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Lauenburg Notfalleinsätze steigen dramatisch
Lokales Lauenburg Notfalleinsätze steigen dramatisch
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21:15 11.10.2016

Die Einsatzzahlen im Rettungsdienst steigen weiter ungebremst an. Rund 20 Prozent öfter mussten die Notfallretter in diesem Jahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum ausrücken. Die Folge: die Hilfsfristen können weiterhin über das geduldete Maß hinaus nicht eingehalten werden. Nun muss möglicherweise ein neues Forplan-Gutachten erstellt werden.

„Die Einsatzzahlen steigen weiter ganz schön heftig – um es mal vorsichtig auszudrücken“, sagte Verwaltungsmitarbeiter Kai-Fabian Steffens im Kreis-Hauptausschuss. „Wir haben zunächst gedacht, wir hätten hier einen Fehler in der Datenbank“, sagte Steffens. Doch alle Nachrechnungen hätten gezeigt: Die Retter müssen durchschnittlich acht mal pro Tag zusätzliche zu Notfalleinsätzen ausrücken. Bis zum Jahresende wird sich das auf knapp 3000 zusätzliche Einsätze aufsummieren.

Bis zum 30. September leistete der Rettungsdienst 11044 Krankentransporte und 11288 Notfallfahrten. Während die Zahl der Krankentransporte „nur“ um 9,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum anstieg, waren es im Bereich der Notfallrettung bislang 20,2 Prozent.

„Wir müssen handeln. Auch wenn für diese Einsatzzahlen ist der Hilfefristerreichungsgrad noch recht gut ist“, sagte Steffens. Mit einer Einhaltung der vorgeschriebenen Hilfsfrist in 89,02 Prozent der Fälle liege der Wert unterhalb der maximal geduldeten Toleranz von 90 Prozent.

Die Ursachen für den seit etwa 15 Jahren unvermindert anhaltenden Anstieg sieht Steffens in einer gesellschaftlichen Veränderung. Denn mit der Entwicklung sei der Kreis Herzogtum Lauenburg nicht allein. So gebe es weniger Hausärzte in ländlichen Raum. Hinzu kämen mehr Singlehaushalte, in denen sich nicht gegenseitig geholfen werden könne und der Rettungswagen werde zunehmend bei Bagatellerkrankungen gerufen. Keine Auffälligkeiten gebe es in den Bereichen der Flüchtlingsunterkünfte, sagte Steffens auf Nachfrage.

Thomas Kuehn (FDP) bezeichnete die Entwicklung als „riesiges Problem“. Meinhard Füllner (CDU) warnte: „Wir können nicht immer nur draufsatteln und tatenlos zusehen.“ Rettungsdienstkoordinator Steffens warnte jedoch davor, Druck auf die Disponenten in der Leitstelle auszuüben. „Ich sehe wenig Möglichkeiten. Der Disponent habe in dem Gespräch mit dem Anrufer gerade einmal 20 bis 30 Sekunden Zeit, um zu entscheiden, welches Rettungsmittel geschickt werde. Die einzig effiziente Möglichkeit wäre wohl eine verbesserte hausärztliche Versorgung. Anlass für Manfried Liedtke (Linke) zu fordern, „ein paar tausend“Ärzte aus der Stadt „aufs Land zu verschicken“.

Holger Marohn

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