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Lauenburg Neues Lebensgefühl für übergewichtige Bogenschützin
Lokales Lauenburg Neues Lebensgefühl für übergewichtige Bogenschützin
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20:15 21.05.2016

Jennifer Heß aus Mölln ist eine mutige Frau. Mit starkem Willen und viel Ehrgeiz ausgestattet, hat sie bisherigen Schicksalsschlägen getrotzt. Nach einem Reitunfall in 2008 ist die 40-Jährige querschnittsgelähmt und sitzt im Rollstuhl. Heute schießt die Möllnerin in der Nationalmannschaft der Bogenschützen. Nach einer Magenoperation im Johanniter-Krankenhaus Geesthacht hat die Mutter von drei Kindern 50 Kilogramm abgenommen – und ein ganz anderes Lebensgefühl bekommen.

Nachher: Jennifer Heß hat deutlich abgenommen. Dabei geholfen hat ihr Dr. Frank Templin im Johanniter-Krankenhaus Geesthacht.
Vorher: Das Bild zeigt Jennifer Heß, als sie noch unter starkem Übergewicht litt. Quelle: Geercken, Hfr
Nachher: Jennifer Heß hat deutlich abgenommen. Dabei geholfen hat ihr Dr. Frank Templin im Johanniter-Krankenhaus Geesthacht.
Vorher: Das Bild zeigt Jennifer Heß, als sie noch unter starkem Übergewicht litt. Quelle: Geercken, Hfr

„Eine schwere Adipositas ist meist hormonell oder genetisch bedingt.“Dr. Frank Templin, Chefarzt Johanniter-Krankenhaus

Jennifer Heß erzählt ihre Geschichte, weil sie anderen von Adipositas (Fettleibigkeit) betroffenen Menschen Mut machen möchte, sich beraten und notfalls operieren zu lassen. „Ich bin ein ganz anderer Mensch geworden, habe mehr Selbstbewusstsein und Lebensqualität gewonnen“, sagt Heß. Hilfe fand die Möllnerin im Adipositaszentrum Geesthacht, das dem Johanniter-Krankenhaus angegliedert ist. Als sie 2012 operiert wurde, hatte sie ein Gewicht von 145 Kilogramm bei einer Größe von 1,73 Meter. „Vor meinem Unfall hatte ich immer Sport gemacht, damit war es dann schlagartig vorbei. Mit der Zeit wurde ich immer schwerer. Diäten haben nichts gebracht“, sagt Jennifer Heß. Sie habe große Angst vor der Operation gehabt, aber ihr Wille, „so nicht mehr zu leben“, sei stärker gewesen. Die Operation wurde von ihrer Krankenkasse bezahlt, ebenso die zweite im Herbst vergangenen Jahres, als es um die Straffung der Bauchdecke ging. Im Johanniter-Krankenhaus sei sie auf verständnisvolle Ärzte und Schwestern gestoßen. Durch mehrwöchige Aufenthalte und regelmäßiger Kontakte zum Adipositaszentrum ist sie dort inzwischen „eine gute Bekannte“.

Dr. Frank Templin, Chefarzt der Chirurgie, der die Mutter dreier Kinder (17, 14, 13) operiert hat, räumt mit einem Vorurteil auf: „Stark übergewichtige Menschen werden oft zu Unrecht stigmatisiert.

Eine schwere Adipositas ist meist hormonell oder genetisch bedingt. Das Hungergefühl fehlt.“ Deshalb rate er betroffenen Menschen, die Sprechstunde im Adipositaszentrum aufzusuchen und Hilfe zu suchen. „Fettleibigkeit ist eine chronische Erkrankung, die mit einem hohen Risiko für weitere ernsthafte Erkrankungen einher geht. Die Folgen können Bluthochdruck, Diabetes oder Schlaganfall sein.“

Von Adipositas spricht man, wenn der BMI (Body-Maß-Index) höher als 30 ist. Errechnet wird er, indem man das Gewicht durch das Quadrat der Größe teilt.

Jennifer Heß ist einen schweren Weg gegangen, hat sich einen Magen-Bypass einsetzen lassen. Der Magen wurde verkleinert, kann nicht mehr soviel aufnehmen. Ergänzend hat sie eine Ernährungstherapie gemacht, sich in einer Selbsthilfegruppe Mut geholt. Vielleicht hat auch ihr sportlicher Ehrgeiz geholfen, das Ziel in Angriff zu nehmen – so wie es ihr auch als Bogenschützin gelungen ist: Seit 2009 ist die Möllnerin Mitglied der Schützengesellschaft Geesthacht und trainiert fast täglich. Inzwischen ist Jennifer Heß Mitglied der Nationalmannschaft, Zehnte der Weltrangliste und trainiert zurzeit für ein weiteres hohes Ziel: Bei den Paralympics im September in Rio will sie ganz vorn mitmischen.

• Infos im Internet auf www.adipositaszentrum-geesthacht.de; www.adipositashilfe-geesthacht.de.

Silke Geercken

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