin in Büchen und Siebeneichen. Während ihre Schwester Christine (41) mit ihrem Mann Norbert am Bett von Moritz wacht, versucht Lugge mit ihren Kindern Marie (12) und Lena (7) in den Alltag zurück zu finden und von hier aus zu helfen. Ihre Mutter Inge Bayer, Oma von Moritz, muss nach einem Kreislaufzusammenbruch das Bett hüten. Zwölf Tage war sie an Moritz’ Seite in Dänemark.

Was war geschehen? „Es war unser erster Urlaub mit der gesamten Familie. Wir hatten ein tolles Ferienhaus auf Fanö gebucht und viele Pläne geschmiedet“, erzählt Heide Lugge. Drei Tage nach der Anreise saß die Familie Lugge/Bätz/Bayer gemütlich am Wohnzimmertisch, während der vierjährige Moritz herumhopste und plötzlich mit den Worten „Fang mich doch“ von der dritten oder vierten Stufe einer Holzleiter, die in ein oberes Zimmer führte, sprang.

Da war die Welt noch in Ordnung, der Vierjährige gesund und fidel: Moritz am Strand von Dänemark. Quelle: hfr

Der Junge ist nach dem Sprung so unglücklich aufgeschlagen, dass sich am Hinterkopf zunächst eine Platzwunde zeigte. „Ich dachte noch, nicht so schlimm, aber nicht mal eine Minute später hatte Moritz plötzlich eine dicke Beule am Hinterkopf, dick wie ein Tennisball“, sagt Heide Lugge. Die Familie fuhr sofort zum Inselarzt, der sie nach der Untersuchung an das Krankenhaus in Esbjerg verwies. Moritz hatte sich inzwischen mehrfach erbrochen. Auch dort wurde schnell klar: Das kleine Krankenhaus hatte nicht die Technik und medizinischen Kapazitäten, zu helfen. Mit dem Rettungswagen, begleitet von einer Ärztin, ging es weiter in die 150 Kilometer entfernt liegende Uni-Klinik nach Odense. „Ärzte und Pfleger in Dänemark waren sehr hilfsbereit und bemüht. Moritz hatte eine Hirnblutung, war ins Koma gelegt worden. Wir bekamen ein Zimmer, wurden mit Kaffee und Wärmedecken versorgt. Es war ein großer Schock, und wir alle machen uns große Vorwürfe“, sagt Heide Lugge.

Inzwischen habe Moritz fünf Operationen überstanden, sei aus dem Koma erwacht, „einmal mussten sich die Eltern schon verabschieden, weil die Ärzte nicht garantieren konnten, dass er die OP überlebt“.

Die Nieren hatten versagt, Moritz hatte Herzkammerflimmern, und weil der Hirndruck immer stärker wurde, musste ein Teil der Schädeldecke entfernt werden. Zum Schutz trägt Moritz derzeit einen Helm.

Und dennoch ist ein kleines Wunder geschehen: Der Vierjährige lebt, kann zwar Arme und Beine noch nicht bewegen, aber mit den Augen zwinkern und scheint die Eltern zu verstehen. Umgeben von seinen Teddys und Bildern mit seinem geliebten Lokführer Thomas, die die beiden Cousinen Marie und Lena für Moritz gemalt haben, kämpft der kleine Kerl ums Überleben. Die ganze Familie klammert sich an die Hoffnung, dass doch noch alles gut wird, denn der kleine Moritz hat bereits einige Sätze gesagt: „Mir ist kalt“ oder „Ich will das nicht“.

In ihrer Not hat Heide Lugge Peter Schmid, den Vorsitzenden des Fördervereins „Unterstützung schwersterkrankter und behinderten Kinder“ um Hilfe gebeten. „Meine Schwester und ihr Mann sind seit zwei Wochen im Krankenhaus in Dänemark, das Zimmer kostet 72 Euro täglich.

Heide Lugge (Mitte) bekommt täglich Infos übers Handy von ihrer Schwester. Die Lehrerin zeigt Peter Schmid Fotos von Moritz im Krankenhaus. Rechts: Tochter Marie. Quelle: hfr

Außerdem möchten sie Moritz in die Uni-Klinik nach Köln transportieren lassen, wo die Familie wohnt“, sagt Heide Lugge. Peter Schmid hat wie so oft offene Ohren für das Leid anderer Menschen. „Wir möchten helfen, denn die Familie hat keine Auslandsreisekrankenversicherung abgeschlossen. Neben dem menschlichen Leid wird es hohe Klinikkosten geben“, sagt Schmid und bittet die Bürger, Herz und Portemonnaie zu öffnen und zu spenden.

Silke Geercken

Spendenkonto

Der Büchener Förderverein „Unterstützung schwersterkrankter und behinderter Kinder“ ist seit 1998 aktiv, organisiert Spenden, um Patienten und deren Familien zu helfen (www.rz-foerderverein.de).
Wer dem vierjährigen Moritz Bätz und seinen Eltern helfen möchte: Jede Spende, egal welcher Höhe, ist willkommen. IBAN DE72 2305 2750 0002 0166 99, Stichwort „Moritz“.

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