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Lauenburg Pantener Werksruine wird bald vollständig beseitigt
Lokales Lauenburg Pantener Werksruine wird bald vollständig beseitigt
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21:18 23.10.2013
Ausgeschlachtete Gebäude, von Graffiti überzogen: Amtsleiter Dr. Carl-Heinz Schulz, Landrat Gerd Krämer und Jürgen Telke (von links) von der Xella GmbH gestern bei einem Ortstermin in der Ruine des ehemaligen Kalksandsteinwerkes Panten. Quelle: Jens Burmester
Panten

Jetzt kommt der Schandfleck endlich weg: Das ehemalige Kalksandsteinwerk in Panten wird abgerissen. Das wurde in einem Vertrag zwischen der Eigentümerin, der Xella Deutschland GmbH, und dem Kreis Herzogtum Lauenburg festgeschrieben. Der Vertrag ist gestern bei einem Möllner Notar beglaubigt worden.

Landrat Gerd Krämer, Amtsleiter Dr. Carl-Heinz Schulz und Jürgen Telke von der Geschäftsleitung der Xella Deutschland GmbH nahmen sich nach der Unterzeichnung des Notarvertrages noch die Zeit, um sich in Panten ein eigenes Bild von der derzeitigen Situation zu machen. Krämer dankte der Firma Xella für die konstruktiven Verhandlungen in der Vergangenheit: „Vor dem Hintergrund der Geschichte dieses Werkes war das ein recht kurzer Zeitraum, in dem wir zu einer Einigung und damit auch zu dem heute unterzeichneten Vertrag gelangt sind“, freute sich der Kreisverwaltungschef. Der Vertrag sieht den Abriss aller Gebäude auf dem etwa 22 Hektar großen Gelände an der Pantener Straße vor. Außerdem wird das Gelände vollständig geräumt und entsiegelt.

Jürgen Telke von der Firma Xella bezifferte die Kosten für Abriss und Räumung des Areals auf etwa 200 000 bis 300 000 Euro. Ob das am Ende allerdings ausreichen wird, blieb zunächst noch offen.

Erst wenn die Arbeiten abgeschlossen sind und ein Gutachter seine Expertise abgegeben hat, werden sich die aufgelaufenen Kosten genau beziffern lassen.

Allerdings muss die Firma und Noch-Eigentümerin die Zeche für den Abriss und die Räumung nicht allein zahlen. Der Kreis Herzogtum Lauenburg beteiligt sich mit 100 000 Euro an den Kosten. Das Geld dafür stelle der Kreis aus mehreren Töpfen von Ausgleichsverpflichtungen zur Verfügung, berichtete Landrat Krämer: „Xella hätte nicht abreißen müssen. Die Firma hätte nur ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen müssen. Oder sie hätten das Gelände ohne Abriss und Sanierung verkauft.“

Natürlich habe es auch eine Sicherheitsleistung für den Betrieb der Anlage gegeben. Dieser Betrag gehe wieder an die Eigentümerin zurück, bestätigte Krämer. Nach LN-Informationen betrug die Sicherheitsleistung damals 184 000 Euro.

In der Vergangenheit, betonte Jürgen Telke, habe die Xella schon etwa 100 000 Euro in diverse Arbeiten investiert. Derzeit stehen laut Xella noch etwa 300 Kubikmeter Kalksandsteine auf dem Gelände, die wohl geschreddert und so für die Produktion in einem anderen Werk wieder genutzt werden können. „All das, was verwertbar gewesen wäre, ist ja schon weg“, erklärte Telke.

So wurden zu Beginn dieses Jahres einige Täter aus der Umgebung verurteilt, die vor etwa zwei Jahren in Breitenfelde Radlader anmieteten, große Abbruchcontainer orderten und in großem Stil wie eine Abbruchfirma das Altmetall fachgerecht abgebaut und verkauft hatten. Allerdings war die Polizei ihnen auf die Schliche gekommen. Sie konnte den Fall aufklären.

In der jüngeren Vergangenheit hatten Unbekannte wie die Berserker in der Ruine ihr Unwesen getrieben und alles Mögliche zerstört. Und es gab diverse Bürger, die das Gelände gern als private Müllhalde nutzten und dort auch Altöl oder Farbreste und Garten-, Haus- oder Sperrmüll illegal entsorgten.

Nun passiert genau das, was der Kreis Herzogtum Lauenburg sich gewünscht hatte. Mit diesem für den Naturschutz wertvollen Grundstück werden künftig die Lücken zwischen dem Pantener Moorweiher und anderen für den Naturschutz entwickelten Flächen geschlossen. „So wird die Niederung des Elbe-Lübeck-Kanals zum Wanderkorridor für viele Pflanzen- und Tierarten entwickelt“, erklärte Amtsleiter Schulz. Die Arbeiten sollen im November beginnen und möglichst noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Xella hätte nicht abreißen müssen.“Gerd Krämer, Landrat

Jens Burmester

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