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Lauenburg Null Bock auf Wahl?
Lokales Lauenburg Null Bock auf Wahl?
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09:07 08.03.2016
Diesen Beitrag hat Till Schuhr (16) vom Dönhoff-Gymnasium geschrieben. Quelle: hm

hat einen Bürgermeister gewählt. Ganz Mölln? Weit gefehlt! Nur 46,4 Prozent — also weniger als die Hälfte der Möllner Bürger haben von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Der wieder gewählte Bürgermeister darf für sich in Anspruch nehmen, eine Mehrheit von 64,6 Prozent erreicht zu haben. Auf die Gesamtheit der Bürger gerechnet entspricht dies einer 29,8-prozentigen Zustimmung.

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Jetzt texte ich . . .

8355 Bürger sind nicht zur Wahl gegangen. Auch wenn aus den politischen Lagern signalisiert wird, dass 46,4 Prozent Wahlbeteiligung doch ganz gut seien, stelle ich mir die Frage, woran es liegt, dass mehr als die Hälfte nicht zur Wahl geht. Bis 1996 wurden die Bürgermeister von den Stadtvertretungen gewählt. Hierbei war es für die Bewerber ein Leichtes, gewählt zu werden, wenn sie das Parteibuch der Mehrheitsfraktion hatten. Heute wird er von den Bürgern der jeweiligen Kommune gewählt. Seine Aufgaben: Leitung der Verwaltung, Dienstvorgesetzter der Beschäftigten der Stadt, sowie die Vorbereitung und Ausführung der Beschlüsse in der Stadtvertretung. Wie man sieht, kein parteipolitisches Amt, sehr theoretisch und damit für den Normalbürger ziemlich uninteressant, da der Bürgermeister lediglich die Beschlüsse der gewählten Stadtpolitiker umsetzen muss und nicht selbst entscheiden darf. Die Bürger denken, es läuft ja mehr oder weniger.

Aber warum sollte ich zur Wahl gehen, wenn die Situation so aussieht? Ganz einfach: Wir haben in Deutschland das Privileg, in einer Demokratie zu leben. Es ist wichtig, seine Stimme mit einzubringen, auch wenn es „nur“ um die Bürgermeisterwahl geht. Dazu kommt vielleicht auch die Unlust, zur Wahl zu gehen. Auf der anderen Seite haben wir es heutzutage auch mit der sogenannten „Nintendo-Generation“ zu tun, das sind die Bürgerinnen und Bürger im wahlfähigen Alter, die einen Großteil ihrer Zeit im Internet und der digitalisierten Welt verbringen. Bei ihnen besteht auch nicht unbedingt die Motivation, die Wohnung zu verlassen und zur Wahl zu gehen. Also sind neue Wege gefragt: mobile Wahlräume, Verlängerung der Stimmenabgabezeit, Online-Wahlen. So, liebe Politiker, jetzt seid ihr gefragt. Und lasst euch nicht gleich von ablehnenden Gerichtsurteilen (Online-Wahl) entmutigen.

LN

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