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Lauenburg Neuer Pächter für 750 Wohnungen
Lokales Lauenburg Neuer Pächter für 750 Wohnungen
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22:10 26.06.2013
Von Martin Stein
Dieses Wohnhaus an der Ecke Berliner Straße/Massower Straße in Mölln gehört auch zum Immobilienbestand der Gemeinnützigen Kreisbaugenossenschaft Lauenburg e. G. An diesem Gebäude haben gerade Sanierungsarbeiten begonnen. Quelle: Fotos: Martin Stein
Mölln

Die Gemeinnützige Kreisbaugenossenschaft Lauenburg hat ihre knapp 750 Wohnungen an einen neuen Geschäftspartner verpachtet. Während der Vertragsabschluss unter den Mietern für Unruhe sorgt, versichert der Vorstand der Genossenschaft, dass die Betroffenen keinerlei Nachteile zu befürchten hätten. Der Vorstand weist auch die Kritik zurück, nach der die Neuverpachtung rechtlich nicht einwandfrei zustande gekommen sei.

Die als eingetragen geführte Baugenossenschaft („e. G.“) ist aus rechtlicher Sicht mit einem eingetragenen Verein vergleichbar und hat nach Angaben des Vorstands fast 1000 Mitglieder. Ihre in der Nachkriegszeit errichteten Wohnblöcke stehen insbesondere in Mölln, aber unter anderem auch in Ratzeburg, Schwarzenbek, Breitenfelde und Wohltorf. Aus steuerlichen Gründen bewirtschaftet die Genossenschaft ihre Immobilien nicht selber, sondern beauftragt damit einen Pächter. Bisher ist das die Oldesloer Wohnstätten GmbH (OWG) — aber nur noch bis zum Ende dieses Jahres. Vom 1. Januar 2014 an übernimmt die Lauenburgische Wohnungsgesellschaft mbH diese Aufgabe. Mit ihr hat der Vorstand am 27. Februar dieses Jahres einen entsprechenden Pachtvertrag abgeschlossen.

Die beiden Vorstandsmitglieder Werner Hölker aus Ratzeburg und Horst Pretorius aus Mölln begründen den Wechsel mit massiven finanziellen Vorteilen für die Genossenschaft: „Wir haben dann jährlich rund 100 000 Euro mehr, die wir für die Verbesserung unseres Wohnbestandes einsetzen können“, sagen Hölker und Pretorius. So hatten sie es auch den Mitgliedern der Genossenschaft in einem Rundschreiben mitgeteilt. Dieses Geld, ein knappes Viertel der bisherigen jährlichen Zahlung an den Pächter, könne genutzt werden, um zum Beispiel Küchen oder Bäder zu sanieren. Die beiden Vorstandsmitglieder versichern, dass sich durch den kommenden Pächterwechsel für die Mieter gar nichts ändere, sie dadurch nur Vorteile hätten. Der Pachtvertrag schreibe fest, „dass Mieterhöhungen nur mit der vorherigen Zustimmung des Vorstandes möglich sind“.

Zustande gekommen ist der Pächterwechsel, ohne dass der Aufsichtsrat der Genossenschaft und die Mitglieder in die Entscheidung eingebunden waren und ohne dass es eine Ausschreibung gab. Das führte nicht nur zu Protesten, sondern auch zur Einschaltung des Verbandes Norddeutscher Wohnungsunternehmen — der den Kritikern sogar Recht gab: Aufsichtsrat und Mitglieder hätten nach Meinung der Hamburger Wohnungsexperten beteiligt werden müssen. Daraufhin schaltete der Vorstand der Kreisbaugenossenschaft die Düsseldorfer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO ein. Die habe dem Vorstand korrektes Handeln bescheinigt, sagen Hölker und Pretorius: „Unsere Entscheidungen waren rechtlich völlig in Ordnung.“ Hölker verweist außerdem auf einen Kommentar von Professor Dr. Jürgen Keßler, dass der Vorstand die Genossenschaft „unter eigener Verantwortung“ leite. Kritiker halten dem Vorstand dagegen vor, mit Blick auf den Pächterwechsel seiner Berichtspflicht gegenüber dem Aufsichtsrat nicht nachgekommen zu sein.

Inwieweit die Meinungsverschiedenheiten über den Vertragsabschluss mit der Lauenburgischen Wohnungsgesellschaft mittlerweile ausgeräumt sind, wird sich am morgigen Freitag bei einer Mitgliederversammlung der Kreisbaugenossenschaft zeigen. Auf der Tagesordnung der internen Beratungen in Mölln stehen unter anderem die Vorstellung des neuen Pächters, Lage- und Geschäftsberichte sowie Wahlen zum sechsköpfigen Aufsichtsrat der Genossenschaft, der von Herbert Günther geleitet wird. Die bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Marianne Renkwitz ist ausgeschieden.

Vor 50 Jahren
Die rege Bautätigkeit der Gemeinnützigen Kreisbaugenossenschaft sorgte vor etwa einem halben Jahrhundert immer wieder für Schlagzeilen im Lauenburgischen. So am 12. Dezember 1963, als die LN berichteten, dass die Genossenschaft in Mölln zwei Bauprojekte vorstellte: „Ein vier- und fünfgeschossiger Wohnblock in der Berliner Straße soll 26 Wohnungen besitzen und im Frühjahr 1964 bezugsfertig sein. Die Kosten für den Neubau betragen 825 000 Mark. Ein neungeschossiges Hochhaus soll an der Massower Straße gebaut werden und neben 36 Wohnungen auch eine Ladenzeile enthalten.“

Von 1971 bis 1998 bewirtschaftete die damals dem Kreis gehörende Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft die Gebäude der Genossenschaft.

Martin Stein

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