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Lauenburg Noch mehr Schäden am Möllner Aussichtsturm
Lokales Lauenburg Noch mehr Schäden am Möllner Aussichtsturm
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17:28 22.08.2013
Der Wasserturm in Mölln, heutzutage ein Aussichtsturm, ist schon wieder gesperrt. Quelle: Florian Grombein
Mölln

Ein halbes Jahr nach einem Wasserrohrbruch im Möllner Aussichtsturm ist weiterhin unklar, wann das Bauwerk auf dem Klüschenberg wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann. Der Sanierungsbedarf hat sich sogar noch vergrößert: Von der Außenwand lösen sich erneut Steine. Eine erste Kostenschätzung für die Reparaturarbeiten geht von einer Summe von 150 000 Euro aus.

Kurverwaltungschef Jochen Buchholz nannte diese Zahl, als er am Dienstagabend im Stadthaus dem Tourismusausschuss einen Sachstandsbericht zum früheren Wasserturm vorlegte. Weil das als Aussichtspunkt und für Ausstellungszwecke genutzte Gebäude unter Denkmalschutz steht, gibt es zurzeit Gespräche mit der Denkmalpflege. „Im Moment können wir niemanden in den Turm lassen. Wir warten auf die Aussagen der Denkmalpfleger“, berichtete Buchholz den Kommunalpolitikern. Die Kosten für die Sanierung müssten in den Wirtschaftsplan der Kurverwaltung aufgenommen werden.

Der Bericht über die neuerlichen Schäden wurde von den Ausschussmitgliedern vor allem deshalb mit spürbarem Unmut aufgenommen, weil der Turm vor nicht allzu langer Zeit mit einem Aufwand von 450

000 Euro umfassend saniert wurde. 2003 hatten diese Arbeiten begonnen. Dazu ist damals ein Gutachten erstellt worden. Diese Expertise sprachen insbesondere Bernd Schierstaedt und Hans-Hermann Albrecht (beide CDU) an. „Da ist irgend etwas nicht gut gelaufen“, sagte Albrecht und drang mit seinem Fraktionskollegen darauf, mögliche Regressforderungen zu überprüfen. Dieter Ruhland (FDP) griff das Thema unter einem anderen Aspekt auf: „Bloß nicht wieder ein Gutachten für 20 000 Euro anfertigen lassen“, warnte er vor zusätzlichen Kosten.

Im Februar dieses Jahres war ein Wasserrohr im Turm durch Materialermüdung geplatzt. Laut den Ausführungen von Kurverwaltungschef Buchholz ist im Gebäude außerdem mit Latexfarbe gearbeitet worden:

„Da kann nichts atmen, das Wasser läuft die Wände runter.“ Deshalb sitzt jetzt der Schimmel in den Turmetagen, so dass auch die Exponate der Naturschutz-Ausstellung zu reinigen sind. Zum Austausch der defekten Steine an der Fassade des Bauwerks müsste der Turm wieder eingerüstet werden.

Vor 100 Jahren errichtet
186 Stufen führen im früheren Möllner Wasserturm zur offenen Turmspitze, von der sich dem Betrachter ein schöner Rundblick auf die Möllner Altstadt, den nahen Kurpark, die Seen am Rande des Ortskerns und das bewaldete Umland sowie den Elbe-Lübeck-Kanal bietet. Der Backsteinbau wurde von 1911 bis 1913 unter der Leitung des Ingenieurs Hans Ritter zur Wasserversorgung Möllns errichtet. Voraussetzung für die touristische Nutzung war die Sanierung des Backsteingebäudes im Jahre 1986. Regelmäßig geöffnet ist der Aussichtsturm nur in der Sommersaison. Auf die Besucher wartet dann nicht nur der Blick auf die Eulenspiegelstadt und ihre Umgebung, sondern auch eine interaktive naturkundliche Ausstellung.

Martin Stein

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