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Lauenburg Neues Rekordjahr bei Meister Adebar
Lokales Lauenburg Neues Rekordjahr bei Meister Adebar
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22:18 09.09.2013
Trotz des relativ späten und witterungsbedingt schlechten Frühjahres zogen 35 Paare erfolgreich 85 Jungstörche groß. Vor gut zwei Wochen machten sich die Jungen auf den Weg gen Süden in wärmere Gefilde, die Altvögel folgten ihnen eine Woche später. Quelle: Fotos: dpa, tja (1)

Auch 2013 war wieder ein gutes „Storchenjahr“ im Herzogtum Lauenburg. Mit 85 aufgezogenen Jungvögeln in diesem Jahr wurde der bisherige Rekord aus 2010 sogar noch um ein Tier überboten. Auf insgesamt 40 Nestern (vier mehr als 2012) brüteten 35 Paare (2012: 32) erfolgreich, fünf blieben ohne Nachwuchs. „Wir waren lange Zeit skeptisch, ob es in diesem Jahr nicht einen Einbruch bei den Brutzahlen geben würde“, sagt Heinz- Achim Borck, der gemeinsam mit seiner Frau Trudel für den Naturschutz Bund (Nabu) Deutschland die Weißstörche im Nordkreis beobachtet und betreut. Die Skepsis begründete sich in dem erneuten Wintereinbruch im Februar, der langen Kälte bis nach Ostern hin und der dann folgenden Regenperiode.

„Der erste Storch wurde bei Schneeschauern am 5. Februar in Berkenthin gesichtet“, sagt Trudel Borck. „Es kamen auch andere Störche sehr früh, aber wegen der anhaltenden Schneefälle und Kälte zogen sie sich wieder für einige Zeit zurück.“ Wohin genau, das können die Nabu-Experten nicht sagen.

In Siebenbäumen feierte man nach neun Jahren die Rückkehr der Schreitvögel, die das Nest auf einem Schornstein bezogen. Das Nest auf dem Storchenmast war durch ein Paar Nilgänse belegt. Diese Gänseart, wie übrigens auch Kanadagänse, erobern mittlerweile landesweit Storchennester und verteidigen sie in aggressiver Weise.

In Kulpin musste die Landjugend den diesjährigen Termin für ihre Scheunenfete um sechs Wochen verschieben, damit die zwei ausgebrüteten Jungvögel ungestört flügge werden konnten. Die Freude über Storchennachwuchs in Poggensee währte dagegen nur kurz. Ein weiteres Storchenpaar versuchte, das Nest zu erobern. Bei den heftigen Kämpfen wurde ein noch unausgebrütetes Ei und die nur wenige Tage alten Jungen aus dem Nest geworfen, so dass sie verendeten.

Das nunmehr nachwuchslose Paar verließ daraufhin den Standort und hielt sich eine Zeit lang in Giesensdorf auf, bevor es dann wieder nach Poggensee zurückkehrte. In Lehmrade, Woltersdorf, Alt-Mölln, Grambek, Kittlitz, Klein Zecher und Mustin besetzten Störche zwar die Nester, brüteten aber nicht. In Lauenburg versuchte ein Paar auf dem Schornstein des ehemaligen Betonwerks ein Nest zu bauen. Im gesamten Kreis zählten die Naturschützer mittlerweile 145 Nester, von denen 50 in diesem Jahr genutzt wurden.

Bei den teilweise heftigen Kämpfen um Nester sind bei Altvögeln keine Verluste bekannt geworden, allerdings beklagen die Borcks und ihre Nabu-Mitstreiter insgesamt 15 tote Jungvögel in diesem Jahr.

Mit je vier Jungstörchen glänzten die Storcheneltern in Gülzow und Nusse. Neben nur wenigen „Einzelkindern“ gab es in diesem Jahr 15 Dreier- und 13 Zweier-Gelege.

Die Storchensaison des Jahres begann mit einigen Maßnahmen des Nabu an verschiedenen Nestern. So wurden die Plätze in den Gemeinden Lehmrade, Kehrsen, Hakendorf und Woltersdorf gereinigt, altes Material entfernt und mit neuem aufgefüllt. In Klein Zecher musste ein durch Sturm beschädigtes Nest komplett mit einer neuen Plattform und Korb ersetzt werden. Hilfreich für die Storchenbetreuer und viele freiwillige Helfer aus den Orten war der Hubwagen der Firma BBV-Manske. Aber auch die Feuerwehr half mit — wie in Göldenitz und Niendorf bei Berkenthin.

In diesem Zusammenhang bittet der Nabu bei Eingriffen in die Neststandorte die Betreuer des Nabu Mölln (Telefon 045 42/76 88) zu informieren.

Beringte Störche
Auch in dieser Saison wurden wieder etliche beringte Störche angetroffen, und zwar in den lauenburgischen Orten Lanze, Berkenthin, Büchen Dorf, Gülzow, Hamfelde, Kasseburg, Schmilau, Stubben und Witzeeze.


Der Nabu bittet um Benachrichtigung, um beringte Störche nach ihrer Rückkehr per Spektiv oder Digitalfotografie registrieren zu können.


Weitere Infos im Internet: www.nabu-moelln.de,

Mail: nabu-moelln@t-online.de, Telefon: 045 42/76 88.

Joachim Strunk

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