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Lauenburg Neues Backhaus mit alter Technik
Lokales Lauenburg Neues Backhaus mit alter Technik
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21:38 22.06.2017
Hans Granzow, Werner Ziel, Elfrieda und Jordis Pflug sowie Daniel Bornhofen (v. l.) putzen alte Steine, die für das neue Backhaus verwendet werden. Quelle: Fotos: Tja
Grabau

Wenn heute in Grabau gebacken wird, dann wird wie fast überall meistens in der heimischen Küche kurz der elektrische Backofen eingeschaltet, vorgeheizt und der Kuchen eingeschoben. Nach einiger Zeit ist alles fertig. In Grabau wird das bald anders laufen: Am Dorfgemeinschaftshaus entsteht zurzeit ein Backhaus nach historischem Vorbild. „Wir wollen diese Tradition, die früher in vielen Dörfern, auch hier bei uns, verbreitet war, bewahren“, sagt Bürgermeister Bernd Granzow. Nicht nur Kuchen, sondern auch Brot soll dort dann gebacken werden.

Außer Burghard Ehlers, der quasi der Bauleiter für das neue Backhaus ist, weiß in Grabau heute wohl nur noch die Mutter des Bürgermeisters, Anne Granzow, detailliert, wie ein Backhaus betrieben werden muss. „Die alte Technik soll an die interessierten, jungen Einwohner vermittelt werden“, erklärt der Bürgermeister. Tradieren nennt man die Weitergabe von Handwerkstechniken von einer Generation an die nächste.

Burghard Ehlers und Hans-Jürgen Krey haben dem Backhaus gerade den Boden verpasst, auf dem voraussichtlich ab September gebacken werden soll. „64 Millimeter Schamott und darunter 70 Millimeter Wärmedämmung“, sagt Ehlers. In dem Feuerraum – praktisch im Dachgeschoss des Backhauses, im Erdgeschoss ist das Holzlager – wird fünf bis sechs Stunden lang ordentlich Holz verbrannt, um die Schamottsteine auf Temperatur zu bringen. Haben diese knapp 600 Grad Celsius erreicht, wird die Glut ausgekehrt. Die Backwaren können dann direkt eingeschoben werden. Granzow sagt: „Man fängt dann erst mit dem dunklen Brot, das eine hohe Temperatur benötigt, an. Zum Schluss, wenn die Temperatur langsam heruntergekühlt ist, kommen etwa Pizza oder Butterkuchen rein.“

Die Interessengemeinschaft, die diese Tradition des Backens in Grabau erhalten möchte, hatte vorab zu einem Informationstreffen eingeladen. „Die Resonanz war großartig“, sagt Granzow. Außerdem konnten über die Aktivregion 2000 Euro an Zuschuss zu den Baukosten eingeworben werden. Verarbeitet werden unter anderem Ziegel eines alten Bauernhauses, außerdem wurde im Ort ein altes, baufälliges Backhaus abgebaut, von dem noch Teile genutzt werden können.

Nach der Premiere im September ist geplant, einmal monatlich gemeinsam zu backen.

Timo Jann

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