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Neues Leben im alten Stall

LN SERIE: HINTER ALTEN MAUERN – Viehhaus in Segrahn Neues Leben im alten Stall

Das große Fachwerkgebäude hat sich zu einem attraktiven Veranstaltungszentrum entwickelt.

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Der große Saal des Viehhauses in Segrahn wird heute für Veranstaltungen ganz unterschiedlicher Art genutzt. Ein Teil der tragenden Balken stammt noch aus der Bauzeit, also von 1828.

Quelle: Fotos: Norbert Dreessen

Gudow. Ja, es gibt noch ein paar Kühe im Viehhaus von Segrahn, auch wenn das Gebäude in dem kleinen Gudower Ortsteil seit 2010 ein weithin bekanntes Veranstaltungszentrum ist. Die Rindviecher, die heute im großen Saal des Backsteinbaus zu bewundern sind, hängen allerdings an der Wand – und zwar in Form von originellen Bildern, die Ilsabe von Bülow gemalt hat.

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Das große Fachwerkgebäude hat sich zu einem attraktiven Veranstaltungszentrum entwickelt.

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Sie ist gemeinsam mit ihrem Mann Detlev Besitzerin des Guthofs Segrahn, zu dem auch das Viehhaus gehört. An Familientradition herrscht hier kein Mangel, denn schon 1470 erwarb die Familie von Bülow den halben Teil des Gutes Segrahn, 1622 kaufte der Landmarschall Joachim von Bülow aus Gudow den anderen Teil hinzu. Seit dieser Zeit ist Segrahn mit dem nahen Gut Gudow verbunden.

Im November 1827 wurde das alte Viehhaus durch ein Feuer völlig vernichtet. 1828 ließ Adolph Gottlieb von Bülow ein neues Viehhaus erbauen und anschließend einen großzügigen Wirtschaftshof errichten.

Verwalterhaus, Kornscheune und Schafstall stammen ebenfalls aus dieser Zeit. Bis 1972 wurde der Segrahner Gutshof eigenständig bewirtschaftet, 1978 endete jedoch die Milchviehhaltung des Gutes. 1981 entstand auf dem Gutsgelände eine moderne Saatzuchtstation, die sich mit Züchtung und Aufbereitung von landwirtschaftlichem Saatgut beschäftigt und einen Teil der Gebäude nutzt. Andere Teile des Gutshofs wurden zu Wohnungen umgebaut.

Auch für das Viehhaus sollte nun eine neue Nutzung gefunden werden. Der Zustand des lange leerstehenden Gebäudes war schlecht, das Reetdach hatte bereits große Löcher. Da kam nur eine Grundsanierung in Frage, und die erfolgte dann 2010. Ein Teil der tragenden Balken konnte erhalten werden, viele aber mussten neu eingebaut werden.

Die große, mit einem nagelneuen Reetdach gedeckte Scheune wurde zu einem Veranstaltungszentrum, das seitdem Gäste aus ganz Norddeutschland und noch darüber hinaus anzieht. Klassik-, Jazz- oder Pop-Konzerte, unter anderem im Rahmen des Schleswig-Holstein-Musikfestivals, Theatergastspiele, Lesungen oder Kunsthandwerkermärkte – der variable, knapp 330 Quadratmeter große Raum lässt vieles zu.

„100 Stühle haben wir selbst, weitere 100 können wir jederzeit dazu mieten“, erklärt Ilsabe von Bülow, die inzwischen zu einer erfolgreichen Kulturmanagerin geworden ist und auf diese Weise viele Kontakte geknüpft hat. Ihr Motto „Unsere Events setzen dem Alltag kleine Glanzlichter auf“ hat sich jedenfalls voll und ganz bestätigt. Die Besucherzahlen steigen von Jahr zu Jahr.

Der Veranstaltungssaal wird vor allem im Sommerhalbjahr auch gern für Hochzeitsfeiern genutzt. Im benachbarten Gudow kann man kirchlich oder im ehemaligen Backhaus auch standesamtlich heiraten, für das anschließende Fest bietet das Viehhaus, das dafür natürlich stilvoll dekoriert wird, einen schönen Rahmen. Eine feste Restauration gibt es dort nicht, aber verschiedene Catering-Firmen stehen in der Region zur Verfügung.

Wenn ein Wort auf das größte Gebäude im kleinen Segrahn passt, dann „rustikal“. Laut Duden heißt das „eine ländlich-gediegene Note habend“.

Genau diese Note ist es, die das Viehhaus so attraktiv macht.

fügh

Der Herbstmarkt im Viehhaus Segrahn ist jedes Jahr eine der meistbesuchten Veranstaltungen dort. Diesmal findet er am Wochenende 14./15. Oktober statt, an beiden Tagen von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Angeboten wird, so Hausherrin Ilsabe von Bülow, "kein Ramsch, sondern hochwertiges Kunsthandwerk aller Art". Ein musikalisches Rahmenprogramm gehört auch zum Herbstmarkt auf dem alten Gutshof.

Norbert Dreessen

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