Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg PARLAMENT PERSÖNLICH
Lokales Lauenburg PARLAMENT PERSÖNLICH
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:13 02.11.2017

Zu den Plenarsitzungen kommen viele Besuchergruppen in den Landtag, um uns bei der Arbeit zuzuschauen. Es sind oft Schulklassen oder Seniorengruppen von Parteien oder Verbänden. Sie werden von den MitarbeiterInnen der Öffentlichkeitsabteilung zuerst allgemein über den Landtag informiert und beobachten dann von der Zuschauertribüne aus die Landtagssitzung. Wenn sie Glück haben, bekommen sie einen kontrovers diskutierten Debattenpunkt mit, bei dem die Fetzen fliegen.

Der bissige Zwischenruf ist das Salz in der Suppe der Debatte. Burkhard Peters für B. 90/GRÜNE im Landtag

Danach erhalten die Besuchergruppen die Möglichkeit, sich mit einzelnen Abgeordneten über ihre Beobachtungen während der Sitzung auszutauschen. Für uns Abgeordnete ist das eine gute Gelegenheit, eine Rückmeldung auf unser Auftreten im Plenum zu bekommen. Die Kommentare sind oft wenig schmeichelhaft: der Umgang der Abgeordneten untereinander wird als respektlos und unhöflich empfunden, viele würden nicht zuhören, auf Handys oder Tablets daddeln, im Saal herumlaufen, sich mit anderen Abgeordneten unterhalten.

Vor allem die vielen Zwischenrufe und die allgemeine Unruhe, die vom Präsidium oft nur unter Einsatz der Sitzungsglocke beendet werden kann, irritiert gerade die Schülergruppen. Wie anders ist es bei ihnen, wenn eine Mitschülerin ein Referat hält!

Aber: Kann man das Geschehen im Parlament mit einer Schulstunde oder mit einer Vortragsveranstaltung vergleichen? Lassen sich die bei diesen Gelegenheiten geforderten Umgangsformen tatsächlich auf die Abgeordneten in einer Landtagssitzung übertragen?

Die parlamentarische Demokratie lebt von der Diskussion, dem Austausch der Argumente, der Betonung der Unterschiede. Lauter Meinungsstreit und überspitzte Argumentation gehören dazu. Und weil alle Abgeordneten mit viel Leidenschaft um die ihrer Ansicht nach richtige Überzeugung streiten, verwundert es nicht, dass im Eifer des Gefechts auch mal die Wogen hochschlagen.

Der bissige, im besten Fall ironisch-witzige Zwischenruf ist das Salz in der Suppe der Parlamentsdebatte. Wenn es zu arg wird, hat das Sitzungspräsidium zum Beispiel mit Ordnungsrufen Instrumente parat, damit die Sache nicht aus dem Ruder läuft. Fernsehbilder, bei denen Abgeordnete sich prügeln, wie man sie manchmal aus anderen Staaten sieht, sind im Kieler Landtag auf jeden Fall nicht zu erwarten.

Beachtlich empfinde ich den Vorwurf, viele Kollegen seien bei den Reden nicht aufmerksam dabei und mit anderen Dingen beschäftigt. Ja, das stimmt; vor allem, wenn es um Themen geht, die speziell und trocken sind. Hier gebietet es aber schon die Höflichkeit gegenüber dem Redner, Desinteresse nicht offen zur Schau zu stellen. Das habe ich aus meinen Diskussionen mit Besuchergruppen mitgenommen und beherzige es seitdem.

Wenn Sie Gelegenheit bekommen, den Landtag in Kiel zu besuchen, würde ich Sie sehr gern begrüßen und Ihnen mehr aus dem Innenleben des Parlaments erzählen.

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Freie Schule Mölln (FSM) ist jetzt staatlich anerkannt. Zwei Jahre lang haben Eltern, Pädagogen sowie Unterstützer die FSM allein finanziert. In Schleswig-Holstein erhält eine Schule in freier Trägerschaft erst nach dem zweiten Jahr finanzielle staatliche Unterstützung.

02.11.2017

Die Zuckerrübenkampagne 2017 ist voll in Gange. Auf der Domäne in Marienwohlde an der Alten Salzstraße ist ein sechs-reihiger Zuckerrübenvollernter der Marke „Holmer Terra T3“ bei der Arbeit. Die Daten der Maschine sind beeindruckend: Die Bunkerkapazität umfasst 28 Kubikmeter, der Motor hat 520 PS. 

02.11.2017

Am Freitag startet eine Reihe von Autorenlesungen an verschiedenen Orten in der Stecknitz-Region. Mit insgesamt sieben abwechslungsreichen Lesungen und Veranstaltungen vom 3. November bis zum 10. Dezember möchte sich die Region damit wieder einmal als guter Gastgeber von kulturellen Veranstaltungen vorstellen.

02.11.2017