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Lauenburg Neuer Schub für Ratzeburgs Freundschaft zu Dänemark
Lokales Lauenburg Neuer Schub für Ratzeburgs Freundschaft zu Dänemark
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20:24 17.09.2016
Sie freuen sich auf das restaurierte Antependium für den St. Petri-Altar: Ratzeburgs Bürgermeister Rainer Voß (v. l.), Bürgervorsteher Ottfried Feußner, Lisa Niggeweg (Stadtmarketing) Sängerin Lene Krämer, Pröpstin Frauke Eiben und St.-Petri-Pastor Martin Behrens mit dänischen Flaggen vor dem St. Petri-Altar. Quelle: Strunk

Der Sonntag, 2. Oktober, ist diesmal ein ganz besonderes Datum: „Nicht nur, dass wir in diesem Jahr das 500. Jubiläum der Reformation feiern, sondern an diesem Tag auch die 200. Wiederkehr der Huldigung des dänischen Königs Frederik VI. der lauenburgischen Stände zu ihrem neuen Herzog und daraufhin auch das Geschenk Friedrichs an die Stadtkirche St.

König Friedrich VI. von Dänemark (1809–1839), seit 1815 Herzog von Lauenburg. Quelle: Stadtarchiv Mölln/hfr

Petri zu Ratzeburg in Gestalt eines schönen roten Antependiums für die Kanzel“, sagt Frauke Eiben, Pröpstin des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg. Hinzu komme, dass an diesem Tag auch Erntedank gefeiert wird, „das ist dann die besondere Melodie an diesem Tag“, betont sie die Koinzidenz der freudigen Ereignisse.

Am 2. Oktober vor 200 Jahren, also 1816, anerkannten die Landstände des nach den Befreiungskriegen kurzzeitig zu Preußen gehörigen Herzogtums die Regentschaft des dänischen Königs. Vorausgegangen war der berühmte Wiener Kongress nach dem Zusammenbruch des napoleonischen „Weltreichs“, der 1815 das Staatengefüge im damaligen Europa völlig neu ordnete. So war Lauenburg zwar erst an Preußen gefallen, wurde dann von diesem aber im Tausch gegen das bis dahin schwedische Vorpommern und die Insel Rügen an Dänemark weiter gereicht.

Frederik VI. gab sich generös. Anders als Holstein konnten sich die lauenburgischen Stände auf alte Rechte und Privilegien berufen, die ihnen von ihm dann auch zugestanden wurden. Ohnehin hatte das Herzogtum nie engere Verbindungen zu Schleswig-Holstein oder Dänemark gepflegt. Hinzu kam, dass Ritter, Gutsherren und Städte ihre Tradition in der Überlieferung des mittelalterlichen Ständestaates hüteten. Dies gelang über Jahrzehnte hinweg, dass sich der spätere Reichskanzler Otto von Bismarck 1867 zu dem Ausspruch hingerissen fühlte, „Lauenburg ist zweihundert Jahre zurück“.

Am übernächsten Sonntag blicken wir tatsächlich 200 Jahre zurück. Als sichtbares Zeichen wird während des Festgottesdienstes in der Ratzeburger Stadtkirche St. Petri (siehe Beistück) das frisch restaurierte Antependium in Empfang genommen. Dieser große, rote, rund zwei Meter breite Vorhang (lat. ante = vor; pendere = hängen), der den gesamten Altartisch schmücken wird und mit dem Signum König Friedrichs VI. versehen ist, wurde auf Initiative des Dompropstes Jens Torkild Bak aus Ribe, der Partnerstadt Ratzeburgs, in der Werkstatt „Selskab for Kirkelig Kunst“ in Kopenhagen restauriert. Sogar die Kosten übernahmen die Dänen, die mit der feierlichen Übergabe auch ein Zeichen der Gemeinschaft, der Brüderlichkeit und des Friedens setzen wollen.

Dafür bedankten sich nicht nur die kirchlichen Vertreter in Ratzeburg, Pröpstin Eiben und Pastor Martin Behrens, sondern auch der Kirchenpatron, Bürgermeister Rainer Voß, und Bürgervorsteher Ottfried Feußner („Die dänische Zeit des Herzogtums war von bedeutenden, zukunftsweisenden Entwicklungen geprägt“).

Letztere freuen sich besonders auf die ihnen bekannten Vertreter aus dem politischen und gesellschaftlichen Ribe, mit denen man dank der Städtepartnerschaft engen Kontakt pflegt.

Mit von der Partie ist selbstverständlich auch Eibens Vorvorgänger Propst Dr. Hermann Augustin. Dieser hatte schon vor Jahren auf den bevorstehenden Jubiläumstag hingewiesen und gemeinsam mit seinem „Kollegen“ Jens Torkild Bak das Projekt vorangetrieben.

Programmablauf

Der Festgottesdienst aus Anlass des 200. Jahrestages der Huldigung des dänischen Königs Frederik VI. zum neuen Herzog durch die lauenburgischen Stände und zur Begrüßung des restaurierten Antependiums wird von Pröpstin Frauke Eiben, ihres Vorvorgängers Dr. Hermann Augustin, Jens Torkild Bak, Dompropst zu Ribe (Ratzeburgs dänische Partnerstadt) und Martin Behrens, Pastor von St. Petri abgehalten.

Beginn ist um 16 Uhr. Nach einem Empfang mit Grußworten hält Stadtarchivar Christian Lopau um 17.30 Uhr einen Vortrag über „Die dänische Zeit im Herzogtum Lauenburg“. Den Abschluss des Festaktes bildet ein Konzert von 18 bis 19 Uhr der dänischen Sängerin Lene Krämer mit einem dänisch-deutschen Liederabend (der Eintritt zu allen Komponenten ist frei).

Joachim Strunk

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