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Lauenburg Neues Lehrrevier: Jäger sollen in der Möllner Rehkuhle schießen
Lokales Lauenburg Neues Lehrrevier: Jäger sollen in der Möllner Rehkuhle schießen
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22:42 13.09.2016
Jäger Roger Stein (l.) und Andreas-Peter Ehlers (Vorsitzender Kreisjägerschaft) referieren im neuen Lehrrevier in der Rehkuhle über Nistkästen. Sie werden in Kooperation mit dem Lebenshilfewerk hergestellt. Quelle: Fotos: Grombein

Die Möllner Forstbehörde baut die Kooperation mit der Kreisjägerschaft aus. Ziel der Stadt ist es, einen gesunden und produktiven Wald zu schaffen, in dem sich alle Baumarten von Natur aus verjüngen. Dabei sollen nun die Jäger helfen, indem sie den Bestand von Reh-, Dam- und Rotwild auf Stadtgebiet dezimieren. Weil der Verbiss an jungen Bäumen laut Stadtwald immer weiter zunimmt, durften die Jäger nun in der Rehkuhle, einem 180 Hektar großen Gebiet, ein Lehrrevier einrichten. Junge Jäger sollen dort geschult werden. Auch eine Auffangstation für verletzte Wildtiere betreiben Forst und Kreisjägerschaft im Uhlenkolk. Der Jahrhunderte alte Auftrag der Jägerschaft, landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Flächen vor Verbiss zu schützen, wird in Mölln nun auf ein breiteres Fundament gestellt.

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Weil Verbiss- und Schälschäden an jungen und alten Bäumen zunehmen, setzt der Stadtforst auf Hilfe der Kreisjägerschaft – „Waidmänner“ nun im Naturparkzentrum Uhlenkolk.

„Wir sind mit diesem Schritt eine ganz neue Art der Kooperation mit dem Möllner Forstbetrieb eingegangen“, berichtet Andreas-Peter Ehlers, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Herzogtum Lauenburg. Schon seit Jahren arbeiten Forst und Jägerschaft bei zwei Drückerjagden pro Jahr Hand in Hand. Junge Jagderlaubnisbesitzer sollen nun im Stadtwald Praxiserfahrungen sammeln. Außerdem stellt die Stadt der Jägerschaft laut Grünamtsleiter Jörg Thun im Naturparkzentrum ein Büro zur Verfügung, damit die Nähe zu den Akteuren der Integrierten Station gegeben ist.

Da es nun vermehrt zu Abschüssen in der Rehkuhle kommen wird, legt Ehlers großen Wert auf die sorgsame Ausbildung der jungen Jäger. Zunächst sollen sie die Tiere beobachten und Art, Alter und Geschlecht des Wildes einschätzen lernen. „Die Ausbildung geschieht immer in Absprache mit erfahrenen Jägern“, berichtet der Vorsitzende der Kreisjägerschaft. Erst am Ende, wenn der Jägernachwuchs wirklich sicher ist, soll es laut Ehlers zum Abschuss kommen. Ehlers berichtet, dass Wildtiere nicht nur junge Bäume abfressen, sondern die Rinde von Bäumen aus Stress abschälen, was zum Tod stattlicher Stämme führen könne.

„Ich erhoffe mir durch das neue Lehrrevier, dass Wildbestände von Reh-, Dam- und Rotwild möglichst gering gehalten werden“, erklärt Martin Wißmann, Leiter des Möllner Stadtwaldes. Buche, Eiche oder Fichte, Holzarten mit deren Verkauf der Stadtwald im Auftrag des Bürgermeisters Gewinne erwirtschaftet, sollen sich von Natur aus vermehren. „Deutschland hat europaweit bei Schnittholz und Rohholz die höchsten Preise“, erklärte jüngst Thomas Caro von „Allforst“, einem der Abnehmer von Möllner Holz. Deutschland habe auch den größten Holzvorrat in Europa.

Die von der Stadt vorgegebenen Abschusszahlen ließen sich schwer pauschalisieren, erklärte Wißmann. Sie orientieren sich an festgestellten Verbissschäden. Als Beispiel nennt er einen Richtwert von acht bis zehn Rehen auf 100 Hektar pro Jahr. Überdies kooperieren Jäger und Forst bei der Einrichtung von Brutkästen für Eulen, die ausufernde Mäusebestände dezimieren sollen.

• Mehr Informationen zum neuen Lehrrevier gibt es auf Facebook unter folgendem Kurzlink: http://bit.ly/2cWOTXF

 Florian Grombein

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