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Nun also doch: Spundwand gegen Elbeflut

Lauenburg Nun also doch: Spundwand gegen Elbeflut

Die Spundwand ist die Lösung, von der sich die Bürger den größten Schutz für ihre Häuser erhoffen. In dem Zuge soll vor der Altstadt auch eine befahrbare Promenade entstehen. Die Kosten liegen bei rund 30 Millionen Euro — der Bürgermeister will Stadtanteil über Kredite finanzieren.

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Lauenburg. Noch ist es nicht offiziell — aber nach Informationen unserer Zeitung soll der Hochwasserschutz für Lauenburgs Altstadt doch so realisiert werden, wie er im Rahmen der Bürgerbeteiligung entwickelt und favorisiert wurde: Mit einer Spundwand gegen eindringendes Grundwasser. Nur wie tief diese ausgeführt wird, scheint noch offen zu sein. Die Spundwand ist die Lösung, von der sich die Bürger den größten Schutz für ihre Häuser erhoffen. In dem Zuge soll vor der Altstadt auch eine befahrbare Promenade entstehen.

Doch bis zumindest die Planung die Sorgen der Menschen vor künftigen Hochwassern etwas beruhigen kann, wird es noch dauern. Erst am 9. März will der auch für Hochwasserschutz zuständige Umweltminister Robert Habeck (Die Grünen) Lauenburg besuchen. Er hat sich die Präsentation der vorbereitenden Untersuchungen selbst vorbehalten. Und früher schafft er es nicht in die Stadt, obwohl die Ergebnisse bereits zum Jahresende vorlagen und in den Gremien beraten wurden. Es fehlt aber noch die komplette schriftliche Ausarbeitung. Bürgermeister Andreas Thiede ging während des Neujahrsempfangs kurz auf das Thema ein, konnte und durfte aber nicht zuviel verraten. „Ich kenne jetzt immerhin den Unterschied zwischen schluffigen Sanden und sandigen Schluffen“, verriet er in Anspielung auf die komplizierten Details zur Beschaffenheit des Untergrunds an der Elbstraße. Je nach Bodenart könnte Grundwasser eindringen und sich Oberflächenwasser stauen. Im Zusammenhang mit der Spundwand ist deshalb auch eine Drainage vorgesehen, die das vom Hang kommende Wasser ableitet.

Thiede berichtete den etwa 400 Gästen des Empfangs, dass sich die Zusammenarbeit mit den zuständigen Kieler Fachbehörden nach massiven Bürgerprotesten verbessert hätte. Das Land hat demnach mittlerweile auch die ersten 20 Millionen Euro für das Projekt freigegeben. Unklar ist noch, wie die Stadt ihren Eigenanteil von 20 Prozent aufbringen wird. Doch Thiede ist zuversichtlich, dass man trotz der strengen Vorhaben aus dem Konsolidierungsgesetz für den Hochwasserschutz Kredite aufnehmen dürfe. Die Schutzanlage vor der Altstadt wird insgesamt vermutlich gut 30 Millionen Euro kosten, wie 2015 Kostenschätzungen ergeben hatten. Allein das Hochwasser im Sommer 2013 hatte in der Stadt Schäden von 25 Millionen Euro verursacht.

Anschließend wurden Fachplaner beauftragt, die gemeinsam mit den Betroffenen in Arbeitskreisen Lösungen zum künftigen Schutz der Altstadt entwickelten. Das Land wollte sich zunächst nicht für die favorisierte Lösung entscheiden und ordnete weitere Untersuchungen an. Deren Ergebnisse sollen die Forderungen der Lauenburger aber stützen.

Im Kieler Ministerium von Habeck hieß es auf Anfrage dazu: „Die vorläufigen Ergebnisse zur Baugrundsituation liegen uns jetzt vor, die fließen jetzt in die Variantenuntersuchungen ein“, sagte gestern Nicola Kabel , die Sprecherin von Robert Habeck. Es gehe jetzt noch um die Auswertung der Details, berichtete sie. Konkret sei demnach bisher keine Lösung — ehe nicht der Minister Habeck nach Lauenburg kommt.

Favorisierte Lösung
Drei verschiedene Varianten für den Hochwasserschutz hatte man in Lauenburg Ende 2014/Anfang 2015 erarbeitet. Eine Spundwand, die tief in den Boden reicht, soll verhindern, dass die Elbe den Grundwasserspiegel steigen lässt.

Timo Jann

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