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Lauenburg Neues Wohngebäude am Sampo-Hof in Bliestorf
Lokales Lauenburg Neues Wohngebäude am Sampo-Hof in Bliestorf
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12:38 24.09.2016
Mit viel selbst gemachter Musik unterhielten die Bewohnerinnen und Bewohner des Sampo-Hofes in Bliestorf am vergangenen Wochenende bei schönstem Sommerwetter ihre zahlreichen Gäste. Quelle: Strunk

Bewohner, Mitarbeiter und Besucher des Sampo-Hofes hatten sich am vergangenen Wochenende den richtigen Zeitpunkt mit bestem Wetter ausgesucht: Mehr als 500 Gäste kamen zu der sozialtherapeutischen Einrichtung nach Bliestorf, die nicht nur ihr 40-jähriges Bestehen feiert, sondern auch die Einweihung eines neuen Wohnhauses für 20 Bewohner. Immerhin investierte der Trägerverein, die Sozialtherapeutische Arbeits- und Lebensgemeinschaft Bliestorf, 1,1 Millionen Euro.

Werkgemeinschaft

Aufgrund von Änderungen in der Sozialpolitik entschieden sich die beiden sozialtherapeutischen Einrichtungen Sampo-Hof Bliestorf und Thorsmoerk Rondeshagen vor zwei Jahren, ihre Arbeitsbereiche zu einer Werkstatt für behinderte Menschen zusammen zu legen. Am 1.10.2014 nahm die Stecknitz Werkgemeinschaft gGmbH ihre Arbeit auf.

Finanziert wurde das Projekt mehrheitlich über Darlehen in Höhe von 900000 Euro, davon 300000 Euro von der KfW zu einem Zinssatz von 0,85 Prozent. Weitere 200000 Euro stammen aus zwei Großspenden, zum einen der Stiftung Wohnhilfe, die andere von Privatleuten aus dem Rheinland.

Der Sampo-Hof entstand aus dem Haus Arild heraus, einer sozialtherapeutischen Einrichtung in Bliestorf für Kinder und Jugendliche. Die damalige Heimleiterin Frida Lefringhausen und ihre „Turmalin-Stiftung“ hatte einem biologisch-dynamisch arbeitenden Hof Geld zur Verfügung gestellt, um dort Arbeitsplätze für Abgänger aus dem Haus Arild zu schaffen. Die ersten Versuche schlugen fehl, doch nach dem Kauf des Hofs und der Gaststätte von Anita und Herbert Jürs im Sommer 1974 war der Anfang gemacht.

Nach einer nicht immer einfachen Geschichte mit wechselnden Verantwortlichkeiten kam es zur Gründung der sozialtherapeutischen Arbeits- und Lebensgemeinschaft Bliestorf e.V.. Dieser Verein ist heute die Trägergesellschaft.

Ab Anfang der 1980er Jahre lebten auf dem Sampo-Hof 19 junge erwachsene Menschen mit Behinderung, die auch im Haus Arild Arbeitsplätze hatten: in der Wäscherei, in der Küche, der Hausmeisterei und im Garten. Heute leben auf dem gesamten Sampo-Hof in mehreren Wohnhäusern, die allesamt Namen aus dem finnischen Nationalepos Kalevala tragen, 35 Bewohnerinnen und Bewohner. Just wurde das Haus Ilmatar eingeweiht, das barrierefreie Zimmer und Appartements für 20 Bewohner bietet. Das Haus (mit Fahrstuhl) entspricht den neuesten Brandschutzanforderungen und kann auch als Pflegeeinrichtung genutzt werden, wie Geschäftsführer Rolf Feddern betont: „Wir wollen unsere Bewohner hier gewissermaßen bis zum letzten Tag betreuen, schließlich ist der Sampo-Hof ihr Lebensort.“ Die älteste Mitbewohnerin ist 62 Jahre alt, sie und auch andere „Samporaner“ leben seit der Gründung des Hofes hier.

 Joachim Strunk

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