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Lauenburg Neue Chance für Teppichfabrik?
Lokales Lauenburg Neue Chance für Teppichfabrik?
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20:10 23.06.2017
Geesthacht

Ist das die Lösung der Probleme rund um das Thema Geesthachter Teppichfabrik? Die Stadt und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises (WFL) wollen das Gelände der ehemaligen Norddeutschen Teppichfabrik an der Düneberger Straße übernehmen. Die Politiker im Hauptausschuss gaben Bürgermeister Olaf Schulze (SPD) einstimmig grünes Licht für die Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter. Schulze hat die WFL als Partner an seiner Seite. „Alleine könnten wir das nicht“, sagte der Verwaltungschef. Die Kosten für die 22 Hektar sind unklar.

„Die Möglichkeiten, innerhalb der Stadtgrenzen größere Flächen für Wohnungsbau oder Gewerbeansiedlung zu entwickeln, sind begrenzt. Deshalb ist das Areal der Teppichfabrik von wesentlicher Bedeutung für die Entwicklung der Stadt“, begründet Schulze den Vorstoß. Aktuell prägen Industriebrachen und verwilderte Grünflächen das Bild an der Düneberger Straße. „Es ist eine sehr große Fläche in sehr guter Lage, mit der wir uns schon öfter beschäftigt haben. Zusammen mit der Stadt, die ja auch für die Entscheidung, was dort passieren soll, zuständig ist, könnten wir uns eine Lösung für dieses komplexe Thema vorstellen und wollen diesen Versuch deshalb starten“, sagt WFL-Geschäftsführer Ulf Hahn. Als komplex gelten strengen Forderungen von Natur- und Denkmalschutz.

„Da sind profitable und riskante Flächen. Nur wenn wir alle haben, können wir etwas realisieren, nämlich wenn die profitablen Flächen die anderen mitfinanzieren“, sagte Georg Miebach, der Erste Stadtrat.

Zum Hintergrund: Der Insolvenzverwalter könnte bald unter Handlungszwang stehen und dann nur die interessanten Flächen an einen Investor verkaufen. Das, wo der Denkmalschutz seine Hände drauf hat, bliebe dann wohl übrig. Diese Flächen würden dann nach Abschluss des Insolvenzverfahrens als eigentümerlos an die Stadt fallen, die sie mangels Einnahmen nicht unterhalten könnte.

„Wir begrüßen es außerordentlich, dass da jetzt Bewegung reinkommt. Wir sollten das auf den Weg bringen“, sagte CDU-Fraktionschef Sven Minge. „Strategisch ist das für Geesthacht ein wichtiges Gelände. Wir müssen aber sehen, ob man diese Idee zum Abschluss bringen kann“, sagte SPD-Fraktionschefin Kathrin Wagner-Bockey. „Das Vorhaben ist gut für die Weichenstellung zur Stadtentwicklung. Wir sehen hier eine Chance, die sich die nächsten Jahrzehnte nicht wieder bietet“, betonte Gerhard Boll von den Grünen. Außer Wohnbauflächen sollen auch Flächen für Gewerbebetriebe entstehen. Durch deren Verkauf könnten die unter Denkmalschutz stehenden alten Hallen der Teppichfabrik saniert und für eine mögliche kulturelle Nutzung hergerichtet werden. Das Areal an der Düneberger Straße hat vom Industriegebiet her eine gute Erschließung, könnte rückwärtig aber auch gut an die Innenstadt angebunden werden. Außerdem bietet es viel Grün. Schulze:

„Es ist wichtig, dass wir ein Konzept finden und Verhandlungen aufnehmen können.“ Bisher sind alle Versuche des Insolvenzverwalters der ehemaligen Norddeutschen Teppichfabrik zur Vermarktung des Areals gescheitert.

Gesunkene Nachfrage

Die 60-jährige Teppichproduktion in Geesthacht war im Oktober 2016 durch die Firma Vorwerk, die die Marke „Nordpfeil“ aus der Insolvenz übernommen und noch kurzzeitig mit 70 Beschäftigten fortgeführt hatte, endgültig beendet worden. 1953 hatte Hubertus Rösel das Unternehmen in Geesthacht angesiedelt, doch andere Fußbodenbeläge, allen voran Laminat, ließen die Umsätze einbrechen. 2013 kam es zur Insolvenz der Norddeutschen Teppichfabrik. Um deren Gläubiger befriedigen zu können, muss verkauft werden.

Timo Jann

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