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Lauenburg Nüssauer Heide ist jetzt für Erholungssuchende frei
Lokales Lauenburg Nüssauer Heide ist jetzt für Erholungssuchende frei
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20:22 28.08.2013
Thomas Wälter (LLUR, v. l.), Uwe Möller (Bürgermeister Büchen), Polizeidirektor Erhard Riß und Forstdirektor Henning Bremer vor dem neuen Schild am Eingang der Nüssauer Heide. Quelle: Fotos: Jens Burmester

Seit gestern weist zumindest ein Schild auf die Bedeutung des FFH Gebietes Nüssauer Heide hin. In langen und auch nicht immer ganz einfachen Gesprächsrunden und Verhandlungen der beteiligten Behörden wie Bundespolizei, Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR), der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA), dem Bundesforstbetrieb sowie die Gemeinden Büchen und Siebeneichen war nicht nur dieses erste Schild entstanden, sondern auch ein Managementplan, an dem eben alle diese Behörden beteiligt waren. Polizeidirektor Erhard Riß von der Bundespolizeiabteilung Ratzeburg ergriff als erster Redner das Wort. „Es ist nicht immer leicht, wenn man in den Verhandlungen mitbekommt, dass man auf dem eigenen Gelände eingeschränkt wird.“ Doch die Bundespolizei müsse üben, müsse auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit mal etwas ausprobieren können und dafür werde eben die Fläche gebraucht, so Riß.

Thomas Wälter vom LLUR entschuldigte sich dafür, dass nur ein Schild bislang aufgebaut worden sei. Er machte aber deutlich, dass noch fünf weitere Schilder demnächst an weiteren Standorten am Randes des FFH-Gebietes aufgebaut würden. Ein kontrovers diskutierter Punkt, nicht nur von Seiten des LLUR und der unteren Naturschutzbehörde, sondern auch aus Sicht der Eigentümervertretung, der BIMA, war die bisherige ungeregelte Nutzung des Übungsplatzes durch die Erholung suchende Bevölkerung. „Nach langen Verhandlungen ist nun geregelt, dass alle Bürger das FFH-Gebiet betreten dürfen. Das gilt logischerweise nur außerhalb des Übungsbetriebes der Bundespolizei“, so Büchens Bürgermeister Uwe Möller. Möller weiß natürlich wie alle anderen Beteiligten, dass man nur auf den vorgegebenen Wegen gehen darf und nicht kreuz und quer im gesamten Gelände. „Selbstverständlich dürfen dabei auch Hunde mitgenommen werden. Die aber müssen, wie es das Natur- und Waldgesetz vorgibt, stets an der Leine geführt werden“, ergänzt Axel Timmermann vom Bundesforstbetrieb Trave. Dabei darf Herrchen auch gern auf die Tüte verzichten, wenn der Hund sein Geschäft am Rande des Weges verrichtet habe. Und auch Reiter dürfen in dem Gebiet ihrem Hobby frönen, allerdings sind auch für sie spezielle Wege vorgesehen, die sie benutzen dürfen. All das ist in der speziellen Karte, die auf einem Flyer abgedruckt ist und sich auch auf dem neuen jetzt vorgestellten Schild wiederfindet, beschrieben.

Eine Pille aber musste die Gemeinde Büchen schlucken. Büchen zahlt jedes Jahr für die Wegenutzung 4000 Euro an die BIMA. Darin enthalten ist auch die Nutzung des Geländes von einem Waldkindergarten, der am Rande der Nüssauer Heide sein Domizil aufgeschlagen hat. „Nach über 100 schriftlichen Eingaben bei der Gemeinde durch Bürgerinnen und Bürger möge sich jeder selbst ein Bild davon machen, ob ich heute der Gemeinde noch einmal die Zustimmung für ein FFH Gebiet vor der Haustür geben würde“, sagte Möller am Ende. Dann fuhr er wie andere Gäste dieser Veranstaltung auch mit einem Arbeitskorb der Bundespolizei in luftige Höhe, um seinen Blick über das gesamte Areal der Nüssauer Heide schweifen zu lassen.

Rückzugsgebiet seltener Tier- und Pflanzenarten
Die 88 Hektar große Nüssauer Heide ist Teil eines bereits seit Jahren genutzten Übungsplatzes der Bundespolizei (vormals Bundesgrenzschutz).


Die Nutzung als Übungsplatz genießt Vorrang vor anderen Interessen und darf in keiner Weise beeinträchtigt oder eingeschränkt werden. Das ist im Managementplan festgeschrieben. Die besondere Form der Nutzung und Betreuung hält die Flächen offen und fördert den Arten und Strukturreichtum. Viele seltene Tier- und Pflanzenarten finden in der Nüssauer Heide noch die zum Überleben notwendigen Nischen.

Jens Burmester

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