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Lauenburg „Obergrenze“ bei der Möllner Tafel
Lokales Lauenburg „Obergrenze“ bei der Möllner Tafel
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18:20 02.01.2016
Kathrin Schlie (r.) und Wolfgang Wagner, vor dem Transporter der Tafel, der von der Firma Ipsos gesponsert wird und zu viele Kilometer auf dem Tacho hat. Quelle: Fotos: Jeb

Die Möllner Tafel nimmt vorläufig keine neuen Kunden mehr auf. Das erklärten jetzt Tafel-Chefin Kathrin Schlie und Kirchengemeinderatsvorsitzender Pastor Hermann Handler. „Wir betreuen derzeit knapp 700 Menschen. Allein in den vergangenen zwölf Monaten haben wir einen Zuwachs von etwa 40 Prozent an Kunden zu verzeichnen“, erklärt Kathrin Schlie.

Schon im Sommer musste die Möllner Tafel in einer ersten Maßnahme gegensteuern und ihre Kundschaft auf Möllner Bürger und auf Einwohner des Amtes Breitenfelde beschränken. „Seit August haben wir an jedem Ausgabetag im Schnitt etwa 30 Menschen neu aufgenommen“, macht Handler deutlich. Nun sei die Möllner Tafel an der Grenze des Machbaren angekommen, so der Pastor.

Die Kapazitäten der Möllner Tafel sind begrenzt. Die derzeitig bei der Tafel gemeldeten Kunden sind zu versorgen. Aber wenn die Gefriertruhen voll sind, geht eben nicht mehr viel. Zwar habe man von einem Privatmann die Möglichkeit bekommen, in einer Kühlzelle etwas zwischen zu lagern, doch auch das reiche nicht aus.

Drastisch bemerkbar mache sich die enorme Belastung aber beim Transporter der Tafel, den die Möllner Firma „Ipsos“ vor gut einem Jahr geleast und der Tafel zur Verfügung gestellt hatte. „Wir haben laut Leasingvertrag eine maximale Leistung von 25000 Kilometern im Jahr vereinbart“, erklärte Katrin Schlie.

Bei der ersten Inspektion des VW T5 nach 14 Monaten stünden aber bereits mehr als 40000 Kilometer auf dem Tacho. „Ich habe schon bei unserem vorherigen Fahrzeug versucht, über den örtlichen Volkswagen-Händler mit der VW-Leasing Bank in Braunschweig zu verhandeln. Aber die lassen da überhaupt nicht mit sich reden“, sagte die Tafel-Chefin.

Man müsse theoretisch den Transporter ein paar Monate stehen lassen, um nicht eine horrende Summe für Mehrkilometer nachzahlen zu müssen, doch das sei natürlich nicht möglich. Man müsse möglicherweise weniger fahren, doch das sei gleichbedeutend mit weniger Lebensmitteln, entsprechend also gar nicht machbar. Denn dann würden auch die Kunden weniger bekommen können.

Weil nun die Alarmglocken schrillten, wie Pastor Handler sagte, sei man besonders auf Spenden angewiesen. Man habe zwar inzwischen die Leasingrate erhöht, aber das reiche nicht aus.

Benzingeld müsse gesammelt und vielleicht sogar ein kleines Polster angelegt werden, um für die Nachzahlung für zu viel gefahrene Kilometer gewappnet zu sein.

Immerhin führen die Mitarbeiter bei ihren Touren einen sehr großen Radius ab, um Lebensmittel zu holen. Touren nach Ludwigslust und nach Hamburg oder Lüneburg seien keine Seltenheit. Und schließlich seien auch die Lebensmittel endlich. Mehr als jetzt könne man eigentlich gar nicht bekommen.

„Uns ist die Entscheidung, ab sofort keine neuen Kunden mehr aufzunehmen, nicht leicht gefallen“, sagte Pastor Handler. Zunächst gelte diese Regelung für vier Monate. Danach müsse man sehen, wie sich die Situation weiter entwickle und wie man weiter verfahre.

So können Sie helfen
Die Versorgung von Bedürftigen, die Hartz-IV-Empfänger sind oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten, ist laut Tafel-Chefin Kathrin Schlie nur eine Zusatzversorgung. Und das werde jedem Kunden der Tafel ohne Ansehen der Person gewährt. Allerdings weist Schlie darauf hin, dass die Tafel kein Regelversorger sei.



Wer der Möllner Tafel eine Spende zukommen lassen möchte, kann das über folgende Bankverbindung tun: Empfänger ist der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg IBAN DE05 2305 2750 0086 0337 76.
Verwendungszweck: Möllner Tafel
„Wir haben uns die Entschei-
dung nicht leicht gemacht.“
Hermann Handler, Pastor in Mölln

Jens Burmester

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