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Lauenburg Neue Buslinie bringt Senioren durch ganz Mölln
Lokales Lauenburg Neue Buslinie bringt Senioren durch ganz Mölln
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21:42 23.08.2017
Diskussion zur Zufriedenheit der Senioren im Möllner Wohnstift Augustinum: Pastorin Kerstin Engel-Runge (v. l.), Dora Suhrcke, Bürgermeister Jan Wiegels, Kläre Edens und Stadtarchivar Christian Lopau tauschten sich mit reger Publikumsbeteiligung aus. Quelle: Foto: Florian Grombein

Senioren und Menschen mit Behinderung jubeln über eine deutliche Verbesserung im Möllner Busnetz: Ab 10. Dezember soll ein wendiger Kleinbus mit der Nummer 8514 stündlich vom Don-Bosco-Haus über Augustinum, Hauptstraße, Zob, Stadthaus und Möllner Welle zum Robert-Koch-Park fahren. Der Clou: Alle zwei Stunden fährt der Bus vom Robert- Koch-Park auch nach Lehmrade.

Die neue Linie

Der Bus mit der Nummer 8514 ist ein umgebauter, barrierefreier Transporter der Sprinterklasse und soll ab 10. Dezember vom Don-Bosco-Haus über Augustinum, Hauptstraße, Zob, Stadthaus und Möllner Welle zum Robert-Koch-Park fahren.

„Das ist ganz wunderbar. Wir haben dafür lange gekämpft“, lautete der Tenor bei einer Podiumsdiskussion zum Thema „Zufriedenheit der Senioren in Mölln“ am Dienstagabend im Wohnstift Augustinum. Laut Bürgermeister Jan Wiegels haben die Stadtvertreter in den vergangenen Monaten zusammen mit den Ratzeburg-Möllner Verkehrsbetrieben (RMVB) hart um diese Linienführung gerungen. „Wir investieren deutlich in den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Ich persönlich finde es gut, dass wir die Möllner Welle und den Robert-Koch-Park anbinden“, sagte Bürgermeister Jan Wiegels. Diese Erweiterung koste allerdings auch eine Stange Geld. 250000 Euro pro Jahr muss Mölln für die neue Linie im Haushalt der Stadt einstellen.

Laut Jörn Böge, Betriebsleiter der RMVB, werden für den Transport zwei Fahrzeuge der Sprinterklasse eingesetzt, die jedoch allen Komfort und jede Funktion normaler Linienbusse bieten. Das ermöglicht es auf Dauer, direkt vorm Don-Bosco-Haus und vor dem Augustinum, wofür es in kürze Umbaumaßnahmen im Wohnstift geben soll, zu starten. Die Linie fährt in der Woche von 6.30 bis 18.30 Uhr, und sonntags von 9.30 und 18.30 Uhr.

„Das Besondere an dieser Linie ist aber vor allem, dass sie nun Lehmrade mit der Stadt verbinden“, erklärt Böge. Alle zwei Stunden von Montag bis Sonntag soll es nämlich vom Robert-Koch-Park aus in die Gemeinde im Südosten der Stadt gehen, um die dortige Kurklinik und die Bürger anzubinden. Im Gegenzug wird das Anrufsammeltaxi nach Lehmrade eingestellt.

Weiter im Angebot ist die Linie 8511, die vom Zob/Bahnhof aus stündlich – in der Rushhour verdichtet – in Richtung Waldstadt fährt. Die Linie 8512 fährt dann weiterhin vom Bahnhof aus über den Grambeker Weg in das Hansaviertel. Alternativ dazu wird es die Linie 8522 geben, die über Brauerstraße und Wasserkrüger Weg raus ins Hansaviertel fährt und über den Grambeker Weg wieder zurückkommt. „Zusammen durch diese beiden Linien erreichen wir montags bis freitags eine Linie vom Bahnhof in das Hansaviertel und zurück etwa im Halbstundentakt“, so Böge. Die Line 8513 wird vom Zob über die Hauptstraße ins Industriegebiet-Nord an der Ratzeburger Straße fahren. Beim Kreisel an der Andreas- Paul-Weber-Straße soll sie wenden. Damit sind auch Discounter und Autohäuser mit dem Bus erreichbar. Montags bis sonntags fährt die Linie 8513 im Stundentakt.

„Unsere Bewohner können nun ganz im Sinne der Inklusion alleine oder in Begleitung den Sozialraum erkunden“, lobt Harry Harms, Leiter des Don-Bosco-Hauses die Einführung der neuen Buslinie.

Kontakt zum RMVB unter www.rmvb-gmbh.de

Lob für kulturelles Angebot, Kritik an geringer Facharztdichte

Ihr Leben in Mölln beschrieben rund 60 Senioren am Dienstagabend bei einer Podiumsdiskussion im Theatersaal des Wohnstifts Augustinum. Auf dem Podium hatten sich der Möllner Bürgermeister Jan Wiegels, Pastorin Kerstin Engel-Runge sowie die Bewohnerinnen Dora Suhrcke und Kläre Edens eingefunden und Stadtarchivar Christian Lopau moderierte den Talk. Der Tenor der Bewohner: Die Natur ist einzigartig, in der Stadt hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. So gäbe es ein tolles kulturelles Angebot, so Dora Surcke. Auch der Feierabendmarkt einmal im Monat am Bauhof sei beliebt. Der Leerstand sei zwar ein Problem. „Doch er ist längst nicht so schlimm wie etwa in Emden“, erklärte Kläre Edens.

Kritik gab es an der geringen Facharztdichte. Zum Beispiel, dass es lediglich zwei Orthopäden und keinen Kardiologen in der Stadt gebe, stört die Senioren. Viel Lob gab es für die einmalige Kinderstadt Tillhausen. Kritik gab es auch an der hohen Verkehrsbelastung in der Innenstadt, für die es wohl auf absehbare Zeit keine Lösung gebe. „Unsere Erfahrung zeigt, dass Sperrungen nichts bringen. Verkehr sucht sich wie Wasser immer einen Weg“, erklärte Wiegels.

Pastorin Engel-Runge lobte die Vernetzung von Kirche, Verwaltung und Behinderteneinrichtungen in der Stadt.

 Florian Grombein

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