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Lauenburg Neue Bürgermeisterin: Kein „Weiter-So“
Lokales Lauenburg Neue Bürgermeisterin: Kein „Weiter-So“
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22:43 26.11.2014
Bürgervorsteher Konrad Freiberg (r.) vereidigt Ute Borchers-Seelig, die erste hauptamtliche Bürgermeisterin in Schwarzenbek und im Kreis Herzogtum Lauenburg, während einer feierlichen Stadtverordnetenversammlung im Festsaal des Rathauses. Quelle: Silke Geercken
Schwarzenbek

Sie wurde von vielen als ihre bisher stärkste Rede empfunden. Und dafür hat Ute Borchers-Seelig, die erste hauptamtliche Bürgermeisterin in Schwarzenbek und im Kreis Herzogtum Lauenburg, viel Applaus bekommen. Zuvor war sie am Dienstagabend von Bürgervorsteher Konrad Freiberg vereidigt worden. Die Stadtkette ging von Amtsvorgänger Frank Ruppert an die neue Verwaltungsleiterin über.

Etwa 200 Bürger waren ins Rathaus gekommen, unter ihnen auch die Bürgermeister Rainer Voß (Ratzeburg), Uwe Möller (Büchen) und Matthias Heidelberg (Wentorf). Der festliche Rahmen war knapp gehalten, die Tagesordnung kurzerhand geändert worden. Statt der bisher mehr als 20 Punkte auf der Tagesordnung standen nun Verabschiedung des alten Bürgermeisters und Vereidigung der neuen Bürgermeisterin im Mittelpunkt des Abends. Eine offenbar gute Entscheidung, zumal die Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung einen kleinen Sektempfang für ihre neue Chefin und deren Gäste vorbereitet hatten.

Ute Borchers-Seelig war mit ihrem Mann Uwe und den vier Töchtern nach Schwarzenbek gekommen. Die zuvor von vielen als sehr zurückhaltend empfundene Kämmerin und Bürgermeister-Kandidatin überraschte mit Selbstbewusstsein und klaren Ansagen. Ute Borchers-Seelig machte gleich mehrfach deutlich:

Ein Weiter-So soll es in Schwarzenbek nicht geben. Um die vielen Aufgaben meistern zu können, bedürfe es allerdings gegenseitigen Vertrauens. „Die Beschlüsse der Kommunalpolitiker müssen auch umgesetzt werden können. Ein ewiges Hin und Her dient der Stadtentwicklung nicht.“ Gegenseitiges Vertrauen sei wichtig. „Ohne die Zusammenarbeit mit engagierten Kommunalpolitikern kann auch eine engagierte Bürgermeisterin nichts bewirken.“ Bürgermeisterin Borchers-Seelig lud die Bürger ein, sich aktiv einzumischen. „Kommen Sie und nehmen Sie Anteil“, so ihre Aufforderung. Wie sich die Stadt in den nächsten sechs Jahren entwickele, könne sie zwar nicht voraussagen. Aber: „Die Stadtverordneten geben Ziele vor, ich werde mich als Bürgermeisterin einbringen und voran gehen.“ Schwarzenbek benötige Bestandsaufnahme und Identifikation. Denkbare Slogans seien „Schwarzenbek in Bewegung“ oder „Bildungs- und Kulturstadt Schwarzenbek“. Wichtig seien Teamgeist und ein offener und engagierter Dialog über alle Parteigrenzen hinaus. „Stadtverwaltung und Politik sind nicht Regierung und Opposition.“ Nach der Vereidigung zeigte sich Borchers-Seelig bewegt, strahlte aber auch Zuversicht aus.

„Dies ist ein besonderer Tag. Ich bin stolz, die erste hauptamtliche Bürgermeisterin im Kreis zu sein und die Stadtkette tragen zu dürfen“, sagte sie und erntete lang anhaltenden Applaus.

Im Gegensatz dazu stand der kurze Abschied von Altbürgermeister Ruppert. „Es waren spannende, interessante und abwechslungsreiche Jahre. Wir haben gemeinsam 35 Millionen Euro in die Bildungsarbeit investiert.“ An seine Nachfolgerin gerichtet, sagte Ruppert: „Eine Menge Aufgaben liegen vor Ihnen. Ich wünsche Ihnen Weitsicht, Mut und Entschlossenheit, sichere Entscheidungen zu treffen.“ Und zu den Bürgern: „Ich war gern Ihr Bürgermeister. Nun ist die Zeit vorbei. Alles Gute, Schwarzenbek“, sagte Ruppert.

Bürgermeisterinnen im Kreis
18 ehrenamtlichen Bürgermeisterinnen gibt es im Kreis: Ina Burmester, Alt-Mölln; Regina Heitmann, Besenthal; Anne Fröhlich, Breitenfelde; Sigrid Wöhl, Elmenhorst; Birgit Kraus, Linau; Karin Neumann, Groß
Disnack; Hanna Putfarken, Hohenhorn; Christina Dibbern, Hornbek; Barbara Eggert, Kittlitz; Ines Tretau, Kollow; Karola Grimm, Lanze; Cornelia Wagnitz, Lehmrade; Christiane Füllner, Pogeez; Anke Brüggmann, Poggensee; Ariane Redepenning, Sterley; Martina Schmitt, Wangelau; Nicole Demir, Wentorf A.S.. Dassendorfs Bürgermeisterin Martina Falkenberg ist auch Amtsvorsteherin im Amt Hohe Elbgeest, Brigitte Mirow dort Verwaltungschefin.

Silke Geercken

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