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Lauenburg ÖPNV: Keine heiße Luft transportieren
Lokales Lauenburg ÖPNV: Keine heiße Luft transportieren
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10:25 28.06.2017
Mit solchen Chipkarten loggen sich die Schüler während der Testphase ein. Ein Computer errechnet dann die optimale Fahrtroute.

Immer weniger Schüler und durch die freie Schulwahl immer individuellere Schulwege: Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) auf der Straße als Hauptbeförderungsmittel für die Schüler steht vor großen Herausforderungen. Mit einem neuen Konzept will der Kreis diese nun meistern. So sollen künftig nur die Stationen angefahren werden, an denen Fahrgäste ein oder aussteigen wollen. Mit den Ratzeburger Schulen hat jetzt eine Testphase begonnen.

Mehr als zehn Prozent der Fahrplankilometer sollen so eingespart werden können. Das würde nicht nur weniger Defizit bei der Schülerbeförderung bedeuten, sondern auch durch einen geringeren Kohlendioxid-Ausstoß die Umwelt entlasten. „Wir wollen die Fahrten herausfiltern, wo der Bus nur heiße Luft transportiert“, sagt Kreischefplaner Michael Birgel. Immerhin würde die jährliche Kohlendioxideinsparung von geschätzt 300 Tonnen der Fahrleistung von 175 Autos entsprechen. Allerdings soll das eingesparte Geld dann im Gegenzug genutzt werden, um das Busangebot im ländlichen Raum zu verbessern.

Das Konzept, das alle Fahrschüler der Ratzeburger Schulen seit Anfang Mai ausprobieren, basiert auf einer Chipkarte. Mit dieser personalisierten Karte wird das Fahrtziel eingelesen. Wer woanders hinmöchte, kann das Fahrtziel auf einem Display korrigieren. Daraufhin errechnet ein Computer die optimale Fahrtroute – sowohl zeit- als auch kilometermäßig. So hätte beispielsweise auf der Linie 8792 nach Gudow und Sterley bei einigen Fahrten die Strecke von 45,1 auf 10,3 Kilometer reduziert werden können – die Fahrzeit sogar von 80 auf 20 Minuten.

In der ersten Testphase ist das ganze System noch theoretisch, da der Bus weiterhin die fahrplanmäßige Strecke fährt. Ab den Herbstferien sollen dann die optimierten Fahrtwege auch tatsächlich gefahren werden. Viele Schüler können sich dann vermutlich freuen, deutlich früher zu Hause zu sein. Fahrgäste, die auf der Strecke einsteigen möchten, müssen dann allerdings ihren Fahrtwunsch vorher anmelden. Wie das genau funktionieren soll, wird derzeit geprüft. Vorerst beschränkt sich die Testphase nur auf den Raum Ratzeburg.

In den vergangenen zwölf Jahren ist die Zahl der zu befördernden Schüler von fast 7400 auf 5900 gesunken, die Kosten für die Schülerbeförderung auf der Straße sind hingegen im gleichen Zeitraum leicht angestiegen.

 hm

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