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Lauenburg Neue Runde im Hundebusch-Streit
Lokales Lauenburg Neue Runde im Hundebusch-Streit
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21:43 15.11.2016
Die Schießanlage des Wurftaubenclubs Ratzeburg am Hundebusch hat ihre besten Tage hinter sich. Quelle: Holger Marohn

Heute berät der Betriebsausschuss des Kreises (17 Uhr, Forstamt Farchau) erneut über die Zukunft der Wurtaubenschießanlage am Hundebusch. Die Situation ist kompliziert. Es ist eine Mischung aus widersprüchlichen Aussagen, unklaren Zuständigkeiten und politischen Netzwerken. Die LN haben vor der Sitzung einen Faktencheck gemacht.

Der Verein

Der Wurftaubenclub Ratzeburg (WTC) wurde 1999 als „Zweigverein“ des Jagdschießclubs Ratzeburg (JSC) gegründet. Das Finanzamt hat dem WTC die Gemeinnützigkeit verweigert, heißt es aus JSC-Kreisen.

Daher werde der WTC als Sparte geführt, der keine eigenen Mitglieder habe. Die Nutzung der Anlage wurde 1973 dem JSC genehmigt. Eine Satzung ist auf der umfangreichen Homepage des WTC nicht zu finden, die auf der Homepage angegeben Handynummer ist „nicht vergeben“.

Erfolge

Die Erfolge des WTC werden unter dem Dachverein JSC Ratzeburg geführt. Wie für eine Randsportart mit relativ wenigen aktiven Sportlern typisch haben sich Erfolge gerade junger Mitglieder oft sehr schnell eingestellt. Aushängeschild ist Vincent Haaga. Der aus dem ostholsteinischen Heringsdorf stammende Bundeswehrsoldat kam 2011 als 15-Jähriger zum Wurfscheibenschießen und wurde 2013 in die Nationalmannschaft berufen. Allerdings trainiert Haaga nicht am Hundebusch, sondern auf der modernen Anlage in Kasseedorf bei Eutin oder mit der Sportförderkompanie der Bundeswehr in Suhl. Ähnlich sieht es mit Pauls Zours aus. Der Lohbrügger startet inzwischen für den SSC Schale.

Sicherheit

Nach Prüfung durch das Bauamt des Kreises besteht für die Schießanlage Hundebusch eine gültige Baugenehmigung. Nach heutigen Gesichtspunkten wäre die Anlage jedoch in dieser Form nicht mehr genehmigungsfähig. Ein baulicher Schutz – oder ein Warnschild – ist nicht vorhanden. Im Wald ist das Gelände nur mit einem Seil „gesichert“. Jagdliche Schrotmunition kann bis zu 300 Meter weit – also bis zum Radfernwanderweg – fliegen. Auf der Anlage wird offiziell nur mit weniger weit fliegenden Sportmunition geschossen. Anwohner berichten allerdings von möglichen Schrottreffern im Gesicht von Radwanderern.

Lärmschutz

Vereinsvertreter des Wurftaubenclubs haben im Betriebsausschuss gesagt, dass der Besitzer des benachbarten Dorotheenhofes berichtet habe, der Lärm sei „jetzt erträglich“. Dem widerspricht Nikolai Rabels gegenüber den LN deutlich. Der Schießlärm sei weiterhin eine erhebliche Belastung, sagt Rabels und berichtet von durch „gefechtsartigen“ Lärm verschreckten Touristen auf dem Fernradwanderweg Alte Salzstraße und Gästen. Gutachten zum Lärmschutz gibt es offenbar nicht.

Umweltschutz

Eine Schrotpatrone enthält 24 Gramm Blei. Eine Serie besteht auch 25 Schüssen oder besser Würfen. Im Wettkampf werden beim Skeet an zwei Tagen fünf Qualifikationsserien und eine Finalrunde geschossen. WTC-Vertreter haben ausgesagt, dass durch Fangnetze 75 Prozent des Blei abgefangen werden. Bei jeder Serie gelangen so 150 Gramm Blei in den Waldboden hinter der Anlage. Auf der Trapp-Anlage gibt es keine Fangeinrichtung für das Blei. Pro Serie gelangen 600 Gramm auf einen Acker. Der gehört dem Verein. In dem sauren Boden korrodiert das Blei und könne mit dem Sickerwasser in tiefere Schichten gelangen, heißt es in einer Stellungnahme des ehemaligen Landesamtes für Natur und Umwelt. Die Flintbeker Behörde hat darin 2006 auch von einem „hohen Verlagerungspotential“ und einem hohen Gefährdungspotential gesprochen. Eine Grundwassergefährung sei „wahrscheinlich“. Reagiert hat der Verein in zehn Jahren nicht. Auf seiner Homepage kündigt er jetzt an, dass ab Januar nur noch mit Stahlschrot geschossen werden darf. Das ist nicht mit jeder Waffe ohne Weiteres möglich. Und Stahl fliegt anders. Im Wettkampf wird mit Blei geschossen. Vor drei Monaten hatten Vereinsvertreter noch ausgesagt, dass bei einem Wechsel auf Stahlschrot dieses mit dem Blei im Boden chemisch reagieren würde.

 Holger Marohn

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