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Noch immer brauchen Rettungskräfte oft zu lange

Ratzeburg Noch immer brauchen Rettungskräfte oft zu lange

Leichte Verbesserung im Schnitt: Doch bei fast 1800 Einsätzen trafen die lauenburgischen Retter 2015 nicht in der gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfrist von zwölf Minuten ein.

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Die Rettungskräfte waren bei fast 1800 Einsätzen nicht innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfrist von zwölf Minuten am Einsatzort. Dazu stieg die Zahl der Notfalleinsätze deutlich.

Quelle: LN-Archiv

Ratzeburg. Die lauenburgischen Notfallretter brauchen oft zu lange, um nach erfolgter Alarmierung mit ihren Fahrzeugen auszurücken. Und das hat nach Einschätzung der Rettungsdienstplaner des Kreises dafür gesorgt, dass die Helfer im vergangenen Jahr bei fast 1800 Einsätzen nicht innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfrist von zwölf Minuten am Einsatzort waren. Ein weiteres Problem ist der erneute deutliche Anstieg der Zahl der Notfalleinsätze. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

Die Ausrückezeit wird derzeit lediglich am Standort Büchen eingehalten, berichtete Rettungsdienstplaner Kai-Fabian Steffens am Montagabend im Haupt- und Innenausschuss. Im Durchschnitt 52 Sekunden benötigen die Einsatzkräfte dort, um vom Aufenthaltsraum oder vom Bett zum Rettungswagen zu kommen. In anderen Wachen wie in Mölln (1:41 Minuten) oder Schwarzenbek (1:38) liegen diese Zeiten deutlich über der dafür kalkulierten 60-Sekunden-Frist. Ein Teil dieser Verzögerungen sei in den alten Wachen wie Mölln baulich bedingt. So müssten die Retter laut Steffens teils nicht nur lange Wege zwischen Aufenthaltsräumen und Fahrzeughalle zurücklegen, sondern dabei Treppen überwinden und bis zu drei Türen auf- und zuschließen. „Aber wir haben auch in den neueren Wachen Überschreitungen. Da müssen die Mitarbeiter an sich arbeiten“, sagte Steffens, der selbst nebenamtlich als Rettungsassistent im Rettungswagen fährt. Im baulichen Bereich ist zumindest für die älteren Wachen ab 2017 Besserung in Sicht. Sowohl in Mölln als auch in Geesthacht sollen dann die neuen nach modernsten Anforderungen geplanten Gebäude in Betrieb gehen.

Doch auch ohne diese Neuerungen zeichnen sich bereits Verbesserungen bei der Einhaltung der Hilfsfristen ab — ausgelöst vor allem durch eine längere Besetzung der Rettungswache in Büchen und den weitgehenden Verzicht auf Krankentransportfahrten von Büchen aus. Während die Gemeinde Büchen mit einer Hilfsfrist-Einhaltung von 91,4 Prozent und einer durchschnittlichen Zeit bis zum Eintreffen der Retter von gut sechs Minuten inzwischen sogar überdurchschnittlich versorgt ist, sieht es für viele der anderen Gemeinden im Amtsgebiet eher schlecht aus. Ähnlich sieht es kreisweit aus. Immerhin konnte die zwölfminütige Hilfsfrist — bereinigt um Messfehler — inzwischen durchschnittlich immerhin in 90,53 Prozent (Vorjahr 89,27 Prozent) der Fälle eingehalten werden. In einzelnen Orten kommen die Retter sogar bei mehr als 70 Prozent ihrer Einsätze nicht innerhalb der Hilfsfrist (die LN berichteten).

„Diese 90,53 Prozent sind kein Grund für Entwarnung. Das Ziel muss sein, dass die Hilfsfrist überhaupt nicht mehr überschritten wird“, fordert Jens Meyer (SPD). Parteifreund Egon Siepert ergänzt mit Blick auf den ländlichen Raum: „Unterschiede von 20 Prozent und mehr zwischen Städten und Dörfern im Kreis sind für einen Kreispolitiker nicht hinnehmbar.“

Ausschussvorsitzender Norbert Brackmann erinnerte daran, dass die durchschnittliche Eintreffzeit der Retter beim Patienten die eigentliche Qualitätskennziffer der Notfallversorgung sei. Gut sieben Minuten seien für einen Flächenkreis da ein „ganz guter Wert“. Darauf müsse mehr Wert gelegt werden. „Es ist eine tolle Leitung, dass in durchschnittlich sieben Minuten jemand vor der Tür ist — und das Tag und Nacht“, so der Kreis- und Bundespolitiker aus Lauenburg. Ziel müsse sein, diesen Wert weiter zu verbessern. In der Vergangenheit hatte Brackmann immer wieder gefordert, die Versorgung der Städte zu verbessern, da dort mit relativ wenig Aufwand viele Menschen erreicht werden könnten.

Planer Steffens sieht kurzfristig Verbesserungspotential durch die Optimierung der Ausrückezeiten. „Eine Verbesserung der Ausrückezeiten auf eine Minute würde eine Verbesserung des Hilfsfristereichungsgrades um etwa 1,3 Prozent bedeuten“, sagt Steffens. Das sei eine ganze Menge. Spätestens wenn 2017 die beiden neuen Wachen in Geesthacht und Mölln fertig seien und später auch in Lauenburg der Neubau erfolgt sei, stehe der Einhaltung der Hilfsfrist baulich auch nichts mehr im Weg.

Neue Rettungswachen

In Mölln steht der erforderliche Bebauungsplan für den Neubau der Wache an der Brücke über die Bahn (Vorkamp/Am Brook) vor dem abschließenden Satzungsbeschluss. Ein Bau soll noch in diesem Jahr beginnen. Umfang und Größe sind mit den Krankenkassen abgestimmt.

In Geesthacht soll am Johanniter-Krankenhaus ebenfalls noch in diesem Jahr mit dem Neubau begonnen werden. Die Wache in der Pankower Straße wird dann aufgelöst.

In Büchen plant die Gemeinde den Neubau einer Wache am Sportzentrum auf eigene Kosten. Auch hier sollen noch 2016 die Arbeiten beginnen.

Holger Marohn

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