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Lauenburg Paläontologen übergeben das Wal-Skelett aus Groß Pampau
Lokales Lauenburg Paläontologen übergeben das Wal-Skelett aus Groß Pampau
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20:43 04.08.2017
Andreas Malchow (rechts) hatte im Jahr 2013 einen Knochensplitter entdeckt und damit die Grabung nach dem größten bisher in Groß Pampau gefundenen Wal-Skelett ausgelöst. Hier legt er gemeinsam mit Wolfgang Höpfner zwei Schwanzwirbel frei. Quelle: Foto: Timo Jann

In Lübeck läuft heute eine besondere „Wal-Party": Die Paläontologen, die vergangenes Jahr in der Tongrube des Kieswerkes Ohle & Lau in Groß Pampau ein Wal-Skelett freigelegt hatten, haben den Fund abschließend präpariert und werden ihn jetzt dem Museum für Natur und Umwelt übergeben. Zur Lübecker Museumsnacht am 26. August wird er öffentlich gezeigt.

Immer wieder stoßen die Mitglieder des ehrenamtlichen Grabungsteams um den Lübecker Gerhard Höpfner auf sensationelle Funde. Wie 2013. Damals hatte Andreas Malchow einen kaum erkennbaren Knochensplitter in der Fahrspur des Baggers für den Tonabbau entdeckt. Der Ausgangspunkt für eine intensive Grabung und die Grundlage für den mit 15 Metern Länge bisher größten in der Groß Pampauer Tongrube gefundenen Bartenwal. Gelebt hatte der vor etwa elf Millionen Jahren in der Ur-Nordsee, die im Raum Groß Pampau damals 40 Meter tief war. Im Interview erzählt Malchow, was den Reiz der Paläontologie ausmacht. Der 45-Jährige aus Hamburg ist Architekt und gehört seit Jahren zum Grabungsteam.

Herr Malchow, Ihr Beruf ist völlig artfremd, was macht für Sie den Reiz aus, die Wochenenden in der Tongrube zu verbringen?

Malchow: Ja, die Architektur und die Paläontologie verbindet nicht wirklich viel. Aber gerade das ist spannend. Hier kann ich völlig abschalten, es herrscht absolute Stille. Das hat schon einen gewissen Reiz und es ist ein schöner Ausgleich zu meinem Beruf.

Worauf kommt es an, wie wird man ein guter Paläontologe?

Malchow: Das hat vor allem mit Geduld zu tun. Man kann zehn Mal in die Grube gehen und nichts finden, beim elften Mal entdeckt man dann etwas. Das ist, als wenn sich eine Schatztruhe öffnet, dann sind alle wie elektrisiert. Aber es gehört auch immer viel Glück dazu, man muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Außerdem muss man ein gutes Auge haben und Strukturen erkennen können.

Wichtig ist auch, für die Sache zu brennen, sonst verliert man die Lust.

Wie ist denn die aktuelle Situation in Groß Pampau?

Malchow: Zurzeit ist der Abbau eher gering, wir stoßen zurzeit also nicht in neue Bereiche vor. Dennoch sind wir regelmäßig vor Ort.

Paläontologen werden ja fälschlicherweise auch gerne als Archäologen bezeichnet. Wie gehen Sie damit um?

Malchow: Da muss man großzügig sein, viele Menschen wissen gar nicht, dass es überhaupt die Paläontologie gibt. Aber in Fachkreisen ist die Verwechselung natürlich nicht gern gehört.

Paläontologie ist die Wissenschaft von Lebewesen der geologischen Vergangenheit, während die Archäologie die kulturelle Vergangenheit der Menschheit erforscht.

Was findet sich denn außer Walen in Groß Pampau?

Malchow: Muscheln und Schnecken natürlich in Massen. Wir haben aber auch schon eine Schildkröte und eine Robbe gefunden. Hier öffnet sich ein eindrucksvolles Fenster der Geschichte.

Interview: Timo Jann

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